Rieds neue Qual(ität) der Wahl

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Auf die SV Ried wartet bereits das vierte Pflichtspiel dieser noch jungen Saison, dennoch ist es irgendwo ein Auftakt - das erste Heimspiel steht vor der Tür.

Mit den Siegen im ÖFB-Cup (4:1 in Kufstein) und in der Bundesliga (2:0 bei der Admira) treffen die Oberösterreicher im Rückspiel der zweiten Europa-League-Quali-Runde in der "Keine-Sorgen-Arena" auf Soligorsk (19 Uhr, LIVE-Ticker).

Nach dem 1:1 auswärts im Hinspiel haben die Innviertler die besseren Karten, Trainer Heinz Fuchsbichler warnt aber eindringlich (Hier geht's zur Vorschau).  

Der Steirer, der seit Sommer das Trainerzepter in Ried schwingt, darf sich mit einigen seiner Spieler auf ihr Heim-Debüt freuen.

Keine Frage des Risikos

Bei einem steht allerdings ein Fragezeichen hinter seinem Einsatz: Ausgerechnet um den Goalgetter der ersten Woche, Rene Gartler, muss gebangt werden.

Der 26-jährige Neuzugang, der in den bisherigen drei Spielen vier Treffer erzielte und in der Vergangenheit immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde, musste am Mittwoch das Training wegen muskulärer Probleme abbrechen.

Fuchsbichler will ob der möglichen Konsequenzen mit einem Startelf-Platz nichts riskieren. Das muss der Trainer auch nicht. Diese Zeiten sind in Ried vorbei.

Klagten frühere Ried-Coaches über die fehlende Dichte im Kader, so gehört dies so gut wie der Vergangenheit an. Viele Positionen sind nun doppelt besetzt.

Fuchsbichler blickt auf dichten Kader

Im Fall von Gartler lauert etwa Guillem auf seinen Einsatz von Beginn an.

"Jeder unserer Spieler, der im Kader steht, genießt unser vollstes Vertrauen", hält Fuchsbichler im Gespräch mit LAOLA1 fest.

"Jeder Spieler entscheidet auch selbst, ob er spielt oder nicht. Das hängt von Leistungen ab", weiß der 44-Jährige, der auf Alternativen zurückgreifen kann.

Stark am Ball - eine Einschätzung, die auch Zulj, der nach seinem Wechsel von der Fußball-Akadmie Linz seit zwei Jahren bei Ried spielt, teilt.

"Wir sind nicht mehr so hektisch, sondern beruhigen auch das Spiel. Der Trainer will auch, dass wir mehr spielen. Ich denke, das macht uns heuer besser. Wir haben uns da schon verbessert, das merkt man auch im Training. Du kannst mit jedem zusammenspielen. Wir haben 20 Spieler auf einem Level."

So sind auch Ausfälle - sofern sie sich quantitativ im Rahmen bewegen und nicht die Abwehrkette, die am dünnsten besetzt ist, betrifft - aufzufangen. 

Viele warten auf ihre Chance

Emanuel Schreiner, Clemens Walch oder der wiedergenesene Ivan Carril brennen auf ihre Chance. Weniger erfahrene Spieler wie Markus Grössinger oder Julian Baumgartner haben zudem das Zeug dazu, auf diesem Level zu spielen. Andere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit haben das gezeigt.

Dazu werden rekonvaleszente Spieler wie Markus Hammerer oder Max Karner (bei dem sich der Herbst allerdings nicht mehr ausgehen wird) sowie ein weiterer Verteidiger, den Manager Stefan Reiter aktuell noch sucht, kommen. Neuzugang Gernot Trauner wird nach Langzeitverletzung wieder herangeführt.

Sorgen, wie sie die Trainer früher bei zwei, drei Ausfällen hatten, muss Fuchsbichler jetzt nicht mehr haben.

Spieler, die schon länger hier sind, haben sich enorm weiterentwickelt. Spieler, die vor allem in diesem Sommer gekommen sind, haben bereits Qualität.

So kann auch etwa ein drohender Ausfall des aktuellen Goalgetters kompensiert werden. Da herrscht nun sogar die Qual der Wahl.

 

Bernhard Kastler

"In der vergangenen Woche haben sich Spieler einfach für die nächsten Aufgaben empfohlen, dahinter aber warten schon einige sehr hungrige."

Einer der "Hungrigen": Robert Zulj

Robert Zulj gehört zu diesen. Der 20-Jährige vertrat etwa einen großen Teil der Vorbereitung den verletzten Kreativaktuer Ivan Carril hinter der Solospitze.

"Es freut mich natürlich, dass ich auf dieser Position meine Chancen bekomme. Ich fühle mich auch sehr wohl, denn ich spiele lieber Zehner als Neuner", erklärt der 41-fache Bundesliga-Spieler, der am Donnerstag auf seinen Einsatz hofft.

"Dann werde ich dem Trainer zeigen, dass er nicht an mir vorbeikommt." Dieser hat Zulj in seinen Überlegungen für die Startelf. Auch als Gartler-Alternative.

Wahrscheinlicher ist aber ein Einsatz eben hinter der Spitze. In Soligorsk ließ Fuchsbichler Anel Hadzic und Marcel Ziegl in der Achse hinter Gartler spielen.

Vor eigenem Publikum dürfte die offensivere Variante mit Zulj (Fuchsbichler: "Er hat großes Potenzial, aber er muss weiter arbeiten") zum Tragen kommen.

"Qualität ist gestiegen"

Schließlich ist die Zielsetzung des Trainers wie folgt definiert: "Wir werden unbedingt versuchen, ein Tor zu machen. Wir sind stark, wenn wir den Ball haben und so werden wir das Spiel auch anlegen."

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