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Der zweite Anzug sitzt nicht richtig

Vielleicht war es pure Höflichkeit. Vielleicht auch niedrige Ansprüche. Oder die Eindrücke von der schönen, aber fast leeren Bullen-Arena waren zu überwältigend.

Jedenfalls stand Liepajas-Trainer Vladimirs Osipovs mit seiner Meinung nach Spielende ziemlich alleine da.

„Ich wünsche meinem Kollegen alles Gute in der Gruppenphase. Wir haben keinen Zweifel, dass es Red Bull dorthin schafft.“

Wahrheit liegt in der Mitte

Zieht man nur die magere Nullnummer in Betracht, wäre es vermessen, jetzt schon von der Europa-League-Gruppenphase zu sprechen.

Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen dem 4:1-Hinspiel-Ergebnis und dem 0:0-Rückspiel.

Salzburg-Trainer Ricardo Moniz weiß jetzt aber immerhin, dass der zweite Anzug nicht wirklich sitzt.

"Uns hat die Kreativität gefehlt"

Gleich sieben Positionen hat der Niederländer im Vergleich zum Hinspiel bzw. zur Austria-Partie verändert. Positiv in den Vordergrund spielen konnte sich jedoch keiner.

„Uns hat etwas die Kreativität gefehlt. Man hat gemerkt, dass wir doch nicht überall doppelt und dreifach besetzt sind. Du kannst auch nicht von Teigl und Offenbacher erwarten, dass sie den Unterschied ausmachen“, erklärte der 47-Jährige.

Gerade gegen destruktivere Gegner, die sich vordergründig auf das Verteidigen konzentrieren, wird immer wieder deutlich, dass Kreativspieler wie Alan oder Zarate nicht zu ersetzen sind.

Balance muss besser werden

„Natürlich hat die erste Elf gewisse Qualitäten, aber das heißt nicht, dass die Anderen diese nicht erreichen können. Wir trainieren sehr viel, damit die Balance besser wird.“

Moniz betont zwar, dass Alan mit seiner individuellen Klasse einen natürlichen Vorteil hat, „aber Roman (Wallner) hat andere Qualitäten.“

Qualitäten, die im Moniz'schen System jedoch kaum noch Verwendung finden.

Schwerer Stand für Wallner

Während Alan fast immer anspielbar ist, den Ball weiterleiten und verteilen kann und selbst im Abschluss brandgefährlich ist, zählt Wallner eher zur Kategorie: Klassischer Strafraumstürmer.

Ein Typus, der bei Moniz einen schweren Stand hat. „Roman ist abhängiger von seinen Nebenleuten. Wir müssen dahin kommen, dass wir nicht mehr nur von individueller Klasse abhängig sind, sondern vom System.“

Gegen Wacker mit der ersten Elf

Das behält Moniz auch künftig bei, nur das Personal wird er künftig wieder ändern. Eine Startelf wie gegen Liepajas wird es nicht mehr so schnell geben.

„Spiele wie gegen Metalurgs sind auch sehr interessant, weil du siehst, wie sich andere Spieler präsentieren. Viele vergessen oft, dass sie sich anbieten, sich zeigen müssen.“

Am Sonntag gegen Wacker Innsbruck dürfen dann wieder Alan, Zarate und Co. zeigen, warum sie derzeit für Red Bull Salzburg den Unterschied ausmachen.

Kurt Vierthaler

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