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"Solche Fehler werden international bestraft"

Es hat nicht alles gepasst.

Karl Daxbachers Vorahnung, dass die Austria einen Tag, an dem „alles passt“, braucht, um gegen Metalist Charkiv zu gewinnen, hat sich bestätigt.

Die Ukrainer, die mit neun – zum Teil südamerikanischen - Legionären in der Startelf aufliefen,  erwiesen sich als der erwartet schwere Brocken und feierten zum Auftakt der Europa-League-Gruppenphase einen 2:1-Erfolg in Wien-Favoriten.

„Haben die Stärke zur Kenntnis nehmen müssen“

"Man hat gesehen, dass Charkiw die bessere Mannschaft war. Wir haben die Stärke zur Kenntnis nehmen müssen. Meine Mannschaft hat zwar dagegengehalten, was möglich war, aber im spielerischen Bereich war uns der Gegner zu überlegen“, analysierte der Austria-Coach.

Dabei hatte das Spiel aus Sicht der Violetten perfekt begonnen. Bereits nach sieben Minuten brachte Jun die Hausherren vor 9.120 Zusehern in Führung.

Die Gäste zeigten sich vom frühen Rückstand jedoch unbeeindruckt. Das Team von Trainer Miron Markewitsch ließ Ball und Gegner laufen, attackierte bereits in der gegnerischen Hälfte und übte somit früh Druck auf die Austrianer aus.

Zu viele Räume

Doch die Jungs aus Favoriten hielten gut dagegen. Trotz der optischen Überlegenheit konnte sich Metalist kaum Torchancen erarbeiten.

„In der ersten Halbzeit hat alles gepasst. Sie waren stark, aber unser taktisches Konzept ist aufgegangen. Wir sind kompakt gestanden und haben von hinten unsere Angriffe gestartet“, berichtete Klein.

Doch nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt. „Das frühe Tor hat uns eigentlich den Druck genommen. Vor der Pause sind wir noch kompakt gestanden - nach Seitenwechsel nicht mehr, die Räume waren zu groß“, so Markus Suttner.

Zwei Tore aus Standards

Zlatko Junuzovic sah es ähnlich: „In der ersten Halbzeit war nie die Gefahr, dass wir ein Gegentor bekommen. Dieses Gefühl hat sich in der zweiten Hälfte jedoch geändert. Ein Tor lag in der Luft.“

Dass die beiden Gegentreffer dann auch noch aus Standards fielen, wurmte die Wiener besonders. Zuerst der Ausgleich von Papa Gueye per Kopf nach einem Eckball (56.), dann ein verwandelter Elfmeter von Xavier nach einem Foul von Pascal Grünwald an Cristaldo (79.).

„Wir bekommen aus zwei blöden Situationen ein Tor. Das ist sehr ärgerlich. Beim 1:1 wollten wir Papa blocken, denn wir haben gewusst, dass er speziell bei Standards sehr gefährlich ist. Das ist uns leider nicht gelungen. Ja, und ein Elfmeter ist ein Elfmeter. Ich bin enttäuscht“, ärgerte sich Suttner.

„Solche Fehler werden international eben bestraft“

Alexander Grünwald stimmte seinem Kollegen zu: „Die zwei Standards haben uns das Genick gebrochen. Solche Fehler werden international eben bestraft.“

Daxbacher konnte und wollte seiner Truppe aber nichts vorwerfen. „Wir haben gegen ein sehr starkes Team verloren. Trotzdem bin ich mit dem Einsatz zufrieden, auch wenn man den Klasseunterschied gesehen hat."

Kapitän Roland Linz ergänzte: "Uns war klar, dass das ein Top-Mannschaft ist. Sie hat sehr viele Südamerikaner in ihren Reihen. Die Spieler haben vielleicht keine großen Namen, aber eine unglaubliche Qualität. Das hat man heute auch gesehen.“

„Charkiv der stärkste Gegner“

Nach dem verpatzten Auftakt steht die Austria also bereits am zweiten Spieltag unter Druck. Ein Punktgewinn gegen Malmö ist quasi schon Pflicht, um die Chance auf den Aufstieg zu wahren. Die Schweden kassierten ihrerseits im ersten Gruppenspiel ein 1:4 in Alkmaar.

Junuzovic sieht die Ausgangslage jedenfalls trocken. „Es ist erst eine Partie gespielt und es sind noch 15 Punkte zu vergeben. Für mich war Charkiv der stärkste Gegner. Und wenn wir so, wie in der ersten Hälfte spielen, können wir in dieser Gruppe bestehen.“

Vielleicht passt dann eben in Malmö alles…

Martin Wechtl

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