Die besten Brasilianer aller Zeiten

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Es gibt vermutlich kein Land, das mehr grandiose Fußballer hervorgebracht hat als Brasilien.

Pele, Zico, Socrates, Ronaldo, Romario,... - jedem Fan läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn er an diese Künstler denkt.

Doch wer sind die besten Brasilianer aller Zeiten?

15 LAOLA1-Redakteure sind nach reiflichen Überlegungen zur Wahl-Urne geschritten und haben ihre persönlichen Ranglisten erstellt.

Das ist das Ergebnis:

1. PELE (298 Punkte)

92 Länderspiele, 77 Tore

Über Edson Arantes do Nascimento braucht man nicht all zu viele Worte verlieren, seine Taten und Erfolge sprechen für sich. Für viele ist der dreifache Weltmeister (1958, 1962, 1970), der in 1.363 Spielen 1.281 Tore erzielte, der beste Fußballer aller Zeiten. Er ist unangefochten Rekordtorschütze der "Selecao" und prägte einen Stil, der heute noch seinesgleichen sucht. In seiner Heimat wird er heute noch verehrt wie ein Gott. Hier geht's zum Portrait!

2. RONALDO (271 Punkte)

98 Länderpiele, 62 Tore

Ronaldo Luis Nazario de Lima - kurz und schmerzlos Ronaldo - hält nach wie vor den Rekord für die meisten WM-Tore (15). Bereits mit 17 Jahren war der Stürmer Teil des erfolgreichen Weltmeister-Kaders von 1994, bestritt aber keinen Einsatz. Im WM-Finale 1998 musste sich die Selecao mit dem dreifachen Weltfußballer Gastgeber Frankreich geschlagen geben, ehe 2002 die große Stunde mit beiden Toren beim Final-Sieg gegen Deutschland schlug.

3. ZICO (239 Punkte)

71 Länderspiele, 48 Tore

Zico – voller Name Arthur Antunes Coimbra – ist eine Legende, obwohl ihm ein WM-Titel verwehrt blieb. Der oft als „weißer Pele“ bezeichnete Mittelfeld-Stratege gilt nach wie vor als einer der besten Freistoß-Schützen aller Zeiten. Bei Flamengo ist er jener Mann, an dem sich alle nachkommenden Spieler messen müssen. Im Maracana erzielte er 333 Tore. Nach seiner aktiven Karriere als Trainer unterwegs.

4. SOCRATES (230 Punkte)

60 Länderspiele, 22 Tore

"Ich bin kein Athlet. Ich bin Fußball-Künstler", sagte der brillante Mittelfeldspieler, den sie "Magrao" (der Magere) gerufen haben. Doch Socrates - Teil jener Selecao aus den 1980er Jahren, die zwar grandios, aber nicht erfolgreich war - war mehr als ein fantastischer Spieler. Er war ein Intellektueller, der sich dem Kampf für die Demokratie verschrieben hatte, ein Leader und nach seiner aktiven Karriere auch Kinderarzt. Und dem Alkohol verfallen...

5. GARRINCHA (210 Punkte)

50 Länderspiele, 12 Tore

Jungen Fußball-Fans hier kaum ein Begriff ist Manoel Francisco dos Santos - besser bekannt als Garrincha - eine Legende am Zuckerhut. Auch weil sein linkes Bein ein O- und sein rechtes ein X-Bein in Folge vieler OPs war. Der Stürmer wurde mit unterschiedlich langen Beinen geboren und legte trotzdem eine große Karriere hin. Er verlor nur ein Spiel mit der Selecao - sein finales WM-Spiel 1966 gegen Ungarn. 1958 und 1962 wurde er Weltmeister.

6. ROMARIO (195 Punkte)

70 Länderspiele, 55 Tore

Sein Spitzname „Baixinho“ (der Kurze) war wenig schmeichelhaft, doch sonst erntete der 55-fache Teamtorschütze meist nur Lob. Unvergessen sind die Bilder der WM 1994, als er mit Sturmkollege Bebeto beim Torjubel das Kind schaukelte. Romario spielte für viele Klubs, unter anderem vier Mal für Stammverein Vasco da Gama, PSV Eindhoven und Barcelona. Nach der aktiven Karriere zog er sogar in den brasilianischen Nationalkongress ein.

7. CAFU (166 Punkte)

142 Länderspiele, 5 Tore

Der Rechtsverteidiger war über 15 Jahre lang Teil der Selecao, ist also eine brasilianische Institution. Mit 142 Länderspielen ist er Brasiliens Rekord-Internationaler und zudem der einzige Kicker, der bei drei WM-Endspielen hintereinander (1994, 1998, 2002) im Einsatz war. Der langjährige Italien-Legionär (Roma und Milan) war gewiss nicht der spektakulärste Spieler, aber unermüdlich und unglaublich lange auf einem konstant hohen Level.

8. RONALDINHO (160 Punkte)

97 Länderspiele, 33 Tore

Nach einem zweijährigen Gastspiel bei Paris St. Germain (2001-2003) erlangte der spindeldürre Edeltechniker beim FC Barcelona Weltruhm (2003-2008). Kaum ein anderer Spieler konnte ihm in dieser Zeit das Wasser reichen – zahlreiche Titel und Auszeichnungen inklusive. Beim WM-Triumph 2002 noch nicht erste Wahl blieb ihm ein weiterer Titel verwehrt. Über den AC Milan kehrte der mittlerweile 34-Jährige 2011 nach Brasilien zurück.

9. JAIRZINHO (133 Punkte)

81 Länderspiele, 33 Tore

Als Brasilien 1970 Weltmeister wurde, gelang dem Flügelspieler in jeder Partie mindestens ein Treffer. Der "Furacao da Copa" (WM-Wirbelsturm) war geboren. Jairzinho war auch bei den WM-Endrunden 1966 und 1974 im Einsatz und galt Anfang der 70er Jahre als einer der besten Spieler der Welt. In Europa konnte er das nie unter Beweis stellen - eine Saison bei Olympique Marseille blieb nicht wirklich in Erinnerung.

10. ROBERTO CARLOS (131 Punkte)

125 Länderspiele, 11 Tore

Ein Freistoß 1997 gegen Frankreich, der seine Richtung unfassbar änderte, zählt noch heute zu den unvergessenen Traumtoren von Roberto Carlos da Silva. Sein linker Hammer wurde so wie sein Oberschenkel (58,5 cm Umfang) zum absoluten Markenzeichen. Als Linksverteidiger mit Offensivdrang wurde er vor allem bei Real Madrid zur Ikone, die 398 Spiele bestritt. Die Gegner waren gewarnt: Nur nicht schießen lassen!

11. BEBETO (115 Punkte)

75 Länderspiele, 39 Tore

Wer an Bebeto denkt, dem fällt in erster Linie eine Jubel-Pose ein: die Baby-Schaukel. Seine Frau war schwanger, als der Stürmer bei der WM 1994 in den USA drei Treffer erzielte und mitunter diese zelebrierte. Gemeinsam mit Romario stürmte Jose Roberto Gama de Oliveira zum WM-Triumph 1994. In Europa spielte der 39-fache Team-Torschütze für Deportivo LaCoruna und den FC Sevilla.

 

12. RIVALDO (109 Punkte)

74 Länderspiele, 35 Tore

Rivaldo zählte zwischen 1995 und 2002 zu den besten und torgefährlichsten Mittelfeldspielern der Welt. Die Liste seiner Auszeichnung ist lange. Weltmeister 2002, Champions League Sieger 2003 (AC Milan), zweifacher UEFA-Cup-Sieger (La Coruna 1997, AC Milan 2003), Weltfußballer des Jahres 1999. Noch heute kickt der 42-Jährige in seiner Heimat bei AD Sao Caentao.

13. RIVELLINO (107 Punkte)

92 Länderspiele, 26 Tore

Rivellino, dreimaliger WM-Teilnehmer und Weltmeister von 1970, ist noch heute einer der meist bewunderten Spieler Brasiliens. Der 68-Jährige galt lange Zeit als Erfinder des "Elastico", – jener Trick, bei der der Spieler den Ball mit dem Fuß erst zur Seite schiebt, um ihn dann blitzschnell in die entgegengesetzte Richtung zu hebeln – er betonte aber immer wieder, sich die Täuschung abgeschaut zu haben.

14. CARLOS DUNGA (87 Punkte)

91 Länderspiele, 6 Tore

Nur fünf Brasilianer durften als Kapitän als erste den Pokal nach einer errungenen Weltmeisterschaft in die Höhe stemmen: Carlos Dunga war einer davon. Dabei wurde der Defensiv-Mann erst im Vorfeld der WM 1994 von Teamchef Carlos Alberto Parreira nominiert. Dem folgte der Ex-Stuttgart-Legionär 2006 als Trainer nach. Doch bei der WM 2010 kam das Aus im Viertelfinale - Dunga trat zurück.

 

15. DJALMA SANTOS (56 Punkte)

98 Länderspiele, 3 Tore

Der Mann aus Sao Paulo wurde nicht nur zwei Mal Weltmeister (1958 und 1962), er wurde auch drei Mal ins WM-All-Star-Team gewählt (zusätzlich 1954). Der 2013 verstorbene Kicker war einer der Prototypen des modernen Außenverteidigers. Nur selten hielt es ihn auf seiner Position rechts hinten, seine Sturmläufe gepaart mit grandioser Technik waren legendär - ebenso wie seine weiten Einwürfe.

16. KAKA (55 Punkte)

86 Länderspiele, 29 Tore

Ricardo Izecson dos Santos Leite, kurz Kaka, wurde nicht umsonst 2007 zum Weltfußballer des Jahres gewählt. Der 1982 geborene Mittelfeld-Akteur schaffte vom FC Sao Paulo den Sprung nach Europa, wo er beim AC Milan heute noch verehrt wird und nach einem durchwachsenen Gastspiel bei Real Madrid wieder zurückkehrte. Ein begnadeter Techniker, der 2002 mit der Selecao Weltmeister wurde.

17. LUCIO (50 Punkte)

105 Länderspiele, 4 Tore

Dieser Mann ist eines der besten Argumente dafür, dass Brasilianer nicht nur exzellent angreifen, sondern auch richtig gut verteidigen können. Der Innenverteidiger und Weltmeister von 2002 bewies mit seinen Tempodribblings in die gegnerische Hälfte zwar sein brasilianische Blut, war bei Leverkusen, Bayern, Inter und im Nationalteam sowieso aber vor allem in der Defensive eine sichere Bank.

18. CLAUDIO TAFFAREL (49 Punkte)

101 Länderspiele, 0 Tore

Der Kult-Keeper feierte seinen größten Erfolg mit der Selecao bei der WM 1994 als das Elfmeterschießen gegen Italien gewonnen wurde. Der Vater von 17 Kindern (15 davon adoptiert) konnte dabei den Strafstoß von Daniele Massaro parieren. Mit Galatasaray Istanbul holte Taffarel 1999 und 2000 das Double sowie im Jahr 2000 den UEFA-Cup und den UEFA-Super-Cup. 2003 beendete er seine Laufbahn beim AC Parma.

19. ADEMIR (48 Punkte)

39 Länderspiele, 32 Tore

Ademir Marquez de Menezes prägte seine aktive Zeit, zählte in den 40er und 50er Jahren zu den besten Stürmern. Brasilien verließ der 1922 geborene und 1996 verstorbene Angreifer nie. Neben Stammverein Sport Recife, wo sein Vater Klub-Boss war, spielte er für Vasco da Gama und Fluminense. Mit der brasilianischen Auswahl wurde der berüchtigte Effet-Schütze, den sie „Queixada“ (das Holzkinn) nannten, 1950 Vize-Weltmeister.

 

20. ARTHUR FRIEDENREICH (48 Punkte)

23 Länderspiele, 10 Tore

Der Stürmer hatte Vorfahren aus Deutschland, seine Mutter war dunkelhäutig. Friedenreich spielte von 1914 bis 1930 im Nationalteam, bei der ersten WM durfte er 1930 allerdings nicht teilnehmen. Denn Spieler aus Sao Paulo waren wegen Ligen-Streitigkeiten gesperrt. Dennoch gilt er als erster brasilianischer Fußball-Held, auch wegen seiner legendären Körpertäuschungen. Die musste er sich als Nicht-Weißer notgedrungen aneignen...

Die Ränge 21 bis 40:

Wahlberechtigte Redakteure: Peter Altmann, Philipp Bachtik, Jakob Faber, Alexander Karper, Bernhard Kastler, Christoph Kristandl, Matthias Nemetz, Christoph Nister, Harald Prantl, Manuel Preusser, Sebastian Rauch, Peter Rietzler, Fabian Santner, Andreas Terler, Martin Wechtl

Modus der Wahl: Jeder Redakteur hat seine Top 20 gewählt, der Erstplatzierte erhielt jeweils 20 Punkte, der Zweitplatzierte 19, der Drittplatzierte 18, usw.

 

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