Ärger über Schwarzmalerei vor Spiel gegen Legia

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Polnische Fans sind nicht gerade als pflegeleicht bekannt – das stellten sie in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis.

Was allerdings im Vorfeld des Duells zwischen der SV Ried und Legia Warschau in der 3. EL-Quali-Runde ins Rollen gebracht wurde, war Übertreibung pur.

Von Ausnahmezustand, Risiko und diversen Horrorgeschichten war zu lesen.

Das „Was-wäre-wenn“-Spielchen stellte sich zuletzt als haltlos heraus. Nach der „Schweinerei“ im Vorfeld folgte ein wahres Fußballfest.

Vorbildliche Fans von Legia Warschau

„Es war zu hundert Prozent ein tolles Fußballfest mit einer schönen Fan-Kulisse und unglaublich vorbildlichen Fans von Legia Warschau, denen im Vorfeld so viel Negatives unterstellt wurde. Sie haben gezeigt, dass es nicht so ist“, analysiert Ried-Manager Stefan Reiter im Gespräch mit LAOLA1.

Logischerweise war das Polizeiaufgebot verstärkt worden. Bis auf sieben Festnahmen im Vorfeld der Partie – basierend auf Vandalismus - fielen die Gäste aber keinesfalls negativ auf.

Im Gegenteil. In der „Keine-Sorgen-Arena“ sorgten die Legia-Fans für ohrenbetäubende Unterstützung und lieferten sich mit den Riedern ein faires Hin und Her.

Stadionsprecher Wolfgang Puttinger holte sich Verstärkung aus Polen, um die rund tausend mitgereisten Fans gastfreundlich willkommen zu heißen und durch den Abend zu geleiten.

„Das ist eine Schweinerei“

„Grundsätzlich gilt bei uns in Ried immer, dass Sicherheit höchste Priorität hat. Aber manches kann man übertreiben“, ärgert sich Reiter über die vor dem Spiel brodelnde Gerüchteküche.

Der 51-Jährige geht sogar noch weiter: „Es ist wirklich eine Schweinerei, was teilweise passiert ist. Uns war von Anfang an klar, dass hier nichts sein kann. Es wurde genau das, was wir als Verein angekündigt haben: Ein Fußballfest!“

Die Angst vor möglichen Zwischenfällen dürfte auch den einen oder anderen Besucher abgeschreckt haben. Schließlich fanden sich nur 4.200 Zuschauer ein.

„Da können wir uns bei den Leuten bedanken, die das angezündelt haben“, ist Reiter erzürnt. „Das ist eine Schweinerei, dazu stehe ich auch.“

„Fußball ist etwas Verbindendes“

Die polnischen Gäste ließen sich selbst nach dem zwischenzeitlichen 0:2 nicht aus der Ruhe bringen und trällerten ihre Fan-Gesänge. Der Anschlusstreffer wurde mit entblößten Oberkörpern frenetisch gefeiert.

„Fußball ist speziell im internationalen Bereich etwas Verbindendes. Und der Fußball hat auch heute gezeigt, dass das stimmt.“

Auch die Spieler lobten die eindrucksvolle Atmosphäre. „Es war ein super Stimmung. Die Ried-Fans haben gezeigt, dass sie den polnischen Fans Paroli bieten können“, stellte René Gartler fest.

Es war ein Fußballfest, eine gelungene Veranstaltung mit der sich Ried für höhere Aufgaben empfahl – trotz der Schwarzmalerei von allen Seiten.


Alexander Karper

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