Soriano interessiert nur Minsk

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"Andere Themen interessieren mich nicht"

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Jonatan Soriano wird am Donnerstag sein 150. Spiel für Red Bull Salzburg bestreiten.

Seine bisherige Bilanz spricht für sich: 149 Spiele, 131 (!) Tore.

"Wenn ich Minsk wäre, hätte ich Respekt vor dem Mann mit der Rückennummer 26", schickt Trainer Peter Zeidler voraus.

"Soriano wird spielen" - aber wie lange?

Die weißrussische Delegation fragte bei der Ankunft in Österreich als Erstes, ob Soriano und auch Martin Hinteregger spielen können.

"Jonatan Soriano wird am Donnerstag spielen", hat Zeidler die Antwort bezüglich seines Kapitäns parat. Einzig verbleibende Frage: Wie lange?

"Ich fühle mich sehr gut und will 90 Minuten spielen", gibt der Top-Stürmer, der nach Oberschenkel-Problemen ein 20-minütiges Comeback gegen die Wiener Austria (2:2) gab, klar zu verstehen.

"Ich akzeptiere jede Entscheidung"

"Die Entscheidung liegt beim Trainer und ich werde alles akzeptieren, egal ob es 15, 20 oder 90 Minuten sein werden. Hauptsache, wir steigen auf!"

Soriano wird - wie auch in den Tagen zuvor schon - am Nachmittag am Mannschaftstraining teilnehmen, danach soll laut Zeidler der endgültige Plan stehen.

"Ich handhabe es so, dass ich mit ihm, der Mannschaft und dem Trainer-Team reden werde. Dann werden wir einen Plan machen, wie lange Jonny spielen wird."

Zusatz: "Wir freuen uns auf jeden Fall, dass er dabei ist."

Zukunft (noch) kein Thema

Kein Wunder, sind doch seine Ausnahme-Qualitäten bei einem 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel besonders gefragt.

"Bei Red Bull ist der Druck immer da, gewinnen zu müssen. Jetzt ist unser großes Spiel. Wir wollen international mitwirken, müssen mehr als zwei Tore schießen. Wir sind sehr fokussiert und motiviert."

Da bleiben andere Themen auf der Strecke.

Auf die Frage, was ein Ausscheiden für seine persönliche Zukunft bedeuten würde, meint Soriano: "Ich bin fokussiert, mich interessiert kein anderes Thema. Ich will nur von morgen sprechen."

Kann Hinteregger spielen?

Freilich sollte auch kein Gegentor fallen, diesbezüglich wäre ÖFB-Teamspieler Martin Hinteregger ein Gewinn für die Defensive.

"Er hat im Hinspiel gegen Malmö und gegen Altach gezeigt, welch große Rolle er spielen kann, alleine, wenn er am Platz ist", lobt Zeidler.

Der Kärntner kehrt am Mittwoch ins Mannschaftstraining zurück, zuletzt reichte es nur für Einzeleinheiten.

Salzburg will ein ruhiges Spiel

Im Tor wird Alexander Walke stehen und der geht hinsichtlich Zeidler mit dem Matchplan konform: "Wir sollten ein ruhiges Spiel machen und bei 0:0 in der Halbzeit auch nicht in Hektik verfallen. Wichtig ist, hinten nichts zuzulassen."

An der Zuversicht trotz des tristen Hinspiel-Ergebnisses aufzusteigen, mangelt es bei keinem der Protagonisten.

Walke: "Wir haben den gleichen Fehler noch nicht zwei Mal gemacht. Ob das jetzt positiv ist oder nicht sei dahingestellt. Aber wir sind auch etwa gegen die Austria zwei Mal zurückgekommen. Die Stimmung in der Kabine passt und ich glaube an die Stärke der Mannschaft."

 

Bernhard Kastler

 

Red Bull Salzburg - Dinamo Minsk
Wals-Siezenheim, Red-Bull-Arena, 20.30 Uhr, SR Blom/NED. Hin: 0:2.

Salzburg: Walke - Schwegler, Caleta-Car, Miranda/Hinteregger, Ulmer - Schmitz, Ch. Leitgeb, Berisha, Minamino - Soriano, Reyna

Ersatz: Stankovic - Lainer, Sörensen/Laimer, Atanga, Lazaro, Prevljak, Djuricin/Oberlin

Es fehlen: Keita (gesperrt), Nielsen (nicht auf UEFA-Kaderliste), Pehlivan (im Europacup noch nicht spielberechtigt)

Minsk: Gutor - Begunow, Politewitsch, Bangura, Witus - Adamovic, Woronkow, Korytko, Neacsa - Beqiraj, Rassadkin

Ersatz: Ignatowitsch - Weretilo, Konzewoj, El Monir, Udoji, Tigorew, Buljiga

Es fehlt: Korsun (gesperrt)

Mit einem Hauch von Beric

Ein Hauch von Robert Beric schwingt in dieser Aussage mit, wenngleich sie natürlich nachvollziehbar ist.

Doch seit seiner Kritik - Stichworte "instagram" und "Kinderfußball" - scheint ein vorzeitiger Abgang (Vertrag bis 2018) aus Salzburg nicht mehr ausgeschlossen.

Zumal Soriano auch nicht klipp und klar sagt, dass er bleibt und wie Marco Djuricin - Freitag gibt es laut Berater ein Gespräch mit Salzburg - gehen könnte. Ein Herbst ohne internationales Geschäft könnte zu viel des "Schlechten" sein, auch wenn Soriano stets betont, wie wohl er sich hier fühlt.

Einen Monat vor seinem 30er könnte noch einmal das Feuer nach einer großen Aufgabe ausgebrochen sein, zuletzt war Benfica am Spanier interessiert. Europäisch zu spielen, das will Soriano nicht missen.

Das vorzeitige Europacup-Aus will die Salzburger Gallionsfigur eben verhindern. Alleine seine Freistoß-Qualitäten werden nicht ausreichen.

"Wir müssen vorne andere Optionen suchen. Wir haben mit individuellen Spielern viel Qualität, können mit unserem Stil gewinnen", sagt Soriano und geht damit indirekt aufs Hinspiel ein, wo sich die Salzburger trotz Überlegenheit keine großen Chancen herausspielen konnten.

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