"Es ist sicher noch nicht das Maximum erreicht"

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Wie schnell es bei Rapid gehen kann, musste Michael Schimpelsberger zum Saisonstart am eigenen Leib erleben.

Von der beinahe unverzichtbaren Stammkraft zum Tribünengast oder Bankerldrücker – so hart war das Schicksal des 21-jährigen Linzers.

Zu diesem Zeitpunkt wusste man aber noch nicht, dass der Defensivspieler nur das erste „Opfer“ von Trainer Peter Schöttels Rotation war.

Mittlerweile hat sich das alles relativiert. „Schimpis“ erbitterter Kampf gegen Freund Christopher Trimmel geht in den kommenden Wochen aber trotzdem in die nächste Runde (PAOK-Rapid, ab 20:30 Uhr im LIVE-Ticker).

„Immerhin noch ein Mannschaftssport“

„Natürlich war es bitter“, blickt Schimpelsberger im Gespräch mit LAOLA1 auf den Auftakt gegen Wacker Innsbruck zurück, als er nicht einmal im Kader aufschien.

In Wiener Neustadt und im Derby durfte er zumindest auf der Ersatzbank Platz nehmen, auch im Rückspiel gegen Vojvodina Novi Sad war er nicht erste Wahl.

„Man muss sich aber in den Dienst der Mannschaft stellen. Es ist immerhin noch ein Mannschaftssport“, findet der ehemalige Twente-Legionär Worte, die gerade nach dem Eklat um Paul Scharner besondere Bedeutung genießen.

„Natürlich will ich spielen, aber wenn die Mannschaft gewinnt, bin ich glücklich.“ Seine Chance hat er mit Einsätzen in Novi Sad, in Salzburg und gegen Sturm genützt.

Extraschichten bringen offensive Verbesserungen

Obwohl er in der vergangenen Saison in 26 Einsätzen respektable Leistungen ablieferte und drei Torvorlagen beisteuerte, ortete Schöttel Defizite im Spiel nach vorne.

Vor allem beim 3:0 gegen Sturm zeigte sich der Youngster verbessert. „Ich glaube, da habe ich doch ein paar Mal aufblitzen lassen, dass ich auch was in der Offensive kann“, schmunzelt der Rechtsfuß.

Dass er sich nun öfters in die Angriffe seiner Mannschaft einschaltet, kommt nicht von ungefähr. In Extraschichten arbeitet der Oberösterreicher am bemängelten Offensivdrang.

„Ich mache nach fast jedem Training – wenn es geht – Flanken und schaue, dass ich mich noch offensiv verstärke. Es geht Schritt für Schritt besser, aber es ist sicher noch nicht das Maximum erreicht.“

Fairer Konkurrenzkampf mit Freund Trimmel

Die Erwartungen für seine Position rechts in der Viererkette haben sich verändert. Vor allem seit mit Christopher Trimmel ein guter Freund zum Verteidiger umfunktioniert wurde.

Dieser verdrängte ihn oft in den offensiveren Ausrichtungen, während Schimpelsberger meist gegen offensiv stärkere Teams die Defensive stärkte.

„Trimmel hat in den drei Spielen auch sehr gut gespielt“, gibt der ÖFB-U21-Teamspieler offen zu.

„Jetzt war ich an der Reihe und habe, glaube ich, meine Sache auch ganz gut gemacht“, beweist Schimpelsberger, dass im Konkurrenzkampf mit fairen Mitteln gekämpft wird.

"Schimpi" durch Trimmel-Verletzung im Fokus

Im Hinspiel des Playoffs zur Europa League steht einmal mehr der vier Jahre jüngere Profi im Fokus, während sein Kontrahent die Reise nach Griechenland nicht einmal antreten konnte.

Eine Rückenverletzung machte Trimmels Plänen einen Strich durch die Rechnung. Somit darf und muss sich einmal mehr Schimpelsberger beweisen.

Auf Dauer wird sich an dem Wechselspiel aber nicht viel ändern. „Wir werden von Spiel zu Spiel sehen, wen der Trainer aufstellt.“

Mittlerweile sind Schöttels Schützlinge auf der rechten Seite ja längst nicht mehr das einzige Duo, dass sich an das Rotationsprinzip gewöhnen muss.


Aus Thessaloniki berichtet Alexander Karper

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