Die überfällige Belohnung

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In der 94. Minute kannte Dusan Svento kein Halten mehr.

Zuerst donnerte der Slowake den Ball volley zum 2:0 gegen Paris St. Germain in die Maschen, danach war der 26-Jährige von seinen Mitspielern nicht mehr einzufangen.

Mit dem Wunschergebnis von 2:0 hat Red Bull Salzburg nun den Europa-League-Aufstieg in der eigenen Hand.

Maierhofer und die "arroganten Franzosen"

Bei einem Erfolg am letzten Spieltag gegen Slovan Bratislava sind die „Bullen“ im Sechzehntelfinale, das Starensemble aus der französischen Hauptstadt dagegen draußen.

„Diese arroganten Franzosen haben uns von Anfang an unterschätzt. Sie haben Spieler zu Hause gelassen, für die sie 40 Millionen Euro bezahlt haben. Sie haben am Vormittag nicht mal trainiert, weil sie ohnehin geglaubt haben, dass sie uns locker schlagen. Dafür sind sie bestraft worden“, konnte sich Sturmtank Stefan Maierhofer einen Seitenhieb nicht verkneifen.

In der Tat ließen die Franzosen mit Javier Pastore, Jeremy Menez und Diego Lugano ihre drei Star-Einkäufe einfach zu Hause. Den Sieg soll das aber nicht schmälern.

Moniz hat mehr Geduld

„Wir haben uns gegen Paris endlich belohnt. Für die Mannschaft ist dieser Sieg enorm wichtig“, betonte Trainer Ricardo Moniz.

Für den Niederländer war dieser Erfolg auch eine Art Befreiungsschlag und eine Bestätigung seiner Arbeit.

„Die Steigerung war möglich, weil ich mehr Geduld als die Außenwelt habe. Ich habe gewusst, wie wenig fit ein Zarate war, welche Probleme Leonardo mit seinem Knie hatte, wie wichtig Alan war und wie sehr uns Douglas sowie Mendes gefehlt haben. Niemand hatte Verständnis dafür. Die Mannschaft entwickelt sich langsam, aber wir sind noch lange nicht fertig.“

Die überfällige Belohnung

Letztlich haben sich die Salzburger gegen Paris nur die überfällige Belohnung abgeholt. Schon im Hinspiel (1:3) hielt die Moniz-Truppe mit dem Star-Ensemble gut mit.

Und in den zwei Partien gegen Athletic Bilbao wäre sowieso mehr drin gewesen, als ein mickriger Punkt.

„Uns hat die Belohnung in den letzten Wochen gefehlt, gegen Paris war das endlich der Fall. Man hat gesehen, wie viel Qualität in der Mannschaft steckt. Wir haben Ehrgeiz, Qualität und Leidenschaft gezeigt“, freute sich Maierhofer.

Von Krise fast keine Spur mehr

Nach dem zweiten Sieg in Folge verschwindet nun langsam auch das Wort Krise wieder aus der Mozartstadt.

Maierhofer: „Die Krise redet immer die Öffentlichkeit herbei. Natürlich waren die letzten Wochen nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber wir sind nur vier Punkte hinter dem Tabellenführer und in der Europa League haben wir den Aufstieg in der eigenen Hand.“

Am 14. Dezember geht es also im finalen Showdown in Bratislava um den Aufstieg in die K.o.-Phase.

„Das wird ein ganz anderes Spiel“, meinte 2:0-Torschütze Dusan Svento. „Gleich ist nur, dass wir wieder gewinnen müssen. Aber der Sieg gegen Paris sollte uns genug Auftrieb geben.“


Kurt Vierthaler

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