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"Ich erwarte mir eine Schlacht"

"Sie werden automatisch Werbung machen"

Ebenso ein Thema in der Mozartstadt ist die Entwicklung einzelner Spieler. Dass diese im Idealfall in einer Einberufung ins Nationalteam gipfelt, liegt auf der Hand. Dass Andreas Ulmer und Stefan Ilsanker allerdings nicht im aktuellen Kader des ÖFB-Teams stehen, sorgte mancherorts für Unverständnis.

Rangnick sieht das jedoch gelassen: „Das ist eine Entscheidung, die Teamchef Marcel Koller treffen muss. Ich bin überzeugt, wenn wir weiter so spielen, werden die Spieler automatisch Werbung für sich machen und dann berücksichtigt werden. Die Entwicklung von Ulmer und Ilsanker ist wirklich großartig. Österreich kann sich glücklich schätzen, wenn es tatsächlich bessere Spieler auf ihren Positionen gibt.“

"Sie werden irgendwann dabei sein"

Schmidt gibt zu bedenken, dass diese Spieler auch sehr von der aktuellen Spielanlage der „Bullen“ profitieren und eine Einberufung auch davon abhänge, wie das ÖFB-Team konkret auftreten wolle. „Wenn man Neues dazu holt, muss das eine fundierte Entscheidung sein. Koller hat mir bestätigt, dass er beobachten möchte, wie sich die Spieler international schlagen. Ich gehe davon aus, dass sie irgendwann dabei sein werden“, so Schmidt.

Launiger Nachsatz: „Ich gönne es aus meiner Mannschaft jedem, es ins Nationalteam zu schaffen. Ich würde es auch Soriano gönnen, für Spanien zu spielen, richtig guten Mittelstürmer haben die ja keinen.“

Doch die Konzentration gilt freilich voll und ganz dem Rückspiel gegen Ajax. Das Salzburger Stadion wird mit 29.320 Fans ausverkauft sein. Und sie sollen nicht enttäuscht werden. „Wir wollen uns für unsere Entwicklung belohnen“, sagt Schmidt.

Harald Prantl

 

Red Bull Salzburg - Ajax Amsterdam
(Stadion Wals-Siezenheim, 19.00 Uhr, SR Paolo Tagliavento/ITA). Hinspiel 3:0.

Salzburg: Gulacsi - Schwegler, Ramalho, Hinteregger, Ulmer - Ilsanker - Kampl, Ch. Leitgeb, Mane - Soriano, Alan

Ersatz: Walke - Klein, Schiemer, Rodnei, Svento, Lazaro, Hierländer, V. Berisha, Meilinger, R. Zulj

Es fehlen: Vorsah (rekonvaleszent nach Kreuzbandriss), Reyna, Dossou (beide nicht im Kader)

Ajax: Cillessen - Van Rhijn, Veltman, Moisander, Blind - Klaassen, Poulsen, Duarte - Bojan Krkic, S. De Jong, Kishna

Ersatz: Vermeer - Van der Hoorn, Denswil, Riedewald, Andersen, De Sa, Sigthorsson

Es fehlen: Fischer (Muskelfaserriss im Oberschenkel), Schöne (Bänderverletzung im Knöchel), Serero (Leistenprobleme), Boilesen (Oberschenkelprobleme)

Aufsteiger im Achtelfinale gegen FC Basel oder Maccabi Tel Aviv (Hinspiel in Tel Aviv 0:0)

Zurückhaltung ist das Salzburger Gebot der Stunde.

Im Vorfeld des Rückspiels gegen Ajax Amsterdam (Do., 19 Uhr, im LIVE-Ticker) spucken die Verantwortlichen trotz des 3:0-Vorsprungs keine großen Töne.

Natürlich sei die Ausgangsposition gut, freilich wolle man den Schritt in die nächste Runde schaffen, klar stünden die Chancen denkbar gut.

Doch die Zwischentöne sind Warnungen an die Spieler. „Ich erwarte mir eine absolute Schlacht. Ajax wird eine Reaktion zeigen, darauf müssen wir vorbereitet sein“, sagt RBS-Coach Roger Schmidt. Dem Deutschen ist klar, dass die Niederländer die Schmach aus dem Hinspiel nicht so einfach auf sich sitzen lassen werden.

"Wir meinen nicht, dass wir unschlagbar sind"

„Beide Mannschaften haben aus der ersten Begegnung Erkenntnisse gewonnen. Wir haben uns überlegt, welche Möglichkeiten Ajax suchen wird und bereiten das Team darauf vor, was eventuell kommen könnte. Wir werden genau wissen, was wir zu tun haben“, so Schmidt weiter.

Dass Ajax ganz anders auftritt als im ersten Duell erwartet er aber nicht: „An den Spielanlagen wird sich nicht viel ändern. Ajax ist von seinem Spiel überzeugt, wir von unserem. Im Hinspiel haben wir es geschafft, ihnen unser Spiel aufzuzwingen. Das wird auch diesmal die Herausforderung sein.“

Der Trainer weiß um die Stärke seines Teams, hütet sich aber davor, den Salzburger Stil als übermächtig zu erachten: „Man kann sich auf alles Mögliche einstellen. Wir meinen nicht, dass wir unschlagbar sind. Aber es ist schwer, gegen uns zu spielen, weil wir auf dem Platz sehr aktiv sind. Ajax hat das einmal erlebt und bestimmt Schlüsse daraus gezogen.“

"Ajax muss nicht das Ende sein"

Obwohl sich Schmidt lediglich auf das kommende Spiel konzentriert, kommt er nicht umhin, weiterführende Fragen zu beantworten. Etwa, wohin der Weg seiner Truppe noch führen kann. „Was am Ende des Tages möglich ist, weiß ich nicht. Dass Ajax nicht das Ende sein muss, ist uns aber auch klar. Wir sind überzeugt, in der Lage zu sein, uns auch in der nächsten Runde in zwei Spielen durchzusetzen.“

Sportdirektor Ralf Rangnick sieht es ähnlich: „In der Red-Bull-Ära ist es noch nie gelungen, ins Achtelfinale einzuziehen. Das wäre also ein großer Erfolg. Für mich ist aber die Entwicklung entscheidend. Und wenn man sich das Durchschnittsalter anschaut, sehe ich nicht, warum die Entwicklung zu Ende sein sollte. Diese Mannschaft wird sich noch weiter entwickeln.“

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