"Nach diesem Spiel wissen wir, wo wir stehen"

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Eigentlich ist der Klassiker Niederlande gegen Deutschland ein Prestigeduell.

Nach zahlreichen Absagen verlor das Testspiel zum Jahresabschluss am Mittwochabend aber zunehmend an Glanz.

Auf beiden Seiten blieben Stars aufgrund von Blessuren fern. Mesut Özil oder Miroslav Klose sagten bei Österreichs WM-Qualifikationsgegner ebenso kurz vor der Reise zum Team ab, wie bei den Oranjes Robin van Persie.

Sieg wäre gut für DFB-Seele

Joachim Löw ist ohne die kurzfristig fehlenden Schweinsteiger, Kroos, Boateng, Özil, Klose und Schmelzer sowie die schon länger verletzten Khedira und Badstuber zum Improvisieren gezwungen.

Nach dem verrückten 4:4 gegen Schweden in der WM-Qualifikation würde dem Bundestrainer einen positiver Jahresabschluss in der Amsterdam ArenA entgegen kommen.

Öffentlich infrage stellen mochte die Absagegründe von einer Grippe (Klose) über muskuläre Probleme (Özil) bis hin zu einem unstrittigen Muskelfaserriss im deutschen Lager niemand.

Junge Wilde statt Stars

Trotzdem trüben die Ausfälle die Vorfreude auf die Kraftprobe mit dem Erzrivalen. "Uns ärgert es, weil wir die Spieler nicht hier haben. Man möchte das Jahr immer gerne gut beenden", sagte Teammanager Oliver Bierhoff zur Ausfallliste.

"An November-Spieltag scheiden sich die Geister. Aber das ist nicht das erste Mal, auch die letzten fünf Bundestrainer vor mir hatten diese Diskussionen", meinte Löw.

Der DFB-Coach muss die großen Lücken mit jungen, unerfahrenen Kräften stopfen. Nach Sven Bender (Dortmund) und Sebastian Jung (Frankfurt) nominierte er auch noch Lewis Holtby von Schalke 04 nach.

Van Gaal freut sich

Mario Götze könnte Özils Spielmacherrolle übernehmen, Marco Reus für Klose ins Sturmzentrum rücken. "Einige Spieler können sich in einem solchen Prestigeduell beweisen", erklärte Löw.

Bei den Niederlanden ist die Vorfreude groß. Die Elftal konnte zuletzt im November 2002 gegen den nicht unbedingt beliebten Nachbarn gewinnen.

Deutschland gegen Niederlande: Voller Einsatz gegen den Erzrivalen

Bei den "Three Lions" steht Steven Gerrard als sechster Engländer nach Peter Shilton (125), David Beckham (115), Bobby Moore (108), Bobby Charlton (106) und Billy Wright (105) vor seinem 100. Länderspiel. Trotz Knieproblemen will der Kapitän von Liverpool einlaufen.

Schwedens Teamchef Erik Hamren sah den Test als wichtige Standortbestimmung für einige seiner international noch unerfahreneren Kicker.

"Es ist ein wenig chaotisch bei uns derzeit. Wir müssen einige Verletzungen verkraften und einige im Ausland engagierte Spieler bekommen nicht die nötige Spielpraxis", sagte Hamren.

Bei England steht im Abwesenheit der angeschlagenen Wayne Rooney und Theo Walcott mit Raheem Sterling (Liverpool) ein 17-Jähriger vor seinem Debüt.

Spanien reist in die Ferne

Auf weite Trips haben sich Spanien und Portugal eingelassen. Der Welt- und Europameister ohne die geschonten Xavi, Gerard Pique, Xabi Alonso oder Fernando Torres sieht den Test in Panama als Tribut an die spanischsprachigen Länder.

>>> PANAMA GEGEN SPANIEN AM 14.11. UM 22:30 IM LIVE-STREAM <<<

Portugal begab sich nach Gabun - allerdings ohne Cristiano Ronaldo. Der Star von Real Madrid sagte wegen seiner am Sonntag erlittenen Augenverletzung ab und verpasst damit den Flug nach Libreville.

Fuf eine ungewöhnliche Reise begab sich auch die USA mit Co-Trainer Andreas Herzog. Die Amerikaner treten in Krasnodar gegen Russland an und proben dabei den Ernstfall für die WM-Qualifikation in der CONCACAF-Zone Anfang Februar.

Da wird in Honduras, also im Vergleich zu Südrussland praktisch um die Ecke, gespielt.

Vor einem Jahr setzte es ein 0:3 in Hamburg, bei der EM im Sommer in der Gruppenphase ein 1:2. Unter Louis van Gaal soll nun die Revanche folgen.

"Es ist schon etwas Besonderes, wenn man Spieler zum Gegner hat, die man wie seine Westentasche kennt", sagte der Ex-Coach des FC Bayern - obwohl nach den Absagen mit Philipp Lahm und Thomas Müller nur noch zwei seiner ehemaligen Schützlinge im Kader der Deutschen stehen.

Während der Termin für das Prestigeduell in der deutschen Bundesliga kritisch gesehen wird, ist der nach dem blamablen EM-Aus engagierte Van Gaal rundum glücklich über die Chance, sich mit "den starken Deutschen" zu messen.

Deutschland ist Favorit

"Nach diesem Spiel wissen wir, wo wir stehen", meinte der 61-Jährige, der von 2009 bis März 2011 beim deutschen Rekordmeister tätig war.

Fehlen wird den Niederländern im dritten Duell mit Deutschland innerhalb eines Jahres der verletzte Spielmacher Wesley Sneijder und der am Oberschenkel angeschlagene Goalgetter Van Persie.

Trotz vier Siegen in der WM-Qualifikation schob Van Gaal die Favoritenbürde deshalb den Deutschen zu: "Sie sind als Mannschaft weiter als wir."

Mit Schweden und Irland testen am Mittwoch noch zwei weitere Gegner Österreichs in der WM-Qualifikation. Die Skandinavier weihen ihr neues Nationalstadion in Solna gegen England ein, die Iren empfangen in Dublin Griechenland.

Schweden will nächsten "Riesen" schlagen

Beflügelt vom 4:4 gegen Deutschland will Schweden um Weltstar Zlatan Ibrahimovic der nächsten Fußball-Großmacht die Stirn bieten.

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