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Kühbauer lässt seine Stürmer rotieren

Die Admira sieht sich momentan mit einem Umstand konfrontiert, den man in der Südstadt lange nicht mehr kannte. Die Rede ist von mehreren englischen Wochen in Folge.

Das Hinspiel in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation am Donnerstagabend gegen Sparta Prag ist bereits das sechste Pflichtspiel innerhalb von 20 Tagen für die Mannschaft von Didi Kühbauer.

Vier gleichwertige Stürmer

Naturgemäß setzen Trainer in solchen Belastungsphasen auf Rotation, auch Kühbauer macht da keine Ausnahme. Da ihm aber in der Abwehr und im Mittelfeld die Alternativen fehlen, wechselt er vor allem im Sturm beinahe jedes Mal die Formationen.

Während er in der Liga auf sein nominelles Einser-Duo Philipp Hosiner/Benjamin Sulimani setzte, ließ er in den weiteren drei Partien jedes Mal eine andere Sturmpaarung auflaufen.

Denn neben Hosiner und Sulimani stehen ihm mit Issiaka Ouedraogo und Stefan Schwab zwei weitere gleichwertige Angreifer zur Verfügung.

Defensivarbeit von allen gefordert

Aber Kühbauer tauscht seine Angreifer nicht nur zwischen den Spielen aus, kaum einer der Torjäger durfte bis jetzt durchspielen. Oder besser gesagt „konnte“, denn der Coach verlangt von seinen Stürmern sehr viel Lauf– und Defensivarbeit, um das im Dauereinsatz befindliche Mittelfeld zu entlasten.

Bis jetzt ging diese Taktik recht gut auf, vor allem beim 5:1-Heimerfolg über Zalgiris Vilnius wusste die Admira zu überzeugen. Mit Sparta Prag wartet jedoch ein anderes Kaliber auf die Südstädter.

„Prag ist ein weitaus stärkerer Gegner als die Litauer. Wir brauchen zwei sehr, sehr gute Leistungen, um in die nächste Runde aufzusteigen. Sie verfügen über einige technisch starke Nationalspieler, die den entscheidenden Pass spielen können und haben mit Kweuke einen Stürmer, der das entscheidende Tor machen kann“, weiß Kühbauer um die Stärken des Gegners.

„Prag ist natürlich Favorit“

Überhaupt scheint es keine Geheimnisse zwischen den beiden Kontrahenten zu geben. „Im heutigen Fußball weiß jeder Gegner über den anderen Bescheid“, ist sich der Trainer sicher, weshalb er vermutet, dass die Tschechen durch den starken Auftritt der Admira gegen Zalgiris „gewarnt sind“.

Trotzdem sieht er seine Mannschaft als klaren Außenseiter. „Sie sind natürlich Favorit“, ist sich der Coach bewusst. Er erwartet Sparta allerdings nicht allzu offensiv, sondern, dass Prag auf Konter lauern wird, weswegen er auch gleich die Marschroute für das Match bekannt gibt: „ Wir werden versuchen, hinten gut zu stehen, um kein unnötiges Tor zu bekommen.“

Denn in der Defensive haben die Tschechen dem Vernehmen nach Schwächen bei den Admiranern ausgemacht. Ein Umstand, der Kühbauer bekannt ist.

„Unser Spiel ist die Offensive und wenn man nach vorne spielt, dann eröffnet das dem Gegner natürlich Möglichkeiten. Das bedeutet allerdings nicht, dass unsere Defensive schwach ist“, versichert Kühbauer.

Normales Training nicht möglich

Allerdings räumt er ein, dass aufgrund der Doppelbelastung der letzten Wochen an ein normales Training nicht zu denken war: „Wir wollen uns natürlich in der Defensive verbessern, aber wenn man immer diesen Donnerstag-Sonntag-Rhythmus hat, ist es schwer, anständiges Training mit den Spielern zu machen. Du kannst was anreißen, aber mehr ist nicht drin, da man die Zeit für die Regeneration benötigt.“

Durch die ungewohnte Trainings-Situation legt sich der Ex-Teamspieler auch schon früher als gewohnt auf seine Startformation fest:

„Ich bin normalerweise keiner, der schon am Wochenbeginn über die Aufstellung entscheidet. Diesmal habe ich die meisten Positionen aber schon klar im Kopf, denn bei den jetzigen Trainings geht’s mir fast nur noch um die Fitness, um die Frische der Spieler.“

Wer von Beginn an stürmen wird, verrät Kühbauer allerdings noch nicht.

 

Fabian Santner

 

Europa-League-Qualifikation, 3. Runde, Hinspiel: FC Admira Wacker Mödling - Sparta Prag

(Maria Enzersdorf, 21.05 Uhr, SR Martin Hansson/SWE).

 

Admira: Tischler - Plassnegger, Windbichler, Drescher, Weber - Sabitzer, Mevoungou, Schachner, Jezek - Hosiner/Schwab, Ouedraogo

Ersatz: Leitner - Schrott, Pöllhuber, Thürauer, Seebacher, Schick, B. Sulimani

Es fehlen: Auer, Palla, D. Toth (alle verletzt)

Prag: Vaclik - Gil, Svejdik, Jarosik, Pamic - Kaderabek, Grajciar, Holek, Husbauer, Krejci - Kweuke

Ersatz: Cech - Vidlicka, Zapotocny, Skalak, Balaj, Rada, Hybs, Matejovsky, Kadlec

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