Rene Wagner warnt Ex-Klub Rapid vor Viktoria Pilsen

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Nach den Siegen gegen Villarreal und Dinamo Minsk hat Rekordmeister Rapid im Kampf um den Aufstieg in der Europa-League-Gruppe E alle Trümpfe in der Hand.

Am Donnerstag wartet im Wiener Ernst-Happel-Stadion mit Viktoria Pilsen die dritte Hürde.

"Wie ich die beiden Mannschaften kenne und in ihrer momentanen Form stehen die Chancen 50:50", sagte der Ex-Rapidler Rene Wagner im APA-Gespräch.

Viktoria Pilsen auf dem Weg nach oben

Tschechiens Meister hat nach einem schwachen Saisonstart mit fünf Punkten aus vier Ligaspielen und dem Out in der Champions-League-Qualifikation gegen Maccabi Tel Aviv wieder in die Erfolgsspur gefunden.

Nach der Trennung von Miroslav Koubek gewann Pilsen unter Nachfolger Karel Krejci alle sechs Meisterschaftsspiele, schaffte den Vorstoß auf Rang zwei und zog nach Punkten mit Leader Sparta Prag gleich. "Sie haben ein Hoch, sind momentan ganz stark", weiß Wagner.

Bei der Generalprobe gab es am Samstag zu Hause ein 4:2 gegen Aufsteiger Zlin. "Es war eine ausgeglichene Partie. Sie haben nicht so gut gespielt und hinten Fehler gemacht, sind aber mit Standards erfolgreich gewesen. Da sind sie ganz stark", analysierte der Ex-Stürmer.

Bauen kann die Krejci-Truppe, bei der David Limbersky im September nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss seinen Kapitänsstatus verloren hat, auch auf die Fan-Unterstützung in der 11.700 Zuschauer fassenden Doosan-Arena.

"Da können sich die Pilsen-Fans noch was abschauen"

Mit der Stimmung im Happel-Stadion kann man jene in Pilsen aber nicht vergleichen. Das unterstrich auch Wagner.

"In Wien ist die Stimmung während des ganzen Spiels perfekt, und auch die Choreografien sind unglaublich. Die Rapid-Fans sind viel weiter, da können sich die Pilsen-Fans noch was abschauen", betonte der Tscheche. Ähnlich ist dafür die Erwartungshaltung: "Die Fans sind es gewohnt, Siege zu sehen."

Der 1911 gegründete Club stieg erst in den letzten Jahren zu einem absoluten Topclub in Tschechien auf. Großen Anteil daran hatte der 2014 zum tschechischen Teamchef aufgestiegene Pavel Vrba, unter dem die ersten beiden Meistertitel (2011, 2013) sowie auch zwei Champions-League-Teilnahmen (2011, 2013) gelangen.

"Der Kader ist in den letzten Jahren fast gleich geblieben, und sie haben gute Einkäufe getätigt, die besten Spieler aus Tschechien gekauft", sagte Wagner.

"Hoffe auf 4:3 und dass Rapid gewinnt"

In den vergangenen drei Saisonen machte sich Pilsen jeweils mit Sparta Prag den Meistertitel aus. Auch diese Saison matchen sich die beiden Teams an der Spitze.

"Ich sehe sie auf gleicher Höhe, Pilsen hat für mich aber die ein bisschen bessere Mannschaft", erklärte Wagner.

In den Duellen mit Rapid rechnete Wagner mit einem offenen Rennen. "Ich denke, es wird ein gutes Spiel mit vielen Toren. Ich hoffe auf ein 4:3 und dass Rapid gewinnt", machte Wagner keinen Hehl daraus, wem er die Daumen drückt. "Ich bin nach wie vor großer Rapid-Fan", betonte der 42-Jährige.

Bei den Hütteldorfern verbrachte der Ex-Angreifer seine erfolgreichste Zeit. Von 1996 bis 2004 brachte er es in 220 Ligaspielen auf 75 Tore, 1997 wurde er mit 21 Treffern Schützenkönig. Zudem traf er im Europacup in 25 Partien elfmal.

Wagner traut Österreich mehr zu als Tschechien

Der Kontakt nach Wien ist nie abgerissen. Wagner, der mit Kapitän Steffen Hofmann noch zusammengespielt hat, wird auch am Donnerstag im Stadion sein, dabei für den TV-Sender Puls 4 als Experte fungieren.

Dem Fußball ist der Ex-Stürmer auch nach seinem wegen Knieproblemen 2011 endgültigen Karriereende erhalten geblieben. Wagner machte die UEFA-Pro-Trainer-Lizenz und werkt aktuell bei seinem Heimatclub Zbrojovka Brünn als Nachwuchsleiter und U19-Trainer.

Sein Ziel hat er klar vor Augen. "Ich möchte einmal Bundesligatrainer sein. Es wäre auch schön, in Österreich zu arbeiten, ich habe nur schöne Erinnerungen, es ist meine zweite Heimat", betonte Wagner.

Der traut er übrigens bei der EM 2016 in Frankreich mehr zu als seinem Heimatland. "Bei Tschechien weiß ich es nicht, aber bei Österreich rechne ich damit, dass sie aus der Gruppe weiterkommen. Ich sehe Österreich von der Qualität ein bisschen vorne, sie haben mehrere gute Junge dabei", lobte der elffache tschechische Teamspieler die ÖFB-Auswahl.

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