Mit Kampfansage ins Rückspiel gegen Vojvodina

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In der Haut eines Rapid-Spielers zu stecken, ist in diesen Tagen mit viel Ungewissheit verbunden.

Das 0:3-Heimdebakel im Derby ist gerade einmal drei Tage her, auch die Niederlage im Hinspiel der Europa-League-Quali gegen Vojvodina Novi Sad hat den einen oder anderen zum Nachdenken veranlasst.

Schenkt man aber den Aussagen von Trainer Peter Schöttel und Verteidiger Mario Sonnleitner Glauben, ist das Ego keineswegs angekratzt. Im Gegenteil.

„Das Gute an englischen Wochen ist, dass man sich nach einer Niederlage schnell rehabilitieren kann. Die Mannschaft will zeigen, was in ihr steckt. Wir wollen die Antwort auf dem Platz geben“, gibt Sonnleitner die Marschroute vor.

„Haben gar keine Zeit, darüber nachzudenken“

Zeit für das Wundenlecken nach der höchsten Niederlage gegen die Austria im Hanappi-Stadion seit 19 Jahren bleibt nicht. Und das ist auch gut so.

„Die Derby-Niederlage ist abgehakt. Wir haben gar keine Zeit, darüber nachzudenken. Es tut nach wie vor weh, aber es geht Schlag auf Schlag. Wir können es nicht mehr ändern und schauen nach vorne“, beruhigt Schöttel die Lage.

Die Stimmung sei trotz der zwei jüngsten Rückschläge gut, keiner lässt sich hängen. Zudem sind bis auf den rekonvaleszenten Boris Prokopic alle Spieler für das Rückspiel gegen die Serben fit.

Die Rotation könnte einmal mehr zum Tragen kommen. Bei Spielern wie Stefan Kulovits, der mit seinem Fehler das 0:1 von Roman Kienast im Derby möglich machte, überlegt Schöttel noch.

„Ich rotiere nicht aus Jux und Tollerei“

„Bis zu seinem Fehler war er richtig gut, danach unsicher. Man hat ihm angemerkt, dass es an ihm nagt. Nun stellt sich die Frage, ob er spielen soll, damit er seinen Fehler wieder gut machen kann oder nicht“, ist der Chefbetreuer hin- und hergerissen.

Die ständige Personalrochade begründet Schöttel folgendermaßen: „Ich rotiere nicht aus Jux und Tollerei. Es geht darum, die richtigen Spieler für den richtigen Gegner zu finden.“

Nach dem ersten Duell gegen Vojvodina vor gut einer Woche ist die Ausgangsposition klar. Allerdings sei es leichter, sich auf den Gegner einzustellen, wie Sonnleitner gegenüber LAOLA1 bekräftigt.

„Das ist ein Vorteil. Vor dem ersten Match schaut man sich Videos und einzelne Spieler an, wie sie sich im Spiel verhalten. Mittlerweile kennen wir die Spieler. Das hilft uns, uns auf den Gegner einzustellen. Deswegen glaube ich, dass wir im Vorteil sind.“

Ausgangslage ist klar: Ein Sieg muss her

Auch vom Kopf her sei es laut Schöttel eine einfachere Sache, da man genau weiß, was man benötigt, um in die nächste Runde aufzusteigen.

Ein Sieg ohne Gegentreffer würde den Weg ins Playoff zur Europa League ebnen, ein Sieg mit zwei Toren Unterschied ebenso. Nur bei einem Auswärtstor der Gäste müsste man umdenken.

Soweit soll es aber gar nicht erst kommen.

„Die Kampfansage lautet, dass wir gewinnen müssen. Jeder Spieler will so lange wie möglich im Europacup dabei sein: Die Mannschaft, der Verein. Deswegen werden wir morgen gewinnen.“

Haben mehr Qualität und steigen auf“

Auch der 45-jährige Wiener schlägt in dieselbe Kerbe und verschwendet keinen Gedanken daran, das angestrebte Ziel nicht zu erreichen.

„Wir haben schon im Vorfeld gewusst, dass der Gegner ein harter Brocken ist. Aber wir haben mehr Qualität und werden deshalb aufsteigen“, gibt sich Schöttel ungewohnt angriffslustig.

Wie wichtig ein Weiterkommen für den Verein, die Fans und die Mannschaft selbst wäre, ist laut Sonnleitner jedem bewusst. Obwohl der Trainer zugibt, nicht besonders auf alte Tugenden zu achten, verspricht er neben der spielerischen auch eine kämpferische Leistung.

„Der Fußball entwickelt sich weiter, vor allem spielerisch. Der Kampfgeist darf darunter aber nicht leiden. Wir haben beides in der Mannschaft und müssen beides sagen.“

Sollte dies der Fall sein, gibt es keine Zweifel, die Hürde Vojvodina Novi Sad trotz Anlaufschwierigkeiten zu nehmen.


Alexander Karper

 

SK Rapid Wien - Vojvodina Novi Sad
(Wien, Hanappi-Stadion, 21.05 Uhr, SR Robert Malek/POL)

Rapid: Königshofer - Trimmel, Sonnleitner, Gerson, Katzer - Ildiz, Kulovits - Burgstaller, Hofmann, Drazan - Boyd

Ersatz: Novota - Schimpelsberger, Pichler, Schrammel, Prager, Grozurek, Heikkinen, Alar

Es fehlt: Prokopic (rekonvaleszent)

Vojvodina: Supic - Vulicevic, Djuric, Trajkovic, Pavlovic - Serginho Greene, Poletanovic - Skuletic, Moreira, Stevanovic - Oumarou

Ersatz: Zakula - Jokic, Smiljanic, Nastic, Bojovic, Bilbija, Karan, Ajuru

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