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Milanic: "Einige Spieler brauchen eine Pause"

Zeit und Geduld hat Darko Milanic in den letzten Tagen und Wochen immer wieder gefordert.

Nach dem 0:1 gegen UBK Breidablik und dem damit verbundenen, peinlichen Ausscheiden in der 2. Runde der Europa-League-Qualifikation dürfte vielen Sturm-Fans auch klar geworden sein, warum der Slowene diese beiden Wörter zuletzt sehr oft verwendet hat.

Am Donnerstagabend war aber sogar er überrascht. Weil seine Mannschaft es nicht zustande gebracht hat, in 180 Minuten ein Tor gegen eine isländische Amateur-Mannschaft zu erzielen und vor allem, weil er dachte, dass seine Spieler mehr von sich überzeugt sind.

Von Beginn an ohne Selbstvertrauen

„Wir haben schon sehr schlecht begonnen. Ich habe eigentlich erwartet, dass wir selbstbewusst auftreten und mit sicheren Pässen den Gegner müde machen. Es gab aber zu viele Situationen, in denen wir unsicher waren und unnötige Fehler gemacht haben, speziell auf der rechten Seite in der Abwehr“, nimmt der 45-Jährige explizit Neuzugang Aleksandar Todorovski in die Pflicht. Schließlich war auch das Verhalten auf der rechten Abwehrseite schuld daran, dass die Grazer in Rückstand geraten sind.

„Wir haben bei 0:0 auch noch eine Riesenchance durch Beric vergeben. Oft ist es so, dass ein Tor reicht, um dem Spiel eine klare Richtung zu geben“, trauert Milanic der hundertprozentigen Gelegenheit seiner Speerspitze nach. Doch auch nach dem Gegentreffer in Minute 38 wäre noch genügend Zeit gewesen, um die Scharte auszuwetzen.

Doch darauf war niemand eingestellt. In der Vorbereitung auf die Partie ging es nur um den Weg auf das gegnerische Tor. „Noch sind wir nicht soweit, dass wir von einem Plan vor dem Spiel abweichen und reagieren können“, musste Milanic daher zugeben.

"Hätte gedacht, dass wir den Weg zum Tor finden"

„In der zweiten Halbzeit haben wir dann sehr viel Druck gemacht, aber der Gegner war die ganzen 45 Minuten im eigenen Sechzehner.“ Und gegen die Menschenmauer aus dem hohen Norden, die einen Bruchteil des Sturm-Kaders wert ist, war an diesem Abend kein Kraut gewachsen.

„Ich habe gedacht, nachdem die Isländer mit wenigen Leuten nach vorne gekommen sind, dass wir das ohne Probleme schaffen und in 90 Minuten den Weg zum gegnerischen Tor finden. Durch das Mittelfeld und speziell über die Seiten durch Flanken“, musste Milanic erneut eingestehen, sich in seinen Spielern getäuscht zu haben.

Da halfen auch die Einwechslungen von Daniel Beichler und Marco Djuricin nichts. „Irgendwann hatten wir sogar vier Stürmer am Platz, aber das hat nichts gebracht. Wir haben einfach ohne Idee gespielt.“

Das spielte den Überlegungen von Olafjur Kristjansson, Coach von Breidablik, natürlich in die Karten. Viele Ideen nach vorne standen ohnehin nicht auf seinem Matchplan „Wir haben versucht unser Spiel so anzulegen, wie wir es schon in Island getan haben. Nämlich gut zu verteidigen und unsere Chance zu suchen. Das ist letztendlich geglückt“, jubelt der 45-Jährige über den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Fehlende Frische in der Mannschaft

Milanic will sich durch die Schlappe und die fehlenden Ideen aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Ich glaube nicht, dass es ein Schritt nach hinten war, aber wir müssen auf jeden Fall noch viel arbeiten. Das ist nicht leicht, aber ich lasse mir jetzt nichts kaputtmachen“, gibt sich der Slowene kämpferisch.

Nachdem am Sonntag der Gast aus Grödig wohl ebenfalls kaum auf Teufel komm raus stürmen wird, muss sich der Sturm-Coach etwas einfallen lassen. An manchen Stellen scheinen sich, recht früh in der Saison, auch körperliche Probleme zu offenbaren.

„Ich habe eine Mannschaft gesehen, die nicht frisch war. Das war auch schon in Innsbruck so. Das heißt, dass viel Arbeit auf uns wartet. Und das zeigt mir auch, dass einige, die gespielt haben, eine Pause brauchen.“

 

Andreas Terler

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