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Ried muss gegen anstürmende Legia-Elf cool bleiben

Die SV Ried peilt in Warschau die nächste Überraschung auf europäischer Bühne an.

Nach einem 2:1-Heimerfolg gegen Legia im Hinspiel steht das Tor zum Aufstieg in die vierte Qualifikationsrunde der Europa League offen.

Im Rückspiel am Donnerstag (19.00 Uhr im LIVE-Ticker) in der Pepsi Arena wollen die Innviertler gegen anstürmende Polen kühlen Kopf bewahren.

Vorjahres-Sensation gegen Bröndby

Im Vorjahr eliminierten die im Europacup ungesetzten Rieder Bröndby Kopenhagen in der dritten Quali-Runde - nach einem 2:0 zu Hause trotz eines zwischenzeitlichen 0:4-Rückstands im Rückspiel.

Die damals gezeigte Nervenstärke wollen die am Mittwoch via Charter aus Linz aufgebrochenen "Wikinger" auch in Warschau beweisen. Die in der Meisterschaft oft bewährte Kontertaktik soll Polens Traditionsclub verzweifeln lassen.

"Es ist ein wenig leichter, wenn der Gegner auf Offensive schalten muss. Das ist ein kleiner Vorteil. Aber Legia wird sicher alles unternehmen, um die nötigen Tore zu schießen", skizzierte Rieds Trainer Heinz Fuchsbichler seine Erwartungshaltung vor der Partie.

Legia zuhause stark

Der Druck liege sicher beim Gegner. Dieser habe aber bereits unter Beweis gestellt, vor heimischer Kulisse weitaus zwingender agieren zu können als auswärts.

In der zweiten Qualifikationsrunde ging der lettische Vertreter Metalurgs Liepajas in Warschau beispielsweise 1:5 unter.

"Legia verlässt sich sehr auf seine Heimstärke. Wir können uns einstellen, dass da noch einiges kommen wird", vermutete Fuchsbichler.

Beide Teams in Form

Die Generalproben erledigten beide Mannschaften erfolgreich. Während Ried in der Bundesliga gegen Wacker 2:0 siegte, setzte sich das Team von Trainer Jan Urban im polnischen Cup gegen Zweitligist Okocimski KS Brzesko 4:0 durch.

Sorgen machen Ried auch die bekanntlich heißblütigen polnischen Fans nicht.

Zwar wird die 30.000 Zuschauer fassende Arena nicht ausverkauft sein, bis Mittwoch waren dennoch knapp 10.000 Karten verkauft.

Motivationsschub statt Angst

"Die Mannschaft weiß schon mit so einer Stimmung umzugehen. Diese Kulisse muss ein Motivationsschub sein", sagte Fuchsbichler.

Mittelfeldmann Anel Hadzic will gar als Party-Schreck auftreten: "Leicht wird es sicher nicht, wir sind noch immer der Außenseiter. Aber wir wollen 30.000 die Party vermiesen und so feiern wie gegen Bröndby."

Keine Personal-Sorgen

Personell kann Ried aus dem Vollen schöpfen. Hinspiel-Torschütze Rene Gartler dürfte als Solospitze erneut den Vorzug vor dem Spanier Guillem erhalten.

Mit im Flieger saßen auch der in den vergangenen Wochen nicht fitte Clemens Walch sowie die rekonvaleszenten Markus Hammerer und Wolfgang Schober; die "Rieder Familie" wird groß geschrieben.

Fuchsbichler will sogar eine Europacup-Euphorie geortet haben: "Man spürt einfach die Vorfreude. Man hat schon beim Training gemerkt, dass das Kribbeln da ist."

Mögliche Aufstellungen:

Legia: Kuciak - Jedrzejczyk, Zewlakow, Astiz, Rzezniczak - Vrdoljak - Kucharczyk, Radovic/Lukasik, Gol, Zyro - Saganowski

Ersatz: Skaba - Kielbowicz, Suler, Zurek, Furman, Kosecki, Ljuboja

Es fehlt: Wawrzyniak (gesperrt), Wolski (verletzt)

Fraglich: Radovic (Knieblessur)

Ried: Gebauer - Hinum, Reifeltshammer, Riegler, Schicker - Ziegl,
Hadzic - Nacho, Reiter, Meilinger - Gartler

Ersatz: Lucic - Rensch, Schreiner, Grössinger, Walch, Zulj, Carril,
Guillem

Es fehlen: Hammerer, Karner (rekonvaleszent), Schober (nach
Blinddarm-OP)

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