Superstars im Duell - Messi vs. Neymar

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21-facher spanischer Meister gegen den achtfachen Champion Brasiliens.

Champions-League-Sieger gegen Copa-Libertadores-Gewinner.

Katalanisches Star-Ensemble gegen Peles Erben.

Vor dem Finale der FIFA Klub-WM könnte man viele Vergleiche zwischen dem FC Barcelona und FC Santos ziehen.

Der mit der größten Spannung erwartete ist allerdings jener zwischen den beiden Top-Spielern. Zum ersten Mal kommt es zum direkten Aufeinandertreffen von Lionel Messi und Neymar.

Jagd auf das Juwel von Sao Paulo

Abseits des Rummels um den argentinischen „Floh“ beschäftigte kaum ein Spieler die Fußball-Medien in Europa in den letzten Monaten so sehr wie Neymar da Silva Santos Junior.

Der 19-Jährige gilt als das größte Talent Brasiliens, wenn nicht weltweit, und verzückt mit seinen Tempodribblings, seiner ausgefeilten Technik und Traumtoren am Fließband die Fans in Südamerika.

Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis man auch in Europa in den Genuss des Ausnahme-Fußballers kommt. Ein Großteil der europäischen Spitzen-Klubs hat seine Fühler bereits ausgestreckt.

Dass sich unter den üblichen Interessenten wie Chelsea, Manchester City oder Real Madrid auch der FC Barcelona befindet, macht die Sache vor dem Finalspiel am Sonntag (11:30 Uhr) umso interessanter.

Seit Wochen überschlagen sich die Sport-Gazetten mit Interview-Fragmenten, in denen Freunde oder Experten Neymar einen Wechsel in die katalanische Hauptstadt vorschlagen.

„Er sollte zu Barca gehen“

„Ich habe eine Schwäche für ihn. Ich bin sein Freund und es würde mir gefallen, ihn an meiner Seite zu haben. Wenn es nach mir ginge, wäre er schon bei Barca“, bricht Dani Alves offen eine Lanze für seinen Kollegen aus der „Selecao“.

Mit Robinho ergreift ein weiterer Kamerad aus der brasilianischen Nationalmannschaft trotz seiner Vergangenheit bei Real Madrid Partei für die Katalanen: „Er sollte zweifellos zu Barcelona gehen. Ihre Art Fußball zu spielen, würde besser zu ihm passen und es gibt dort keine Eitelkeiten unter den Spielern.“

Gerade letzter Punkt scheint entscheidend. So befürchten viele, dass der extrovertierte Offensiv-Spieler nicht ins Barca-Mannschaftsgefüge passe.

Seine Auftritte auf und abseits des Platzes stehen im Kontrast zur nach außen getragenen Bescheidenheit, die sich der katalanische Traditionsverein auf seine Fahnen geheftet hat.

Madrid muss warten

Nicht nur deshalb schien Real Madrid lange in „Pole Position“ für die Verpflichtung des Jung-Stars zu stehen. Zuletzt äußerte sich Santos-Präsident Luis Alvaro de Oliveira in der „Marca“ jedoch sehr negativ über die „Königlichen“: „Sie haben eine bedauerliche und arrogante Art und verhalten sich wie Kolonialherren.“

Auch angebliche Aussagen von Trainer Jose Mourinho, er würde Neymar zunächst einmal die Haare schneiden, deuten darauf hin, dass das Tischtuch zwischen den beiden Parteien zerschnitten ist.

Des einen Leid, des anderen Freud. Somit dürfte der amtierende Champions-League-Sieger augenblicklich die besseren Karten haben. Erst recht, angesichts der Tatsache, dass sich De Olivera und Barca-Präsident Sandro Rosell im Rahmen der Klub-WM direkt austauschen werden.

Eine kolportierte Absprache zwischen den beiden Vereinen existiere aber nicht. „Es gibt weder eine Übereinkunft, noch einen Vorvertrag zwischen Santos und Barcelona.“

Der Beste der Welt?

Neymar selbst gibt sich in der Causa bislang zugeknöpft. Details über eine Präferenz seinerseits waren dem Umschwärmten bislang nicht zu entlocken.

Beantwortet hat er dafür die Frage nach dem besten Fußballer:“ Messi ist der beste Spieler der Welt. Ich bin nicht hierhergekommen, um irgendjemandem etwas zu beweisen.“

Das brasilianische Juwel versucht sich den ständigen Vergleichen zu entziehen und sieht sich nicht auf dem Level des Weltfußballers des Jahres, anders etwa als sein ideologischer Ziehvater.

„Neymar ist stärker als Messi und Santos ist besser als Barcelona. Das hab ich immer gesagt. Im Moment ist Neymar der beste Fußballer der Welt, weil er mit rechts und links schießen kann und im Abschluss unglaublich effektiv ist“, urteilt Edson Arantes do Nascimento, kurz Pele.

Auf den Spuren Peles

Der dreifache Weltmeister ist der prominenteste Fürsprecher seines legitimen Nachfolgers, ist aufgrund seiner persönlichen „Befangenheit“ aber auch dazu verpflichtet.

Einem Spieler des ewigen Rivalen den Titel „bester Fußballer“ zuzustehen, widerstrebt einem stolzen Brasilianer. In Peles Fall umso mehr, da die Alternative aus dem eigenen Land und darüber hinaus von dessen Heimatverein stammt.

1962 und 1963 konnte der Klub aus Sao Paulo im damaligen Weltpokal triumphieren. Garant des damaligen Erfolges war, wie sollte es anders sein, Pele.

Knapp 50 Jahre später kann der 1912 gegründete Verein erneut in die Annalen des Fußballsports eingehen.

Möglich machen soll dies in erster Linie Neymar. Dazu muss er sein Team „nur“ zum Sieg gegen Barca schießen.

Und obendrein Messi alt aussehen lassen.

 

Christian Eberle

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