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Moniz: "Wir sind nicht gut genug!"

Als Ricardo Moniz nach der 0:1-Niederlage gegen Athletic Bilbao zur Analyse ausholte, war das Spiel von Sturm Graz in Brüssel noch nicht mal im Gange.

Aber die Aussagen des Salzburg-Trainers hätten letztlich auch zur 0:3-Pleite der Grazer bei Anderlecht gepasst.

„Wir sind einfach nicht gut genug“, lautete das ebenso harte, wie treffende Fazit des Niederländers.

Salzburg hatte die Spanier vor nur 10.350 Zuschauern zwar über weite Strecken im Griff, am Punktekonto stand dennoch die Null.

Kein Klassen-Unterschied

„Irgendwann musst du auch Tore schießen. Wir haben eine Klasse-Mannschaft unter Druck gesetzt, aber wenn du einfach kein Erfolgserlebnis hast, gewinnst du auch ein sehr gutes Spiel nicht“, war Fränky Schiemer geknickt.

Simon Cziommer versuchte dagegen, das Positive herauszustreichen. Mit etwas mehr Glück und Cleverness hätten die „Bullen“ mit einer Vier-Punkte-Ausbeute aus den zwei Begegnungen dastehen können – und nicht Bilbao.

„Ich hoffe, dass jetzt endlich alle erkennen, dass in den beiden Spielen kein Klassen-Unterschied zwischen Red Bull Salzburg und Athletic Bilbao zu sehen war. Dementsprechend sollte man auch mal über Red Bull Salzburg sprechen“, verteilte der Deutsche einen Seitenhieb an die Salzburg-Kritiker.

Gibt’s ein Weihnachts-Wunder?

Von den anerkennenden Worten der nunmehr fix für das Sechzehntel-Finale qualifizierten Basken kann sich in Salzburg aber keiner etwas kaufen.

Immerhin lebt die Chance auf den Aufstieg noch, wenngleich die Aufgabe nahezu unmöglich erscheint.

Gegen Paris St. Germain muss ein Sieg her und zwar am besten mit zwei Toren Unterschied, um das direkte Duell für sich zu entscheiden und so den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen zu können.

Und auch im letzten EL-Gruppenspiel bei Slovan Bratislava ist ein Dreier voraussichtlich Pflicht.

Schützenhilfe durch Bilbao

„Solange die Chance noch lebt, müssen wir daran glauben. Wir schlagen Paris zu Hause und in Bratislava holen wir uns unser Weihnachtsgeschenk ab“, rechnete Stefan Maierhofer selbstbewusst vor.

Zumindest können Schiemer und Co. auf die Unterstützung von Athletic Bilbao bauen, das trotz des fixen Aufstiegs in den verbleibenden zwei Spielen alles geben wird.

Martinez verspricht: „Wir alle wollen Gruppenerster werden, daher heißt es, gegen Slovan und PSG noch einmal alles abzurufen.“

Kurt Vierthaler/Christian Eberle

Bilbao macht Salzburg Mut

Cziommer stand mit seiner Meinung aber keineswegs alleine da. Sogar vom Gegner bekam die Moniz-Truppe viel Lob.

„Salzburg hat uns alle überrascht. Sie haben einen guten Eindruck hinterlassen und können sich immer noch qualifizieren“, machte Goldtorschütze Ander Herrera im Gespräch mit LAOLA1 dem österreichischen Vizemeister Mut.

Auch Javi Martinez, der 2010 immerhin im Weltmeister-Kader stand und Spanien 2011 als Kapitän zum U21-EM-Titel führte, war von Salzburgs Leistung angetan.

„Es ist eine bemerkenswerte Mannschaft, gegen die es sehr schwer zu spielen ist. Sie haben uns das Leben wie auch schon im Hinspiel schwer gemacht. Wir mussten viel laufen und hart arbeiten, um den Sieg hier einzufahren.“

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