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Die ÖFB-Klubs kennen ihre Gegner

Austria Wien würde im Falle des Aufstiegs in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation voraussichtlich auf Olimpija Ljubljana (Laibach) treffen.

Dies ergab die am Freitag in Nyon vorgenommene Auslosung. Die erste Partie würden die Wiener am 28. Juli auswärts in der slowenischen Hauptstadt absolvieren, ehe am 4. August das Rückspiel in der Generali Arena erfolgt.

Beide Teams legten bereits in den Hinspielen der zweiten Qualifikationsrunde am Donnerstagabend vor.

"Man darf Dublin nicht außer Acht lassen"

Die Austria mit einem 3:0 in Montenegro gegen Rudar Pljevlja, Olimpija mit einem 2:0-Heimsieg gegen den irischen Vertreter Bohemians Dublin. Bei den Slowenen arbeitet ein alter Bekannter: Ex-Austria-Kapitän Milenko Acimovic ist seit Jänner Sportdirektor von Olimpija.

"Vom Resultat her spricht zurzeit einiges für die Slowenen, man darf aber auch Dublin nicht außer Acht lassen. Wir werden uns über beide Teams ausführlich informieren und DVDs besorgen, von der Spielstärke kenne ich beide nicht wirklich", meinte Austria-Trainer Karl Daxbacher in einer ersten Reaktion.

Die Wiener durften über die Auslosung nicht unglücklich sein, wartete mit Maccabi Tel Aviv doch ein weitaus unangenehmerer Gegner. Weitere mögliche Kandidaten wären Ferencvaros Budapest, FK Jablonec (Gablonz) oder FC Gomel aus Weißrussland gewesen.

Acimovic freut sich

Im Gegensatz zur Austria hat Olimpija bereits eine erfolgreiche Quali-Runde in den Beinen. Gegen Siroki Brijeg aus Bosnien-Herzegowina schafften die Slowenen mit 0:0 (a) und 3:0 (h) den Aufstieg in die zweite Runde. Gegen Bosnier waren die Wiener im Vorjahr knapp weitergekommen.

Acimovic, der in Nyon zugegen war, freute sich über das mögliche Wiedersehen mit seinem Ex-Club.

"Auf so einen Gegner und so ein Spiel haben wir gewartet. Wir haben seit einem Jahr ein neues Stadion, das gegen die Austria mit 16.000 Zuschauer voll wäre", meinte der 34-Jährige. Noch heißt die anstehende Aufgabe aber Bohemians: "Wir sind noch nicht über diese Hürde drüber. Wir müssen vorsichtig sein."

Slowaken warten auf Leitgeb und Co.

Salzburgs Fußballer kennen ebenfalls ihren Gegner. Der Vizemeister, für den nach dem 4:1-Auswärtserfolg im Hinspiel am Donnerstag der Aufstieg nur noch Formsache sein sollte, würde in der nächsten Bewerbsphase gemäß der in Nyon vorgenommenen Auslosung auf den slowakischen Vizemeister FK Senica treffen. "Ein machbares Los", erklärte Dusan Svento, Slowake in Diensten der "Bullen".

Viel weiß man über das Team aus der westslowakischen 20.000-Einwohner-Stadt noch nicht, Salzburg-Trainer Ricardo Moniz wollte sich denn auch noch nicht zu "ungelegten Eiern" äußern. In der Europa League betritt der 1921 gegründete Verein jedenfalls Neuland.

Ex-Rapidler ist Trainer

Dank Rang zwei hinter Slovan Bratislava qualifizierte man sich 2010/11 erstmals für den Europacup. Weil Slovan auch Cupsieger wurde, übernahm Senica in der Europa-League-Setzung diesen Platz und steigt somit erst in der dritten Qualifikationsrunde ein.

In Österreich bekanntester Mann ist der 49-jährige Trainer Stanislav Griga. Der tschechoslowakische Ex-Team-Stürmer stand u.a. bei Feyenoord Rotterdam und 1992/93 bei Rapid Wien unter Vertrag, coachte 2005/06 Sparta Prag und übernahm im Sommer 2010 das Amt bei Senica.

Der Slowake Griga führt ein Team aus vornehmlich slowakischen und tschechischen Kickern, das um zwei brasilianische Legionäre sowie je einen südafrikanischen, argentinischen und niederländischen Spieler ergänzt ist.

Gludovatz hatte früher viel Kontakt

Cupsieger SV Ried bekommt es mit dem dänischen Spitzenclub Bröndby IF zu tun. Die Europacup-Spiele gegen den zehnfachen dänischen Meister finden am 28. Juli (Beginnzeit noch unbekannt) in der "Keine Sorgen Arena" in Ried und am 4. August in Kopenhagen statt.

"Bröndby IF ist ein äußerst attraktiver Gegner, aufgrund der sportlichen Erfolge für uns sicherlich eine sehr große Nummer. Die Chancen für uns sind gering, aber die Aufgabe ist dennoch lösbar", lautete der erste Kommentar von Ried-Manager Stefan Reiter, der selbst live bei der Auslosung in Nyon in der Schweiz mit dabei war, zum Dritten der abgelaufenen dänischen Meisterschaftssaison.

"Sicherlich über uns zu stellen"

Sein Trainer Paul Gludovatz, der die Innviertler gerade auf das schwere Heimmatch zum Bundesliga-Auftakt am Samstagabend gegen Meister Sturm Graz vorbereitete, kam zu einem ähnlichen Schluss: "Bröndby ist sicherlich die bekannteste dänische Mannschaft."

"Sie hat eine sehr gute Vergangenheit, an der Champions League teilgenommen und tolle Fußballer hervorgebracht. Sie ist sicherlich über uns zu stellen, aber wir werden alles versuchen, um über diesen großen Gegner drüberzukommen."

Gludovatz kennt den dänischen Fußball sehr gut. "Ich hatte früher sehr viel Kontakt zu Kopenhagen wegen eines Trainerkollegen im Nachwuchs", erklärte der Burgenländer, der sich deshalb auch in der jüngeren Vergangenheit sehr für den dänischen Spitzenfußball interessiert hat.

Dass das erste Match in der Keine-Sorgen-Arena in Ried stattfindet, ist Gludovatz recht. "Gegen einen großen Gegner haben wir uns gewünscht, dass wir zuerst zu Hause spielen." Zwar sind im Europacup nur 4.500 Zuschauer zugelassen, "doch die machen bei uns Stimmung wie bei anderen Clubs 10.000", betonte der "Taktikfuchs" und ehemalige ÖFB-Nachwuchs-Erfolgscoach.

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