"Erstmals anschreiben" ist Rapids großes Ziel

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Endlich! „Das erste richtige Heimspiel – mit Zuschauern. Und das gegen ein Spitzenteam aus Deutschland.“

Rapid-Trainer Peter Schöttel gerät beim Gedanken an das Europa-League-Gruppenspiel gegen Bayer 04 Leverkusen regelrecht ins Schwärmen.

Um nach dem miserablen Derby-Auftritt möglichst schnell die Kehrtwende zu schaffen, greift der 45-jährige Wiener zu allen Mitteln.

Neben den eigens eingeholten Informationen kontaktierte Schöttel einen ehemaligen Rapidler, der erst am Wochenende gegen Leverkusen auf dem Platz stand: Andreas Ivanschitz.

Tipps von einem alten Rapid-Bekannten

„Ivanschitz hat sich angeboten, weil er erst am Wochenende mit Mainz 2:2 gespielt hat. Er hat unseren Wissensstand zum Großteil bestätigt, uns aber einige zusätzliche Infos geben können“, verrät der Chefbetreuer.

Die Eindrücke vom aktuell Fünften der deutschen Bundesliga?

„Leverkusen spielt für mich ein sehr interessantes System mit zwei stabilen Innenverteidigern, sehr hoch stehenden Außenverteidigern und drei zentralen Mittelfeldspielern, die sich abwechseln. Davor agieren mit Schürrle und Bellarabi de facto zwei Zehner. Und vorne haben sie mit Kießling einen richtig tollen Stürmer.“

Trotz einiger Abgänge im Sommer und des Images des ewigen Zweiten („Vizekusen“) zähle die Werkself noch immer zu den absoluten Top-Teams.

Erstmals anschreiben als großes Ziel

„In der Offensive haben sie wirklich viel Qualität. Sie wissen genau, wie sie in offene Räume stoßen und spielen schnelle und klare Spielzüge“, verrät Schöttel die bisherigen Erkenntnisse über den Gegner.

Obwohl die Situation in der Gruppenphase mit null Punkten besser sein könnte, verschwendet er allerdings keinen Gedanken an „die letzte Chance“ und Leverkusen unbedingt schlagen zu müssen.

In erster Linie gehe es nach der „indiskutablen“ Leistung im Wiener Derby darum, ein ganz anderes Gesicht zu zeigen.

„Es war ein sehr enttäuschendes Spiel und die Kritik war natürlich gerechtfertigt.“ Veränderungen in der Aufstellung sind vorne bis hinten möglich.

„Nicht den Eindruck, dass sich einer zu sicher fühlt“

Auf jeden Fall zurückgreifen will Schöttel auf Routinier Markus Heikkinen. Auch Deni Alar wird wieder aufgeboten worden.

Ansonsten hat Rapid nach der Rückkehr der langzeitverletzten Christopher Drazan, Michael Schimpelsberger, Louis Schaub und Boris Prokopic wieder mehr Möglichkeiten zur Verfügung.

Dass die fehlende Kaderdichte dazu geführt hat, dass der eine oder andere Spieler in den vergangenen Wochen von einem Selbstläufer ausgegangen ist, schließt Schöttel allerdings aus.

„Ich habe nie den Eindruck gehabt, dass sich irgendwer zu sicher fühlt.“ Schmerzlich abgehen wird der gesperrte Guido Burgstaller, auf den der Coach aufgrund seiner unnötigen Roten Karte in Kharkiv „noch immer böse ist“.

„Müssen die Zuschauer ins Boot holen“

Das vorrangige Ziel heißt trotz des namhaften Gegenübers erstmals in der EL-Gruppenphase anzuschreiben.

Das Trainerteam geht davon aus, auch Chancen vorzufinden, wenn die nötigen Standards erfüllt werden.

„Wenn wir mutig sind, sind wir gut. In erster Linie sind wir wichtig“, konzentriert sich die grün-weiße Auswahl vor allem auf die eigenen Stärken.

Mit einem gelungenen Start soll es gelingen, das beinahe ausverkaufte Happel-Stadion zum Kochen zu bringen. Bis Mittwoch Nachmittag waren 42.600 Karten weg.

„Wir müssen die Zuschauer ins Boot holen. Schließlich haben wir im Derby nicht die beste Werbung für uns gemacht.“


Alexander Karper

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