Die Deutschen kommen

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Die Deutschen kommen

Die Deutschen kommen

Der halbe Ballermann auf Mallorca muss heuer leer sein, denn die Deutschen machen sich auf nach Brasilien. War Fortaleza zu Beginn der Woche noch von Mexikanern belagert, sind nunmehr die Fans der DFB-Elf die tonangebende Meute.

Das zweite Gruppenspiel gegen Ghana lockt sie an, doch während sich bislang lediglich zwei Ghanaer blicken ließen, kann man sich zu keinem Zeitpunkt mehr umdrehen, ohne einen Deutschen zu erspähen. Aus den zahlreichen Hotels an der Strandpromenade strömen sie, als würden sie dort drinnen geklont werden. Der DFB-Fanklub und die mobile Fan-Botschaft sorgen dafür, dass es den Bundesbürgern auch wirklich an nichts fehlt. Abends kann man mittlerweile an den Tischen getrost Deutsch sprechen, denn nur selten mischt sich ein Anderssprachiger dazwischen.

Man muss den deutschen Fan an sich, mit all den gängigen Klischees – seien sie nun zutreffen oder nicht – nicht mögen. Man kann sich womöglich auch Schöneres vorstellen, als ihn beim Jubeln zuzusehen. Aber die Selbstverständlichkeit, mit der die Deutschen ihre Nationalmannschaft alle zwei Jahre bei den Turnieren begleiten und unterstützen, ist etwas Besonderes.

Natürlich ist dieses Volk durch seine schiere Größe begünstigt und den meisten anderen Fußball-Nationen überlegen. Doch auch im letzten Winkel, in dem gespielt wird, wird man stets auf eine imposante Abordnung treffen. Von jugendlichen Reisenden, die sich durch Hostels und Camping-Plätze schlagen, über Familien, die ihren Sommerurlaub der DFB-Elf widmen, bis hin zu Altherren-Runden, die ihren x-ten WM-Trip absolvieren, ist alles dabei. Dazu gehört auch eine besondere Leidenschaft.

Und sind sie einmal da, wird – um es ganz deutsch zu sagen – geklotzt und nicht gekleckert. Ihr Konsum lässt das Herz jedes Gastronomen und Stadtkassiers höher schlagen. Gastgärten und Strandbars sind mit ihnen gut gefüllt. Wo die Deutschen sind, ist Fußball-Urlaubs-Party-Stimmung garantiert.

Wie das wohl bei unserem österreichischen Nationalteam und seinen Fans wäre? Zu gerne würde man es einmal herausfinden, hoffentlich schon 2016 in Frankreich. Für die Deutschen gehört es mittlerweile jedenfalls zum guten Ton, ihr Land bestmöglich und in breiter Masse zu unterstützen. Sie mögen unter den restlichen Fans nicht die beliebtesten sein, jeder Spielort wird eine Partie der DFB-Elf aber immer mit Handkuss annehmen.

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