Aber reicht das auch für Chile?

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"Das war unsere beste Leistung"

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Drittes Spiel, zweiter Sieg und das erstmals in der Hauptstadt Brasilia.

Die "Selecao" feierte am Montag im letzten Gruppenspiel ihrer Heim-WM ein klares 4:1 gegen Kamerun und ist Sieger des Pool A.

In die Hauptstadt wollen sie nicht mehr so schnell, denn die Brasilianer würden im Fortlauf der K.o.-Phase nur das "Spiel um Platz 3" dort bestreiten. Und das Ziel ist freilich weiterhin das Maracana in Rio.

Auf dem Weg ins Finale wartet nun Chile - und viele dachten sich auch nach der Kamerun-Partie: Überragend ist etwas anderes.

"Das war unsere beste Leistung"

So sagte etwa ARD-Experte Mehmet Scholl: "Gegen Chile müssen sie sich steigern." Wird das am Samstag, im ersten Achtelfinale reichen?

Die Südamerikaner waren den Brasilianern im WM-Achtelfinale 2010 0:3 unterlegen. Nun kommt es zum Rematch und Chile hat vor allem mit der Leistung gegen Spanien (2:0) seine Gefährlichkeit bewiesen.

Die brasilianischen Spieler zeigen sich aber nun mit breiter Brust.

Vor allem Neymar. Der Superstar traf wieder zwei Mal und hält nun schon bei vier WM-Toren. "Wir haben heute sehr gut gespielt, das war unsere beste Leistung und das gibt uns auch Selbstvertrauen."

Mit nur zwei Toren weniger als Brasilien hat Mexiko nach dem 3:0 gegen Kroatien als Zweiter ebenfalls mit sieben Punkten verdient den Aufstieg geschafft und trifft nun auf die ungeschlagenen Niederlande.

Zum sechsten Mal in Folge sind die Mittelamerikaner nun in der Runde der letzten 16. Sehr zur Freude von Teamchef Miguel Herrera. Der schrullige Trainer kugelte beim Jubel mit den Spielern am Boden herum.

Kapitän Rafael Marquez hatte die wichtige Führung rund 20 Minuten vor Schluss hergestellt. Der Defensivmann, der damit bei drei verschiedenen WM-Endrunden getroffen hat, zeigte sich happy.

"Ich denke, wir sind von Minute zu Minute besser geworden und müssen so weitermachen, müssen Schritt für Schritt besser werden. Unser Kollektiv ist wichtig, ich helfe dem Team und das Team hilft mir. Die Niederlande sind ein starker Gegner, aber es ist alles möglich."

Kovac nahm es professionell

Kroatien muss indes die Heimreise antreten. Teamchef Niko Kovac nahm es nach seinem ersten WM-Turnier als Trainer professionell zur Kenntnis.

"Wir haben es lange offen gehalten, aber dann auch zwei Tore aus Standards kassiert. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass das nicht passieren darf, denn das entscheidet solche Partien."

Das Endergebnis von 1:3 fiel dann aber auch im Finish zu hoch aus.

"Es sah dann schlimmer aus, als es war. Wir waren nicht so schlecht, aber Mexiko auch besser, dass muss man sagen. Wir sind froh, dass wir hier waren, wir haben sicher Wind in die Geschichte reingebracht."

Das Potenzial war offensichtlich, doch am Ende hat es nicht gereicht.

Ganz anders für Brasilien und Mexiko. Die dürfen weiterträumen.

Teamkollege Marcelo schlägt in dieselbe Kerbe. "Wir haben zuvor nicht schlecht gespielt, aber da hat uns noch ein Stückchen gefehlt, heute haben wir viel Intensität an den Tag gelegt und sind viel gelaufen."

Zusatz: "Heuten haben wir großartig gespielt."

Trotzdem konnte das Schlusslicht Kamerun in der ersten Hälfte gut mitspielen, traf durch den Schalker Joel Matip erst noch die Latte und dann sogar zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Insbesondere bei Standards war die brasilianische Hintermannschaft nicht gerade sattelfest.

Neymar will allen helfen

Neymar sorgte dafür, dass die Partie wieder in die richtige Bahn lief.

Der "Man of the Match" weiß, dass er dafür der Motor sein muss: "Ich habe mich in der Pflicht gefühlt, die Mannschaft weiter zu bringen. Deshalb habe ich in der schwierigen Startphase die Verantwortung übernommen."

Doch auch der 22-jährige Barcelona-Star weiß, dass er die nun anstehenden K.o.-Spiele nicht im Alleingang gewinnen kann.

"Es gibt keinen einzigen wichtigen Mann und ich will allen helfen", so Neymar bescheiden.

Cooler Neymar

Umso beachtlicher, wie cool sich der Superstar während eines Spiels gibt.

Vor dem Spiel sichtlich gut gelaunt im Gespräch mit seinem Kameruner Teamkollegen Song, in der Halbzeit-Pause ließ er sich gar mit Arbeitern ablichten. Neymar trug übrigens sogar eine brasilianische Unterhose.

Ob ihm diese die Chilenen sprichwörtlich ausziehen werden, wird sich zeigen. Klar ist, Brasilien muss sicherlich noch zulegen, um sich den ganz großen Traum von der Weltmeisterschaft im eigenen Land zu erfüllen.

Kamerun Brasilien
Ballbesitz 45,80% 54,20%
Zweikämpfe 46,67% 53,33%
Eckbälle 6 7
Torschüsse 12 19
Torschüsse außerhalb Strafraum 6 8
Torschüsse innerhalb Strafraum 6 11
Kopfballchancen 1 1
Abseits 1 3
Fouls 14 19
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