Eigentlich fehlen einem die Worte zu dem Auftritt der brasilianischen Nationalmannschaft gegen Deutschland.

1:7 im Halbfinale der Heim-WM – kaum ein Begriff wird dem Ausmaß dieses Debakels gerecht. Das blutleere Spiel der Selecao trieb den brasilianischen Fans Tränen in die Augen und Entsetzen ins Gesicht.

Kaum einer vermochte zu verstehen, wie sich der die Gastgeber vom frühen Rückstand völlig aus der Bahn werfen lassen konnte und sich innerhalb weniger Minuten kampflos ihrem traurigen Schicksal ergab.

Ideen in der Offensive fehlten ohne den verletzten Neymar, ohne den gesperrten Kapitän Thiago Silva fehlte einer indiskutablen Defensive die nötige Ruhe, soweit so schlecht.

Die Frage, warum keiner der anderen Spieler auch nur ansatzweise in der Lage war, die Übersicht zu behalten und den Deutschen mit einem taktischen Foul oder ähnlichem Paroli zu bieten und damit ihren Spiel- und Torfluss zu stören, muss aber erlaubt sein. Ob es dem einen oder anderen schlicht an der Qualität oder auch am Charakter mangelt, sei dahingestellt.

Fakt ist, am Ende steht die höchste Niederlage der Verbandshistorie zu Buche und das ausgerechnet beim Heimturnier. Ein Trauma, das selbst jenes von der WM 1950 übertrifft, als die Selecao im Maracana überraschend das Finale gegen Uruguay verlor.

„Maracanazo“, wie die bis gestern bitterste Niederlage Brasiliens genannt wird, ist Vergangenheit und „nichts im Vergleich zu dieser historischen Schande“ schreibt die Sporttageszeitung Lance auf ihrer Website.

Die „Schande aller Schanden“ titelt Globoesporte und auch der Name für das Debakel war schnell gefunden: Nach dem Estadio Mineirao, in dem sich das Schock-Spiel zutrug, wird man bis in alle Ewigkeit vom „Mineirazo“ sprechen.

Oder zumindest so lange, bis sich eine brasilianische Auswahl noch katastrophaler bis auf die Knochen blamiert.

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