Ried scheidet in Warschau aus EL-Quali aus

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Die SV Ried hat sich nach einem wahren Krimi aus dem internationalen Geschäft verabschiedet.

Im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde der Europa League mussten sich die Innviertler Legia Warschau am Donnerstag 1:3 (0:1) geschlagen geben.

Der 2:1-Heimsieg aus der Vorwoche reichte damit nicht für den Aufstieg.

Zulj gelingt Ehrentreffer

Marek Saganowski (41.), Miroslav Radovic (55.) und Danijel Ljuboja (63.) trafen für die Polen, nach einer Gelb-Roten Karte für Legias Ivica Vrdoljak in der 71. Minute drehte sich aber das Spielgeschehen.

Der eingewechselte Robert Zulj (76.) leitete mit seinem Treffer eine turbulente Schlussphase ein.

Thomas Reifeltshammer vergab per Kopf in der 86. Minute aber die Riesenchance auf den Aufstieg und eine ähnliche Sensation wie im Vorjahr gegen Bröndby.

Meilinger vergibt Top-Chance

Legia präsentierte sich vor 15.000 Zuschauern in der Pepsi-Arena als nicht übermächtiger Gegner.

Die Polen profitierten allerdings von einer Aneinanderreihung von individuellen Fehlern der Oberösterreicher.

Dabei startete Ried in Warschau mit der fast identen Elf vom Hinspiel, einzig der Spanier Nacho erhielt an der rechten Flanke den Vorzug vor Markus Grössinger.

Österreichs Cup-Finalist sorgte auch für die erste Schrecksekunde für die heimischen Fans: Marco Meilinger tauchte in der 7. Minute nach einem Stanglpass gefährlich vor dem Legia-Gehäuse auf.

Ljuboja überragend

Bereits im Gegenstoß prüfte Polens Ex-Teamstürmer Saganowski erstmals Rieds Schlussmann Thomas Gebauer.

Der Kapitän hatte auch alle Hände voll zu tun, als Jan Marc Riegler seinen eigenen Torhüter im Bedrängnis brachte (22.).

Angeführt von Ljuboja, der in beinahe jeder gefährlichen Aktion der Hausherren seine Beine im Spiel hatte, erarbeitete sich Legia dann ein klares Chancenplus.

Der ehemalige serbische Internationale war es auch, der die Warschauer auf die Siegesstraße brachte. Nach einem zu kurz ausgefallenen Klärungsversuch von Schicker bugsierte Ljuboja den Ball auf den Kopf von Saganowski, der gegen eine unsortierte Rieder Hintermannschaft keine Probleme hatte.

Schlussoffensive nach Ausschluss von Vrdoljak

Die Kontertaktik von Trainer Heinz Fuchsbichler war damit zum Scheitern verurteilt. Gegenstöße hatten die Rieder aber zuvor auch nicht setzen können.

Nach Seitenwechsel schien Legia den Sack endgültig zuzumachen. Radovic sorgte nach Ljuboja-Vorarbeit - die Rieder Abseitsfallle klappte nicht - für das 2:0, Ljuboja legte mit einem Heber über Gebauer nach.

Ried hing in den Seilen, Legia richtete die Innviertler aber auf. Der bereits verwarnte Vrdoljak musste nach wiederholtem Foulspiel vom Platz, Fuchsbichler schickte mit Zulj sogleich eine frische Offensivkraft aufs Spielfeld.

Reifeltshammer vergibt "Matchball"

Der Stürmer traf nur drei Minuten später, Ried schöpfte in Erinnerung an das 2:4 nach 0:4-Rückstand in Kopenhagen 2011 neue Hoffnung.

Die letzte Viertelstunde entwickelte sich daraufhin zum offenen Schlagabtausch.

Meilinger per Freistoß (86.) sowie Reifeltshammer, der den Ball aus wenigen Metern über das Legia-Tor köpfelte, ließen binnen einer Minute die besten Rieder Möglichkeiten aber ungenutzt.

Legia Warschau - SV Ried 3:1 (1:0)
Warschau, Pepsi-Arena, 15.000, SR Hacmon/ISR

Legia: Kuciak - Jedrzejczyk, Zewlakow (12. Suler), Astiz, Rzezniczak - Lukasik (59. Gol), Vrdoljak - Radovic, Ljuboja (79. Zyro), Kosecki - Saganowski

Ried: Gebauer - Hinum, Reifeltshammer, Riegler, Schicker - Ziegl (58. Carril), Hadzic (73. Zulj) - Nacho (56. Grössinger), Reiter, Meilinger - Gartler

Torfolge: 1:0 (41.) Saganowski, 2:0 (55.) Radovic, 3:0 (63.) Ljuboja, 3:1 (76.) Zulj

Gelb-Rote Karte: Vrdoljak (71./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Suler, Jedrzejczyk bzw. Hinum

 

STIMMEN ZUM SPIEL:

Heinz Fuchsbichler (Trainer Ried): "Es war wirklich knapp. Wir hatten die erste Riesenmöglichkeit des Spiels und dann durch Reifeltshammer noch einmal die große Möglichkeit auf den Aufstieg. Unter dem Strich waren wir aber unterlegen, weil Legia ein sehr hohes Tempo gegangen ist. Mit etwas Glück hätten wir die Sensation aber packen können. Jeder Spieler hat alles gegeben. Es ist bitter, aber wir konzentrieren uns nun auf die Meisterschaft."

Rene Gartler (Stürmer Ried): "Wir haben die ersten 60 Minuten zu verhalten gespielt. Warschau war besser als im Hinspiel. Wir haben es nicht geschafft, den Ball lange in den eigenen Reihen zu halten. Nach einer Stunde haben wir dann gezeigt, was wir können. Aber morgen ist das abgehakt, am Wochenende geht es schon wieder nach Wiener Neustadt."

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