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Schafft Ried die Sensation?

Für die SV Ried steht am Donnerstag in Kopenhagen das Rückspiel gegen Bröndby in der Europa-League-Qualifikation auf dem Programm.

Man könnte diese Partie durchaus in die Kategorie „Spiel des Jahres“ für die Oberösterreicher einreihen.

Die Chancen auf ein Weiterkommen stehen gegen den zehnfachen dänischen Meister nach dem 2:0 Hinspiel-Sieg jedenfalls außerordentlich gut.

Doch es wären nicht die Rieder, würden sie nicht trotz des doch recht komfortabel scheinenden Vorsprungs auf die Euphorie-Bremse treten.

"Wir sind nicht einmal gegen Gratkorn Favorit"

„Bröndby wird alle Kraft mobilisieren, um den Turnaround zu schaffen. Mit einer Niederlage gegen uns im Hinspiel haben sie nicht gerechnet. Sie haben uns unterschätzt. Das werden sie aber jetzt kein zweites Mal machen“, warnt etwa SVR-Manager Stefan Reiter vor den Kopenhagenern.

Trainer Paul Gludovatz schiebt wie üblich die Favoritenrolle von seiner Mannschaft: „Wir waren gegen Rapid nicht Favorit, wir sind gegen Bröndby nicht Favorit und wir sind nicht einmal im Cup in Gratkorn Favorit. Es muss jedes Spiel erst einmal gespielt werden. Und das mit dem nötigen Ernst. Wir brauchen am Donnerstag eine Top-Leistung, um die große Sensation zu schaffen.“

Bröndby mit Problemen

Der Gegner aus Kopenhagen hat derweil mit vielen Problemen zu kämpfen und steht gehörig unter Druck.

Am Sonntag musste man eine bittere 1:4-Heimschlappe gegen Horsens in der der dänischen Superliga hinnehmen. Fanproteste waren die Folge.  

Vor allem Trainer Henrik Jensen steht im Kreuzfeuer der Kritik. Bei einem Ausscheiden gegen Ried wird er wohl den Trainersessel räumen müssen.

Die Blau-gelben werden also alles daran setzen, gegen die „Wikinger“ doch noch die Wende herbeizuführen.

"Gegner wird uns anderes Gesicht zeigen"

„Der Gegner wird uns jetzt ein ganz anderes Gesicht zeigen. Es wird bei Bröndby eine Systemumstellung geben. Ich möchte der Mannschaft die Einstellung weitergeben, als stünde es 0:0. Das 0:2 zwingt Bröndby zu einem totalen Sturmlauf, zu einer aggressiven Angriffsweise“, sieht Gludovatz die aktuell recht brenzlige Situation des Gegners als Nachteil für sein Team.

Wird Glasner rechtzeitig fit?

Zudem könnte dem Cupsieger eine wichtige Leistungsstütze ausfallen.

Abwehrchef und Kapitän Oliver Glasner musste beim 0:0 gegen Rapid vergangenen Sonntag nach einem Luftduell mit Mario Sonnleitner verletzt vom Platz.

Der 36-Jährige zog sich eine stark blutende Platzwunde und eine Gehirnerschütterung zu. Zudem bereitet die rechte Schulter Schmerzen.

Ob der Routinier am Donnerstag auflaufen kann, wird sich laut Gludovatz erst am Matchtag entscheiden.

Spieler sind zuversichtlich

Trotz alledem gehen die Spieler zuversichtlich in die Partie gegen Bröndby. Allen voran Anel Hadzic.

„Wir werden dort hinfahren und den Aufstieg feiern“, tönt der Devensiv-Allrounder vor dem entscheidenden Match in Dänemark.

Teamkollege Thomas Reifeltshammer stößt in dieselbe Kerbe, wenn auch ein wenig vorsichtiger:  „Wir sind topmotiviert und werden mit voller Leidenschaft hineingehen. Wir wissen aber, dass erst ein Spiel gespielt ist und heiße 90 Minuten auf uns warten.“

Könnte die fehlende internationale Erfahrung den Innviertlern einen Strich durch die Rechnung machen? „Nein, das sehe ich nicht als Problem. Wir werden versuchen, sie auf dem Platz fertig zu machen“, will der 23-jährige Verteidiger das nicht als mögliche Ausrede gelten lassen.

Große Kracher warten

Im Falle des Aufstiegs könnte der „Dorfklub“ aus dem Innviertel in der nächsten Runde auf einen richtigen Kracher treffen.

Mögliche Gegner wären unter anderem die klingenden Namen FC Sevilla, AS Roma, Tottenham Hotspur, PSV Eindhoven oder Schalke 04.

Doch vorher muss erst einmal die Hürde Bröndby genommen werden.

 

Susanne Brunnmair / Bernhard Kastler

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