Ried will gegen Legia Warschau die Null halten

Aufmacherbild

Mit einer gehörigen Portion Respekt und dennoch optimistisch geht Ried am Donnerstag (19.00 Uhr im LIVE-Ticker) vor eigenem Publikum ins Europa-League-Duell mit Legia Warschau.

"Legia ist ein großer Name im europäischen Fußball, sie sind natürlich klar über uns zu stellen", betonte Ried-Trainer Heinz Fuchsbichler vor dem Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde.

Gegen den achtfachen polnischen Meister und aktuellen Cupsieger vertraut er freilich der eigenen Stärke: "Wenn wir so spielen wie in den Begegnungen vor dem Rückspiel gegen Soligorsk, dann hat man im Fußball immer eine Chance."

Verbesserung nötig

Dafür muss Ried aber einiges besser machen als in den jüngsten zwei Partien.

Beim Heimspiel (0:0) gegen Soligorsk am Donnerstag vergangener Woche enttäuschte man spielerisch, bei der 0:2-Heimniederlage gegen Bundesligaaufsteiger WAC stellte man sich am Sonntag mit zahlreichen vergebenen Chancen selbst ein Bein.

"Wir sind der Underdog, sowohl personell als auch das Budget betreffend. Da gibt es nichts zu diskutieren", stellte Fuchsbichler klar.

Warschau beobachtet

Co-Trainer Gerhard Schweitzer beobachtete den Kontrahenten im Rückspiel der 2. Qualifikationsrunde gegen den lettischen Club Liepajas Metalurgs, das die Polen mit 5:1 gewannen.

Das 0:1 im Test gegen Borussia Dortmund am Sonntag studierte der Coach auf Video. "Das war schon beeindruckend. Sie haben einige Nationalspieler und sehr gute Junge", meinte Fuchsbichler gerade im Hinblick auf polnische U21-Teamkicker wie Michal Zyro, Jakub Kosecki oder Michal Kucharczyk, die auf den Flügeln für viel Druck sorgen können.

Prominente Ex-Teamspieler

Insgesamt stehen sechs A-Teamakteure im Kader von Trainer Jan Urban, bekannteste Namen sind Polens inzwischen aus der Auswahl zurückgetretener Rekordnationalspieler Michal Zewlakow in der Verteidigung sowie der ehemalige polnische Teamspieler Marek Saganowski im Sturm.

Mit dem Serben Danijel Ljuboja, der in Hamburg und Stuttgart auch Erfahrung in der deutschen Bundesliga sammelte, hat Urban zudem eine routinierte Alternative im Angriff.

"Wir müssen mit unseren Tugenden dagegenhalten, müssen aggressiv sein, ihnen nicht viele Räume lassen und müssen enorme Laufbereitschaft zeigen", forderte Fuchsbichler, der ergebnismäßig vor allem einen Wunsch hat: "Wir dürfen kein Gegentor bekommen, dann haben wir alle Möglichkeiten."

Für den Neo-Trainer ist die Partie persönlich "keine besondere", vielmehr handle es sich um eine interessante Standortbestimmung für das Kollektiv. "Wir werden sehen, ober wir schon so weit sind, so einen Gegner zu fordern."

Feiert Gartler Comeback?

Nach der Sturmflaute gegen den WAC ("Die vergebene erste Chance hat an Guillems Selbstvertrauen genagt") hofften die Rieder auf die Rückkehr von Rene Gartler, dem Doppeltorschützen beim BL-Auftakt gegen die Admira.

Doch der Ex-Rapidler ist nach seiner Muskelblessur noch nicht völlig fit, zumindest auf der Bank wird der Wiener aber Platz nehmen.

Für Manager Stefan Reiter ist Ried "zwar der krasse Außenseiter, aber wir werden natürlich alles daran setzen, eine Sensation zu schaffen. Wir haben ein Jahr darauf hingearbeitet, um international spielen zu können. Entsprechend positiv wollen wir uns präsentieren."

Sensationeller Aufstieg gegen Bröndby

Im Vorjahr sorgte Ried immerhin für Achtungserfolge, schaltete in der 3. Quali-Runde Bröndby aus und scheiterte im Play-off nach einem 0:0 zu Hause mit einem 0:5 erst auswärts am übermächtigen PSV Eindhoven.

Während Ried am Donnerstag seinen erst 19. Europacupauftritt absolviert, ist die Auswärtsfahrt für Legia in seiner 31. internationalen Saison quasi Routine.

Im Gegensatz zu den Innviertlern haben die Polen aber erst die beiden Europa-League-Qualipartien gegen Liepajas Metalurgs (2:2/auswärts, 5:1/heim) in den Beinen. Die Liga, die man in der abgelaufenen Saison als Dritter beendete, startet am 18. August.

Keine Angst vor Problemen

In puncto Sicherheit ist Ried jedenfalls vorbereitet. 750 Legia-Fans werden erwartet, die bisher beste Heimkulisse im Europacup scheint damit garantiert.

Angst vor Problemen mit dem in der Vergangenheit negativ aufgefallenen Warschauer Anhang hat man keine. Die Gäste könnten sich Auffälligkeiten auch gar nicht leisten.

2007 war Legia nach Ausschreitungen bei Vetra Vilnius von der UEFA für zwei Jahre im Europacup gesperrt worden, später wurde die Strafe auf fünf Jahre bedingt umgewandelt.

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen