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Drei Salzburger Gastgeschenke

Nach 23 Minuten ging ein erstes Raunen durch das Pariser Prinzenpark-Stadion.

Die rund 20.000 Zuschauer konnten und wollten nicht wirklich glauben, was sich im ersten Duell der Europa-League-Gruppe F in der Anfangsphase abspielte.

Simon Cziommer hatte soeben mit einem guten Distanzschuss knapp das lange Eck verpasst, Red Bull Salzburg damit die dritte aussichtsreiche Chance vergeben.

PSG-Superstars anfangs untergetaucht

Von den Hausherren war bis dato kaum etwas zu sehen.

Weder von Jeremy Menez (acht Millionen Euro Ablöse), noch von 43-Millionen-Mann Javier Pastore.

Was auch daran lag, dass Österreichs Vizemeister couragiert begann, keine Angst oder übertriebenen Respekt vor der mit Petro-Millionen aufgerüsteten Star-Truppe zeigte.

Salzburg löste Pariser Knoten

Aber in der 35. Minute kippte das Spiel und die Stimmung. Die „Bullen“ halfen den verkrampften Hausherren, indem sie selbst den Knoten der Pariser lösten.

Schiemer brachte nach einem Konter, der durch einen missglückten Maierhofer-Einwurf am gegnerischen Sechzehner enstand, Menez im Strafraum zu Fall – Nene verwertete den Elfer sicher.

„Durch das dumme 0:1 haben wir den Rhythmus verloren. Man hat dann die Klasse von Paris gesehen, sie haben durch die Führung viel ruhiger gespielt“, haderte Schiemer nach der 1:3-Niederlage.

"Es tut weh"

Auch für Trainer Ricardo Moniz war das 0:1 der Knackpunkt bei einem bis dahin beherzten Salzburger Auftritt.

„Nach dem Führungstreffer hat das Spiel umgeschlagen, da war dann unsere Ordnung weg. In der ersten halben Stunde waren wir gut und haben gezeigt, dass wir uns nicht dominieren lassen. Es tut weh, es tut wirklich weh, dass wir nicht mehr herausgeholt haben.“

Neue Chance gegen Slovan

Die Salzburger versuchten dennoch, das Positive mitzunehmen.

Und das war, dass man gegen einen Gegner, der vor der Saison fast 90 Millionen Euro in die Mannschaft investierte, ein Drittel der Spielzeit durchaus auf Augenhöhe agierte.

Schiemer: „Gegen so eine Mannschaft muss eben alles passen, damit du etwas mitnehmen kannst.“

In knapp zwei Wochen sollte es dann etwas leichter werden. Slovan Bratislava ist schon eher Salzburgs Kragenweite und sollte bezwungen werden, will man weiter vom Aufstieg träumen.

Aus Paris berichtet Kurt Vierthaler

"Wir sind selbst schuld"

Die weiteren Gegentore entstanden ebenfalls unter kräftiger Mithilfe der Mozartstädter: Dem 0:2 ging ein schlampiger Pass von Maierhofer voraus, das 0:3 leitete Jantscher mit einem katastrophalen Zuspiel ein.

„Es ist leider zu wenig, nur 30 Minuten gut zu spielen. Wäre der Spielverlauf anders gewesen, wäre vielleicht auch mehr drin gewesen“, so Schiemer.

Aber hätte-wäre-wenn zählt im Fußball eben nicht und Eigenfehler, wie sie Salzburg gegen Paris St. Germain gemacht hat, werden auf diesem Niveau eiskalt bestraft, wie auch Moniz klarmachte.

„Wir waren an der Niederlage selbst schuld.“

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