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Ried vor schwerer EC-Aufgabe

Die SV Ried freut sich auf den bisherigen internationalen Höhepunkt der fast hundertjährigen Club-Geschichte.

Am Donnerstag (21.05 Uhr) gastiert der zweifache Europacup-Sieger PSV Eindhoven zum Play-off-Hinspiel der Europa League in Oberösterreich.

Trainer Paul Gludovatz ist gespannt, welches Gesicht sein junges, noch sehr wankelmütiges Team diesmal zeigen wird.

Europa League Erfolg,  in der Bundesliga jedoch Schlusslicht

In der Europa League haben die Rieder mit dem packenden Aufstieg gegen Bröndby Kopenhagen für Schlagzeilen gesorgt, in der heimischen Bundesliga rutschte man mit dem 1:3 am Sonntag daheim gegen Titelfavorit Salzburg auf den letzten Tabellenplatz ab.

"Wir dürfen uns vom Aufstieg gegen Bröndby nicht täuschen lassen. Wir Trainer sind so gescheit und wissen das. Die Mannschaft ist gerade dabei, es zu lernen", meinte Gludovatz.

Probleme in der Defensive

Denn sehr starke und extreme schwache Phasen stehen derzeit genauso wie unerklärliche Tormann- und Defensiv-Patzer auf der Tagesordnung beim ÖFB-Cupsieger. Der Ausfall des im Kopf operierten Routiniers Oliver Glasner hat der Ried-Defensive eine wichtige Konstante genommen, mit Thomas Reifeltshammer, Jan-Marc Riegler und Maximilian Karner ist nun ein jugendliches, unroutiniertes Trio am Werk.

Gludovatz baut auf junge Spieler

Ried will dennoch nicht nachrüsten. "Ich stärke den jungen Spielern den Rücken, das ist unsere Philosophie. Gegen Eindhoven werden wir aber geballte Defensivkraft benötigen", stellte Gludovatz klar. Zum Lernprozess seines Teams gehört für Gludovatz auch, dass die richtigen Lehren aus dem 1:3 gegen Salzburg gezogen werden. "Ich gehe davon aus, dass meine Spieler sehr viel aus diesem Spiel gelernt haben".

Auch für den Burgenländer sind die Duelle mit dem 21-fachen niederländischen Meister eine spezielle Herausforderung. "Das passiert ja nicht alle Tage, dass man mit Ried im Europacup gegen einen Club wie Eindhoven spielt. Etwas seltenes ist immer auch etwas besonderes", weiß Gludovatz. Dass Gegner Eindhoven noch nicht in Hochform agiert, will Gludovatz gar nicht kommentieren.

SV Ried - PSV Eindhoven

Ried, 21.05 Uhr, SR Rasmussen/DEN

Ried: Gebauer - Karner, Reifeltshammer, Riegler - Hinum, Mader, Hadzic - Lexa, Carril, Royer - Guillem
Ersatz: Schober - Zulj, Nacho, Hammerer, Gabriel, Grasegger, Schreiner, Ziegl, Casanova
Es fehlen: Glasner (nach Kopf-OP), Basala-Mazana (krank)

Eindhoven: Isaksson - Manolev, Marcelo, Bouma, Pieters/Tamata - Strootman, Wijnaldum, Ojo - Lens, Toivonen, Mertens
Ersatz: Cassio - Zeefuik, Bakkal, Labyad, Rabiu, Tamata, Verkoelen

Rückspiel am 25. August um 18.45 Uhr in Eindhoven - Der Aufsteiger steht in der Gruppenphase der Europa League

Beidbeinige Leonardos kommen nach Ried

"Eindhoven hat vier Leonardos, nur bessere, denn sie sind beidbeinig", meinte Gludovatz in Anspielung auf Salzburg-Stürmer Leonardo, der am Sonntag mit Abstand bester Akteur in Ried war.

"Der niederländische Fußball ist bekannt für seine hervorragende Spielkultur. Aber wir werden uns gut verkaufen", versprach Gludovatz.

"Außenseiter-Chance am Schopf packen"

Manager Stefan Reiter blickt einem denkwürdigen Tag in der Club-Geschichte entgegen: "Für mich zählt Eindhoven zu den 15 besten Club-Mannschaften Europas.

Es ist eine Auszeichnung, gegen diese Weltklasse-Mannschaft spielen zu dürfen." Bei allem Respekt und aller Vorfreude wollen die Innviertler vor allem ihre Außenseiterchance am Schopf packen. Und das am besten mit einem Heimsieg.

"Wir werden versuchen, zu Hause zu gewinnen und somit eine kleine Chance auf die Sensation zu wahren. Die Reise nach Eindhoven soll für uns nicht nur eine Ausflugsfahrt werden", so Reiter.

Auch Mittelfeldspieler Daniel Royer hat eine Überraschung im Sinn: "Wenn man so knapp vor der Gruppenphase steht, dann will man auch hin."

Ratschlag von Bullen-Trainer-Moniz

Von Ricardo Moniz, dem niederländischen Trainer von Salzburg, erhielten die Rieder aufmunternde Worte.

"Wie der gesamte niederländische Fußball hat auch Eindhoven nicht mehr die Offensivkraft von früher. Das kann durchaus ein Vorteil für Ried sein. Ich gebe Ried eine gute Chance, die nächste Sensation zu liefern. Wichtig wird sein, kompakt zu stehen."

Co-Trainer Gerhard Schweitzer analysiert

Der größte PSV-Experte im Lager der Rieder ist Co-Trainer Gerhard Schweitzer, der Eindhoven zweimal live beobachtet hat.

Schweitzer bekam gegen Alkmaar (1:3) und Waalwijk (1:0) ein "typisch holländisches 4-3-3-System" präsentiert und sieht den wunden Punkt des Favoriten in der Defensive.

"PSV ist eine Mannschaft mit unheimlich guten Individualisten. Sie sind im technischen Bereich besser als Bröndby. In der Abwehr ist PSV aber nicht besser als Bröndby, da können wir ansetzen und sie erwischen."

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