Austria in Alkmaar für Janko "krasser Außenseiter"

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Auch wenn der Klub nicht die Historie von Ajax Amsterdam oder PSV Eindhoven versprüht, wartet mit Alkmaar Zaanstreek auf die Austria in der Europa-League ein mehr als unangenehmer Gegner.

Die Wiener gastieren am Donnerstagabend (19.00 Uhr) beim aktuellen Spitzenreiter der niederländischen "Eredivisie" - der vor heimischer Kulisse noch dazu kaum zu knacken ist.

"Die Austria ist auf jeden Fall krasser Außenseiter", erkannte einer, der es wissen muss.

Starke Bilanz

Marc Janko war für eine von nur zwei Pflichtspielniederlagen Alkmaars in der laufenden Saison mitverantwortlich.

Beim 2:0-Sieg von Twente Enschede gegen Alkmaar in der zweiten Runde traf der Niederösterreicher zur Führung für sein Team. Es war die bisher letzte Liga-Pleite für den nach einer Fusion der Clubs aus Alkmaar und Zaanstreek 1967 gegründeten AZ in der laufenden Saison.

Mit sieben Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage liegt der zweifache niederländische Meister (1981, 2009) zwei Zähler vor PSV und Twente voran.

"Sie haben einen Höhenflug"

"Es ist Pech für die Austria, dass sie gerade jetzt auf Alkmaar trifft. Sie gehören zu den fünf bis sechs Topmannschaften in den Niederlanden und haben gerade einen Höhenflug. Wenn Alkmaar so spielt wie zuletzt, dann wird es für die Austria ganz, ganz schwer", meinte Janko.

Gefährlichster Mann sei der 21-jährige US-Teamstürmer Jozy Altidore, der "immer für ein Tor gut ist".

Aufpassen auf Elm

Technisch ist Alkmaar wie alle niederländischen Top-Mannschaften beschlagen. Physisch ist die Elf des seit Sommer 2010 von Gertjan Verbeek (49) trainierten AZ ebenfalls sehr stark.

Star der Mannschaft ist der Schwede Rasmus Elm. Der Mittelfeldmann ist vor allem bei Standardsituationen gefährlich. Mit Pontus Wernbloom (SWE), Niklas Moisander (FIN) und Simon Poulsen (DEN) stehen weitere skandinavische Teamkicker im Aufgebot.

Ohne Martens und Holman

Gegen die Austria verzichten muss die Mannschaft aus der 94.000-Einwohner-Stadt rund 50 Kilometer von Amsterdam entfernt auf den seit längerem verletzten Belgier Maarten Martens und den wichtigen Mittelfeldmann Brett Holman.

Der Australier zog sich beim 2:2 bei Ajax Amsterdam am Samstag eine Verletzung an der Leiste zu.

Extra-Leistung notwendig

Trotzdem braucht die Austria in der 2006 eingeweihten Multifunktionsarena von Alkmaar wohl eine Extra-Leistung.

"Es muss viel zusammenpassen, an einem guten Tag können sie ihnen aber auf jeden Fall Paroli bieten. Ich würde es der Austria wünschen, dass sie punktet. Das wäre auch für das Ansehen der österreichischen Liga gut", meinte Janko, der mit zehn Liga-Toren Österreichs aktuell größtes Aushängeschild im Land des Vizeweltmeisters ist.

Überraschender Erfolg

Der Erfolg der Rot-Weißen kommt überraschend, musste Alkmaar in den vergangenen zwei Jahren finanziell doch extrem zurückschrauben. Seit der Übernahme des Klubs durch den Bankier Dirk Scheringa im Jahr 1996 folgten große Investitionen.

Trainer wie Co Adriaanse (ab 2001, UEFA-Cup-Halbfinale 2005), Louis van Gaal (ab 2005, Meistertitel 2009), Ronald Koeman (ab 2009) und Dick Advocaat (ab Winter 2009) standen an der Seitenlinie. Eine neue Arena wurde gebaut.

Kleinere Brötchen

Seit Herbst 2009 muss der Klub allerdings kleinere Brötchen backen, nachdem die Bankenkrise auch die Scheringas DSB Groep erfasst hat. Diese war im Oktober 2009 pleite, Alkmaar verlor damit seinen Mäzen und Hauptsponsor. Im Sommer 2010 musste AZ einige Topspieler verkaufen, darunter auch Mendes da Silva zu Salzburg.

Das Budget wurde von 40 auf 25 Millionen Euro zurückgeschraubt, unter Verbeek wurden vor allem junge Profis geholt. In der diesjährigen Sommerpause gab es, um Lohnkosten abzubauen, erneut einen Aderlass - trotzdem scheint Alkmaar aktuell stärker als je zuvor.

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