Erfolgreiche EL-Quali soll Fehlstart vergessen machen

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Aller guten Dinge wären fünf - zumindest für Rapid.

Die Grün-Weißen haben im Playoff gegen HJK Helsinki im fünften Versuch zum fünften Mal innerhalb der letzten sechs Jahre die Chance, in die Gruppenphase der Europa League einzuziehen.

Bisher konnte man sich drei Mal gegen höher eingeschätzte Teams durchsetzen, gegen die Finnen nimmt man die Aufgabe wie schon im Vorjahr als gesetztes Team in Angriff.

Das Millionengeschäft wäre für den Verein unverzichtbar. Um die Hürde zu meistern, muss allerdings der unzufriedenstellende Saisonstart verdaut werden.

In drei Spielen alles vergessen machen?

„Die Qualifikation für den internationalen Bewerb, sechs internationale Spiele, wäre extrem wichtig für die Weiterentwicklung der Mannschaft. Und natürlich auch für den Verein aus finanzieller Hinsicht“, gesteht Präsident Michael Krammer im Gespräch mit LAOLA1.

Dass man bisher in der Meisterschaft nicht unbedingt Eigenwerbung betrieb, ist ihm klar. Trotzdem sieht er die kommenden Aufgaben als richtungsweisend an.

„Ich bin sehr zuversichtlich, weil die Mannschaft weiß, dass mit den nächsten drei Spielen (Anm.d.Red.: Hin- und Rückspiel gegen Helsinki plus Derby) de facto alles vergessen gemacht werden kann, was zuletzt nicht so geklappt hat.“

Nicht nur die Führungsriege, sondern auch die rund 600 mitgereisten Fans erwarten sich eine Reaktion auf die verpatzte Generalprobe gegen Altach.

Mit positiver Körpersprache ans Werk

Die von Trainer Zoran Barisic kritisierte Körpersprache ist zumindest im Vorfeld des Auftritts im Sonera-Stadion positiv zu bewerten.

Dass die hängenden Köpfe und der fehlende Wille, die Partie gegen die Vorarlberger noch zu drehen, auch den Mitspielern auf dem Platz aufgefallen ist, will keiner bestreiten.

„Sicher fällt das auf, aber das ist verständlich. Es dürfte nicht sein, aber wir haben in den letzten Spielen immer sehr viele Torchancen vorgefunden, dann kommt der Gegner einmal vors Tor und es klingelt. Das zermürbt natürlich ein bisschen“, gesteht Innenverteidiger Christopher Dibon.

Mit dem Nachsatz: „Wir müssen aber weiter an uns glauben.“ Denn ohne die Überzeugung, das Blatt ausgerechnet gegen Helsinki zu wenden, wird die Aufgabe schier unmöglich.

Wir müssen noch an einigen Schrauben drehen“

Dominanz und viel Ballbesitz zeichnete Rapid trotz mittelmäßiger Ergebnisse in den letzten Wochen aus. Kaltschnäuzigkeit sowie mehr Zug zum Tor wird angestrebt.

Während Dibon davon spricht, im Hohen Norden den Hebel umzulegen, weiß Abwehrkollege Mario Sonnleitner, dass man bisher vielleicht nicht attraktiven, aber dominanten Fußball bot.

„Es ist nicht alles schlecht, wir müssen noch an einigen Schrauben drehen, dass es besser wird. Wir dürfen jetzt nicht alles über Bord werfen“, appelliert der Routinier, der die Europa League als große Chance sieht.

Der 27-jährige Steirer muss es wissen, stand er doch schon drei Mal mit den Hütteldorfern in der Gruppenphase.

„Wenn man die Story des Vereins sieht, ist es immer sehr wichtig, weil es auch Geld in die Kassen spült und viel Erfahrungswerte da sind, die man auf die Meisterschaft ummünzen kann. Für jeden einzelnen ist es ein Ziel, das man erreichen will.“

Deja-vu auf Kunstrasen nicht erwünscht

Der bis dato unbekannte Gegner aus Helsinki wurde eingehend studiert und analysiert, sowohl das Trainerteam als auch die Mannschaft sind für die Premiere in Finnland gewappnet.

Dass wie schon im Vorjahr beim 0:1 in Thun auf Kunstrasen gespielt wird, weckt bei den Wienern nicht unbedingt positive Erinnerungen.

„Wir haben gesehen, dass wir nach Thun letztes Jahr Aufholbedarf gehabt haben. Das war kein optimales Spiel von uns. Aber wir haben daraus gelernt und sehr viel auf Kunstrasen trainiert. Wir haben viele junge Spieler, die das besser verkraften und sich leichter umstellen können“, spielt Sonnleitner die Frage nach dem Untergrund herunter.

Trainer Zoran Barisic, der auf einen wieder fitten Steffen Hofmann setzen kann, ist in dieser Hinsicht zurückhaltender. „Es ist wichtig, dass wir uns davon nicht zu sehr beeinflussen lassen. Wir müssen das ausblenden und auf uns schauen. Unser Ziel ist es einfach, wieder in die Gruppenphase einzuziehen, um uns sportlich schneller weiterentwickeln zu können.“

Haben keinen Sprint, sondern Marathon vor uns“

Vom eingeschlagenen Weg ist der 44-jährige Wiener weiterhin überzeugt und genießt die nötige Rückendeckung, um das Potenzial der Mannschaft Schritt für Schritt herauszukitzeln.

Präsident Krammer unterstreicht dies ein weiteres Mal: „Die Aufgabenstellung für uns als Präsidium ist nicht so, dass wir einen Sprint machen, sondern wir haben einen Marathon vor uns. Wir wollen viele Ziele erreichen, die langfristig gesetzt sind. Da gibt es das eine oder andere Mal Rückschläge. Wichtig ist, dass man die wegsteckt, die Lehren daraus zieht und die richtige Antwort darauf gibt.“

In Helsinki wäre die naheliegendste Möglichkeit, damit anzufangen, auch wenn die Vorzeichen vor dem fünften Anlauf auf die EL-Gruppenphase nicht die besten sind.

Doch wer in der Vergangenheit zwei Mal Aston Villa, PAOK Saloniki und Dila Gori im Playoff ausschalten konnte, dem sollte auch ein Aufstieg in Helsinki zuzutrauen sein.

Schließlich wären aller guten Dinge fünf – zumindest für Rapid.


Aus Helsinki berichtet Alexander Karper

Saison Gegner Ergebnisse
2009/10 Aston Villa 1:0 (h), 1:2 (a)
2010/11 Aston Villa 1:1 (h), 3:2 (a)
2012/13 PAOK Saloniki 1:2 (a), 3:0 (h)
2013/14 FC Dila Gori 1:0 (h), 3:0 (a)
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