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Hadzic: "Es ist noch viel Potenzial vorhanden"

Drei Spiele, ein Sieg, zwei Unentschieden.

Rein von den Ergebnissen her gibt es schlechtere Saisonstarts, als jenen des SK Sturm. Abgesehen von der Pflichtaufgabe beim Team Wiener Linien im Cup konnten die Schwarz-Weißen in der Bundesliga und im Europacup allerdings noch nicht wirklich überzeugen.

Pflichtspiel Nummer vier ist schon ein erstes Finale für diese neu zusammengestellte Mannschaft. Nach dem müden 0:0 auf Island muss in der UPC-Arena gegen Breidablik zum Aufstieg in die dritte Runde der Europa-League-Qualifikation ein Sieg her.

„Diese Woche ist für uns eine ganz entscheidende“, wird Präsident Christian Jauk in der „Kleinen Zeitung“ zitiert. Auch wenn die Grazer mit keinen Europacup-Einnahmen budgetiert haben, steht ein derart früher Abschied vom internationalen Geschäft klarerweise auf niemandes Saisonplan.

Internationaler Auftakt "Dahoam" ein Fall für Sturm

Ein peinliches Aus gegen einen Klub aus einem Land, das in der UEFA-Fünfjahreswertung 23 Plätze hinter Österreich zu finden ist, käme wohl einer Schmach gleich, die vor fast genau einem Jahr Vizemeister Red Bull Salzburg gegen Düdelingen erlitten hat.

Von schlechten Omen will man an der Mur aber nichts wissen. Schließlich war der erste Europacup-Auftritt vor heimischem Publikum in den letzten vier Fällen immer von einem Erfolg gekrönt.

Dass seine Mannschaft Zeit benötigt, hat Neo-Trainer Darko Milanic vor der Saison oftmals angekündigt. Auch seine Spieler sehen das nicht anders. „Es ist noch sehr viel Potenzial vorhanden“, sagt Anel Hadzic im Gespräch mit LAOLA1.

Ideale Paarung im Zentrum gesucht

In den bisherigen Partien war der Neuzugang aus Ried als Teil der Doppelsechs im flachen 4-4-2-System des Slowenen gesetzt. Begann im Cup noch Daniel Offenbacher neben dem 23-Jährigen, stellte Milanic in Island und beim Liga-Auftakt gegen Wacker Innsbruck neben Hadzic Manuel Weber auf.

Offensiv mit mäßigem Erfolg. Die Überlegung beim Muss-Sieg gegen Breidablik auf den offensiv orientierteren Offenbacher zu setzen, kommt daher nicht von ungefähr. Auch wenn Hadzic nicht von Rollenverteilung im Mittelfeldzentrum sprechen will.

„Beide Sechser sind für die Offensive und die Defensive zuständig, mehr Vorgaben gibt es eigentlich nicht. Wenn einer nach vorne geht, sichert der andere ab und umgekehrt“, so der 23-Jährige. In Innsbruck wollte beides nicht ganz nach Wunsch klappen. Hadzic gewann lediglich 38,5% seiner Zweikämpfe und konnte gegen die aggressiven Tiroler ebenso selten etwas dagegensetzen wie seine Teamkollegen.

Offensiv gegen den isländischen "Bunker"

„Trotzdem haben wir geführt, danach aber aufgehört zu spielen“, analysiert der österreichisch-bosnische Doppelstaatsbürger. Von einem glücklichen Punktegewinn im Heiligen Land will er nicht sprechen. „Wir haben nach dem 1:2 trotzdem noch nach vorne gespielt und alles probiert und solche Situationen wie beim 2:2 passieren dann ganz einfach. Natürlich war etwas Glück dabei, aber das muss man sich erarbeiten.“

Auf Fortuna will man sich aber nicht noch einmal verlassen, zudem soll beim Herausspielen von Torchancen, in Innsbruck mit vier Versuchen noch Schwerstarbeit, ein weiterer Schritt nach vorne gelingen.

Mit Breidablik kommt aber ein Gegner nach Graz, dessen Spielanlage mit jener des ersten Gegners in der Liga nicht zu vergleichen ist. Schon im Hinspiel wurde Sturm vom defensiv kompakten Auftritt der Mannschaft von Olafur Helgi Kristjansson überrascht. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass sich der Gegner mehr oder weniger hinten einbunkert“, so Hadzic.

Hadzic spürt noch keinen Druck

Im Rückspiel dürfte das nicht anders aussehen. „Ich erwarte wieder, dass sie zuerst sehr defensiv spielen und dann auf Konter aus sein werden“, ist man diesmal zumindest vorgewarnt. 

Um den „Bunker“ zu knacken, gilt die Devise Aktion statt Reaktion. „Wir dürfen nicht abwarten, aber wir werden uns auch in Geduld üben müssen. Kopflos nach vorne zu stürmen würde nach hinten losgehen.“

Überhaupt bleibt Hadzic, trotz eines bevorstehenden Geduldsspiels und der vom Präsidenten öffentlich unterstrichenen Bedeutung des Matchs, vor seinem zehnten Europacup-Auftritt ruhig.

„Natürlich haben wir uns bisher noch nicht so präsentiert, wie wir uns das erhofft haben. Aber wir haben eine gute Mannschaft und glauben an uns selbst. Ich persönlich spüre eigentlich keinen Druck. Aber vielleicht kommt das ja noch.“


Andreas Terler

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