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Leonardos Geniestreich erlöst Salzburg

Salzburg - Ein Genieblitz von Leonardo hat Red Bull Salzburg am Donnerstag vor einer Enttäuschung bewahrt.

Der Brasilianer führte die "Bullen" im Hinspiel der dritten Qualifikations-Runde zur Europa League mit seinem Treffer in der 74. Minute zu einem 1:0-(0:0)-Sieg gegen den FK Senica und öffnete damit leicht das Tor für den Aufstieg ins Play-off.

"Ich denke, wir kommen weiter"

"Das 1:0 ist ein sehr gutes Ergebnis, ich denke, wir kommen weiter", sagte ein optimistischer Leonardo. Das Rückspiel findet am kommenden Donnerstag (19.00 Uhr) in der Slowakei statt.

Der Brasilianer hatte auch aufgrund der Verletzung von Jakob Jantscher (Bänderzerrung im Knöchel) von Coach Ricardo Moniz zum ersten Mal von Beginn an das Vertrauen erhalten, blieb allerdings bis auf zwei Ausnahmen vieles schuldig.

In der 54. Minute ging ein gefühlvoller Heber nur knapp am langen Eck vorbei, 20 Minuten später trat er dann mit einem absoluten Highlight in Erscheinung.

"Noch nicht bei 100 Prozent"

Leonardo tanzte bei einem Solo gleich fünf Senica-Spieler aus und vollendete auch noch souverän über Senica-Goalie Bolek hinweg.

"Ich habe zuletzt sehr wenig gespielt, bin noch nicht bei 100 Prozent", sagte der Ex-Kicker von Ajax-Amsterdam, Feyenoord Rotterdam und NAC Breda.

Das werde erst in zwei, drei Wochen der Fall sein. "Dann verspreche ich noch mehr Tore", kündigte der Offensivspieler an.

"Sprache ist sehr schwierig"

Leonardo wohnt in Salzburg derzeit noch im Hotel, wird allerdings in den nächsten ein, zwei Wochen ein Haus oder eine Wohnung beziehen.

"Ich fühle mich sehr wohl in Salzburg, allerdings ist die Sprache sehr schwierig. Ich bemühe mich, die so schnell wie möglich zu erlernen", sagte der 28-Jährige, der sich links oder rechts am Flügel am wohlsten fühlt.

"Lohn war dieses Weltklasse-Tor"

Goalie Eddie Gustafsson hatte einen geruhsamen Abend und wusste, bei wem er sich für den Erfolg zu bedanken hatte.

"Bei Leonardo ist nicht alles gut gelaufen, aber er gibt niemals auf, und der Lohn war dieses Weltklasse-Tor", sagte der Salzburg-Kapitän.

"Das war Alibi-Fußball"

Die Leistung der "Bullen" war allerdings alles andere als vizemeisterlich.

"Das war Alibi-Fußball. Die Mannschaft macht noch nicht das, was sie machen muss. Ich erwarte von den Spielern, dass sie sich nicht wegen einer Gelben Karte aufregen, sondern im Spiel Feuer zeigen", kritisierte Moniz.

Und Gustafsson fügte hinzu: "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, zu langsam gespielt."

Gegen Abwehrmauer angelaufen

Gegen den Abwehrbeton der Slowaken fand die klar feldüberlegene Moniz-Truppe lange kein Mittel.

"Sie sind mit zehn Mann hinten gestanden, da war es schwer. Ich hoffe, dass wir in Zukunft ein Mittel finden, um auch so eine Abwehr besser auszuhebeln", sagte Außenverteidiger Christian Schwegler.

Erst in den letzten 20 Minuten wurde die Performance besser, und da wäre auch noch ein weiterer Treffer, der die Ausgangslage deutlich verbessert hätte, möglich gewesen.

Moniz vermisst Herz

"Ich frage mich, warum die Mannschaft nicht so anfängt, wie sie in den letzten 20 Minuten gespielt hat", sagte Moniz. Der Niederländer war daher nicht erleichtert, sondern vor allem enttäuscht.

"Die Mannschaft hat erst so spät Herz gezeigt. Es war keine Verunsicherung, sondern Leichtsinnigkeit, da muss mehr Stabilität in die Mannschaft kommen", forderte der Salzburg-Trainer.

Moniz stellte sich allerdings auch schützend vor seine Mannschaft, da sie erst lernen müsse, das Spiel zu machen.

Ausgangsposition ist gut

Dem Rückspiel in Senica am Donnerstag (19.00 Uhr) blickte Salzburgs Cheftrainer optimistisch entgegen. "Wichtig ist, dass das Tor gefallen ist. Wir haben eine gute Ausgangsposition", sagte der 47-Jährige.

Ähnliches war von Simon Cziommer zu hören. "Wichtig ist das zu Null. Wir fahren guten Mutes in die Slowakei, weil der Gegner dort etwas machen muss und wir dadurch einfach mehr Räume haben werden", meinte der Mittelfeldspieler.

Gegner wittert Chance

Der Vizemeister der Slowakei hat den Aufstieg jedenfalls noch nicht abgeschrieben.

"Wir wollten ein Resultat erreichen, das uns zu Hause eine Chance gibt, und wir haben auf jeden Fall noch die Möglichkeit weiterzukommen", sagte Senica-Coach Stanislav Griga.

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