Trotz Hexenkessel im Schatten der Athener Übermächte

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PAOK Thessaloniki: Attraktives, sportlich herausforderndes Los, das aber durchaus eine Hintertür offen lässt, um sich für die Gruppenphase der Europa League zu qualifizieren.

So der Tenor, seit Rapid weiß, wer sich im Playoff in den Weg stellt. Die Griechen, Fünfter der vergangenen Super-League-Saison, gehen aber als klarer Favorit ins Rennen, und das nicht ohne Grund.

Schließlich überstand das Aushängeschild der zweitgrößten Stadt Griechenlands in den vergangen zwei Jahren die Gruppenphase, letztes Jahr als Erster u.a. vor Rubin Kazan und Tottenham.

„PAOK ist in Griechenland schon ein sehr angesehener Verein“, gibt Jürgen Macho, aufgrund seiner langjährigen Erfahrung bei AEK Athen und Panionios, seine Expertenmeinung im Gespräch mit LAOLA1 ab.

Ein Trainer, der Fußball spielen lässt

Zudem hat er bei PAOK einen alten Bekannten. Trainer Georgios Donis betreute den Torhüter zu seiner Zeit bei AEK. Dementsprechend kann er Ex-Verein Rapid mit Tipps aushelfen.

„Er ist ein sehr guter Trainer, ein guter Typ, der Fußball spielen lässt und bevorzugt, dass seine Mannschaft die Kugel laufen lässt. Alles ist sehr organisiert“, analysiert Macho den Trainertyp Donis, obwohl es für den ÖFB-Keeper unter ihm damals nicht lief.

Der Erfolg gibt dem 42-jährigen Chefbetreuer recht. Mit Atromitos erreichte er im Vorjahr das Cup-Finale und qualifizierte sich für die Europa League.

Mit PAOK und einer an vielen Positionen neu aufgestellten Mannschaft soll er an diese Erfolge anschließen.

Im Schatten der Athener Großklubs

Den bis dato letzten großen Erfolg in Form eines Meistertitels durfte ausgerechnet ein Österreicher feiern.

Trainer Walter „Schani“ Skocik machte das Wunder 1985 möglich. Seitdem ließ der Traditionsverein nur mehr zwei Cup-Siege folgen.

„In den letzten Jahren waren immer Olympiakos und Panathinaikos vor ihnen, aber sie haben schon eine gewisse Qualität. Gerade jetzt sind sie schwer einzuschätzen, weil die Meisterschaft noch nicht angefangen hat“, sieht Macho PAOK aber vom Potenzial her nicht im Schatten der Athener Übermächte.

Dass der Liga-Start auf das kommende Wochenende fällt, soll für Rapid keinesfalls ein Nachteil sein. Der Torhüter sieht darin eine große Chance für die Grün-Weißen.

EURO-Starter als PAOKs Aushängeschilder

Schließlich muss sich PAOKs Team erst finden. Zusätzlich zum neuen Trainerteam wurden mit der Unterstützung des russischen Tabak-Magnaten Iwan Sawwidi Millionen in neue Spieler investiert.

„Von der Mannschaft her hat es in den letzten Jahren – wie so oft in Griechenland – doch einige Umstellungen gegeben. Sie haben viele Griechen, nicht mehr so viele Ausländer“, ortet Macho eine Tendenz.

Neben den EURO-Teilnehmern und großen Stars Dimitrios Salpingidis und Georgios Fotakis nennt der Wiener auch andere Namen, vor denen sich Rapid in Acht nehmen sollte.

„Stefanos Athanasiadis, der zweite Stürmer, ist ein sehr junger Spieler. Mit Jacobo Sanz haben sie auch einen neuen Torwart verpflichtet. Es sind aber auch einige Spieler gegangen, wie Stelios Malezas zu Düsseldorf. Es hat sich schon einiges getan.“

„Da geht richtig die Post ab“

Der Stellenwert des 1926 gegründeten Klubs innerhalb der Super League ist immens groß. Vor allem die Kulisse im Toumba-Stadion und die frenetischen Fans bezeichnet Macho als „einzigartig“.

„Es wird ein Hexenkessel, da geht richtig die Post ab. Aus meinen Erfahrungen ist dort eine der besten Stimmungen überhaupt. Sie haben riesengroßes Fan-Potenzial. Es wird dort schon sehr schwierig für Rapid.“

Abzuwarten sei jedoch, wieviele Fans den Weg ins Stadion finden. Das wisse man bei den Griechen nie so genau. Aufgrund der Verbindungen der Rapid-Ultras zu den verfeindeten Panathinaikos-Fans könnte hier aber zusätzlich Öl ins Feuer gegossen werden.

„Es ist speziell, die Stimmung ist wirklich extrem. Die Zuschauer, die dort sein werden, werden schönen Ramba Zamba machen“, schwärmt der 34-Jährige von der Kulisse.

Patt-Stellung vor zwei heißen Duellen

Obwohl die Griechen hoch einzuschätzen sind, traut Macho den Grün-Weißen einiges zu. Wenn es geht, verfolgt er die Spiele der Hütteldorfer.

„Eine Chance haben sie auf alle Fälle. Ich würde von einer Patt-Stellung reden“, macht der Sohn des langjährigen Rapid-Tormanntrainers Erich Macho Hoffnung. „Es werden zwei interessante Spiele.“

Der Grundstein für einen möglichen Aufstieg muss erst einmal im Bezirk Toumba, nahe des Zentrums Thessalonikis gelegt werden. „Das wird sicher heiß.“

Was bei Rapid alles möglich ist, hat man schon zwei Mal gegen Aston Villa gesehen.


Alexander Karper

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