Ried schafft das Wunder von Kopenhagen

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Cupsieger SV Ried hat sich am Donnerstagabend in einem dramatischen Spiel für das Playoff zur Europa League qualifiziert.

Die Oberösterreicher verloren nach dem 2:0-Heimsieg das Rückspiel zur dritten Qualifikationsrunde beim dänischen Spitzenclub Bröndby IF zwar verdient 2:4 (0:2), schafften aber bei einem Gesamtscore von 4:4 aufgrund der Auswärtstorregel den Aufstieg.

Nach Toren von Jan Kristiansen (39.), Michael Krohn-Dehli (45./Foulelfer) und Osarna Akharraz (53., 55.) sah Bröndby schon wie der sichere Aufsteiger aus, doch dank Treffern von Daniel Royer (71.) und Anel Hadzic (88.) durften am Ende doch noch die Innviertler jubeln.

Glasner gibt w.o.

Den ersten Schock hatte das Team von Paul Gludovatz schon vor dem Anpfiff zu verkraften gehabt, denn Kapitän Oliver Glasner leidet noch immer an den Folgen seiner am Sonntag im Bundesliga-Match in Wien gegen Rapid erlittenen Gehirnerschütterung.

Zwar hatte der 36-Jährige am Vormittag einen Fitnesstest mit zahlreichen Kopfbällen absolviert, klagte aber nach dem Mittagessen über Schwindelgefühle sowie Orientierungsschwierigkeiten und musste vor dem Spiel ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Ärzte entschieden, dass Glasner zwecks weiterer Beobachtung auch die Nacht im Krankenhaus verbringen musste.

Unsicherheiten bei Gebauer

Bröndby startete enorm druckvoll, wie 84 Prozent Ballbesitz in den ersten zehn Minuten beweisen. Doch verstanden es die Dänen zunächst nicht, diese Dominanz in Tore umzumünzen.

Nach einer Unsicherheit von Ried-Goalie Gebauer schoss Akharraz (1.) ebenso drüber wie Kristiansen aus 18 Metern (4.).

Bei der zweiten Weitschuss-Chance von Kristiansen zeigte Gebauer, der im Hinspiel mit zahlreichen Glanzparaden noch der Matchwinner gewesen war, erneut eine Schwäche, als er den Ball zwischen seine Beine durchkullern ließ, aber gerade noch vor der Linie zu fassen bekam (8.).

Schock vor der Pause

Nach rund einer Viertelstunde ließ dieser Anfangsdruck spürbar nach, zudem stand die "Betonabwehr" der Oberösterreicher sicher. Just in der Phase, in der Ried mutiger wurde, gingen die Dänen in Führung:

Bei einem Gewaltschuss aus 25 Metern von Kristiansen unterlief Gebauer der nächste Patzer, als er den Ball beim Fangversuch mit dem linken Oberarm ins eigene Tor lenkte (39.). Nach diesem Tor witterte Bröndby seine Chance.

Zunächst scheiterte Kristiansen noch an Gebauer (43./Fußabwehr), doch nach einem Foul von Karner an McGrath im Strafraum (44.), entschied der deutsche Referee Thorsten Kinhöfer auf Elfer, den Krohn-Dehli sicher verwertete (45.).

"Mausetote Wikinger"

Die Dänen machten auch nach dem Wechsel weiter Druck und jubelten nach einem Doppelschlag von Akharraz bereits über die vermeintliche Vorentscheidung.

Der 20-Jährige stoppte sich zunächst einen weiten Pass vorbildlich mit der Brust herunter und traf mit einem sehenswerten Drehschuss flach ins kurze Eck zum 3:0 (53.).

Nur zwei Minuten später spitzelte er den Ball zum 4:0 ins rechte Eck (55.) und versetzte die nur rund 8.000 Fans endgültig in Verzückung. Die Rieder wirkten in dieser Phase "mausetot", wohl niemand rechnete mehr mit einem Comeback der "Wikinger" aus dem Innviertel.

Royers Weckruf

Taktikfuchs Gludovatz reagierte aber sofort, stellte von Defensive auf Offensive um, indem er die Spanier Nacho und Casanova für Hammerer und Basala-Mazana (beide 61.) ins Spiel brachte.

Und ein Weitschuss von Nacho leitete auch das erste Tor der Innviertler ein, denn nach der zu kurzen Abwehr von Bröndby-Goalie Andersen verkürzte Royer im Nachschuss via Innenstange auf 1:4.

Nach diesem Gegentreffer wurden die Dänen sichtlich nervöser, hatten jedoch zunächst bei einem Casanova-Kopfball aus kurzer Distanz (84./vorbei) Glück.

Nach einem weiten Freistoß von Gebauer war es dann aber soweit: Der Ball landete beim von der Abwehr vernachlässigten Hadzic, der sich diese Chance nicht entgehen ließ und den Ball zum 2:4-Endstand in die Maschen jagte.

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