Zehn Dinge über... David Luiz

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Es gibt wohl keinen Spieler, für den das Finale der Europa League emotionaler ist.

Vier Jahre lang spielte David Luiz bei Benfica Lissabon, ehe er zum FC Chelsea wechselte.

Mit den Londonern trifft der 26-Jährige nun auf seinen ersten Klub in Europa.

LAOLA1 weiß zehn Dinge über den Brasilianer:

  • Sein Vater Ladislao war für kurze Zeit Profi-Kicker. Er war ein Spielmacher-Talent bei Atletico Mineiro. „Aber im Alter von 20 Jahren musste er aufhören, weil er nicht genug Geld verdiente“, erzählt sein Sohn. Wie seine Frau Regina Marinho arbeitete er fortan als Lehrer. „Ich war ein glückliches Kind, obwohl wir sehr arm waren“, erinnert sich David Luiz.
  • Als der Brasilianer neun Jahre alt war, spielte er erstmals bei einem Verein – dem FC Sao Paulo. Fünf Jahre später musste er wieder gehen. „Sie haben mir gesagt, dass ich nicht genug wachsen würde“, erzählt er. Schwer zu glauben, angesichts der nunmehrigen Körpergröße von 1,89 Meter und des Gewichts von 84 Kilogramm. „Ich war wirklich sehr dünn und klein“, lacht er.
  • Lange Zeit sah es nicht danach aus, als ob der Lockenkopf Innenverteidiger werden würde. „Ich habe eigentlich im linken Mittelfeld angefangen“, berichtet er. Beim Esporte Clube Vitoria, wo er zum Profi wurde, war er zunächst im defensiven Mittelfeld aktiv. Doch seine Leistungen auf dieser Position waren alles andere als begeisternd, der Klub erwog, ihn wieder loszuwerden. „Als ich 16 oder 17 war, brauchte der Verein aber einen Mann in der Innenverteidigung“, so Luiz. Nach wenigen Wochen schien klar, dass er in der zentralen Defensive am besten aufgehoben ist.
  • Aufgrund seiner Frisur wird der Südamerikaner gerne mit der Simpsons-Figur Tingeltangel-Bob verglichen. „Ich habe mir meine Haare in Portugal wachsen lassen und dann entschlossen, sie so zu lassen“, sagt er. Dass seine Lockenpracht nicht ewig währt, ist ihm klar: „Eines Tages werden sie mir ausfallen. Ich weiß, dass es so sein wird. Mein Vater hat auch eine Glatze gekriegt. Solange ich noch Haare habe, will ich das Beste daraus machen“, so der Abwehrspieler.

  • Im Jänner 2007 wechselte David Luiz Moreira Marinho, wie er mit vollem Namen heißt, zu Benfica. Die Portugiesen holten ihn als Ersatzmann für Ricardo Rocha, der für rund fünf Millionen Euro an Tottenham verkauft worden war. Der Portugiese fand sich in London aber überhaupt nicht zurecht und musste die White Hart Lane nach eineinhalb Jahren wieder verlassen. Ein halbjähriges Engagement bei Standard Lüttich später, verpflichtete Portsmouth den nunmehr 34-Jährigen im Februar 2010 – dort spielt er seither.
  • Anfang 2008 brach sich der Verteidiger den Mittelfuß und musste zehn Monate lang pausieren. „In dieser schweren Zeit bin ich psychisch gewachsen. Gott hat mir geholfen“, sagt Luiz. Wie viele seiner Landsleute ist der Brasilianer ein strenggläubiger Katholik. „Mein Glaube gibt mir das Vertrauen, dass ich mich als Spieler verbessern kann. Er gibt mir Stärke und Inspiration“, erklärt er.
  • Seit dem 10. August 2010 ist David Luiz auch Nationalteamspieler. Im Freundschaftsspiel gegen die USA (2:0) setzte der damalige Neo-Teamchef Mano Menezes den Abwehrspieler zum ersten Mal ein. Seither ist er nicht mehr aus der „Selecao“ wegzudenken, hat insgesamt 20 Spiele für den Rekord-Weltmeister gemacht. Am 7. September 2012 durfte er das Nationalteam beim 1:0 gegen Südafrika zum ersten Mal als Kapitän aufs Feld führen.
  • Zwischen 25 und 30 Millionen Euro soll Chelsea im Jänner 2011 für die Dienste ihrer aktuellen Nummer vier bezahlt haben. Zudem kam im Gegenzug Nemanja Matic zu den Portugiesen. 25 Prozent der Ablöse gingen an den „Benfica Stars Fund“, einen Investmentfonds, der sich Ende September 2009 einen Teil der Transferrechte gesichert hatte. Dieser Fonds verdiente auch bei den Transfers von Angel di Maria, Javi Garcia und Fabio Coentrao mit.
  • Weil seine Chelsea-Kollegen Oscar und Ramires der englischen Sprache noch nicht so richtig mächtig sind, spielt ihr Landsmann oft den Übersetzer. „Ich bin aber nicht ihr Anführer. Die beiden sind einfach schüchterner als ich.“ Weil es auf der „Insel“ an den Weihnachts-Feiertagen bekanntlich keine Spielpause gibt, haben sich die drei Brasilianer zusammengetan. „Zu Weihnachten haben wir bei mir in der Wohnung gefeiert und zu Silvester waren wir bei Ramires. Wir sind wie eine kleine Familie“, berichtet der Verteidiger.
  • Im April 2012 zog sich Gary Neville den Unmut des Brasilianers zu. Der TV-Experte meinte, der Chelsea-Profi würde spielen, als ob ihn ein Zehnjähriger auf der PlayStation steuern würde. „Ich weiß, dass er in der Vergangenheit ein guter Spieler war, aber manchmal sollte er etwas Respekt haben“, so der erste Kommentar des Gescholtenen. Wenig später nahm er die Sache schon gelassener. Als er vor dem Champions-League-Finale auf seinen Gegenspieler Mario Gomez angesprochen wurde, sagte er: „Ja, ich habe schon gegen ihn gespielt. Aber nur auf der PlayStation.“

 


Harald Prantl

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