Men 2 Watch - Anderlecht, Bilbao, Alkmaar

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Belgischer Rekordmeister, baskisches „Nationalteam“ und niederländischer Top-Klub.

Nahezu logisch, dass bei den Gegnern der österreichischen Vertreter in der dritten Runde der Europa League auch Spitzen-Fußballer zu finden sind.

Allein die beiden Weltmeister in Diensten Bilbaos, Fernando Llorente und Javi Martinez, haben zusammen einen Marktwert, der höher ist, als der der gesamten Salzburger Mannschaft.

Zum dritten Mal bietet LAOLA1 eine Übersicht der Protagonisten vor den Begegnungen von Sturm, Salzburg und Austria (ab 19:00 Uhr im LIVE-TICKER).

RSC ANDERLECHT

Dieumerci Mbokani

Der in Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo geborene Mbokani spielte bereits in der Saison 2006/07 für Anderlecht und erzielte in neun Spielen vier Treffer. Nach drei erfolgreichen Jahren bei Standard Lüttich (35 Tore in 81 Spielen), in denen er zwei Meistertitel bejubeln konnte, waren die weiteren Engagements des Stürmers weniger von Erfolg geprägt. Beim AS Monaco erzielte der 25-Jährige in zehn Spielen nur ein Tor. Beim VfL Wolfsburg, wo er als Ersatz für den zu Manchester City abgewanderten Edin Dzeko verpflichtet wurde, ging er in sieben Kurzeinsätzen leer aus. Von Trainer Felix Magath nicht mehr berücksichtigt, verließ „Danke Gott“, wie sein Vorname übersetzt lautet, Niedersachsen und kehrte nach Belgien zurück. Drei Tore in vier Spielen zeigen, dass der Schritt wohl der richtige war.

Milan Jovanovic

Sturmpartner Mbokanis bei Standard Lüttich war 2007-2010 jener Mann, mit dem er bei Anderlecht nun wieder vereint ist, Milan Jovanovic. Der 30-jährige Serbe versuchte davor bei Shakhtar Donetsk und Lokomotiv Moskau sein Glück, blühte aber erst in Belgien richtig auf. 52 Tore in 116 Partien ergeben eine Quote, die auch den großen FC Liverpool auf den Plan rief. Bei den „Reds“ litt er allerdings unter den Trainerwechseln der abgelaufenen Saison. Noch von Rafael Benitez verpflichtet, kam der 40-fache Teamspieler unter Roy Hodgson 18 Mal zum Einsatz (je ein Tor in Liga-Cup und Europa League), fristete aber nach dessen Entlassung ein Dasein auf Bank und Tribüne. In Belgien läuft es für den Offensiv-Mann mit wettbewerbsübergreifend sechs Toren aus neun Spielen sichtlich besser.

Roland Juhasz

Bereits in seine siebente Saison mit Anderlecht geht Roland Juhasz. Der ungarische Innenverteidiger, der sich vor allem auf das Duell mit Landsmann Imre Szabics freut, ist mit seinen 1,93 Metern meist Herr des Luftraums. Was in der Defensive Stabilität garantiert, macht ihn bei Standards zum bevorzugten Flankenabnehmer und im Endeffekt zu einem regelmäßigen Torschützen. Der ungarische Fußballer des Jahres 2009 wollte eigentlich im Sommer zu den Glasgow Rangers wechseln („Es ist Zeit für eine neue Herausforderung“), der Transfer scheiterte aber an der Ablösesumme. Ein Umstand, der für Sturm zum Verhängnis werden könnte.

Matias Suarez

Trotz der Konkurrenz von Mbokani und Jovanovic heißt Anderlechts gefährlichster Offensiv-Mann der laufenden Saison Matias Suarez. In den neun Spielen der Jupiler League zeichnete sich der Argentinier für vier Treffer verantwortlich. Eine Zahl, bei der er dank eines Hattricks gegen AEK Athen auch schon in der Europa League hält. Der 23-Jährige kam 2008 von CA Belgrano nach Belgien und stand in den ersten Jahren stets im Schatten von Mbark Boussoufa oder Romelu Lukaku. Nach deren Abgang konnte sich Suarez nun in den Vordergrund spielen. „Ich habe an Muskeln zugelegt, bin aber in erster Linie mental wesentlich stärker“, offenbart der pfeilschnelle Stürmer in einem UEFA-Interview sein Geheimnis.

Guillaume Gillet

Ein Blick auf die Ergebnisse des EL-Gegners von Sturm Graz offenbart nicht nur die aktuelle Hochform des gesamten Teams, sondern auch von Guillaume Gillet. Der gebürtige Lütticher hält wie Suarez bei vier Saisontoren und erzielte diese allesamt in den letzten sechs Wochen. Als rechter Mittelfeldspieler unterstreicht Gillet, worin die Stärken im Anderlecht-Offensiv-Spiel liegen: „Im letzten Jahr stand Romelu (Lukaku, Anm.) oft alleine im Sturm, jetzt kann die Gefahr von überall kommen.“ Dass Teamchef Georges Leekens dennoch in lediglich einem EM-Qualifikationsspiel (2:3 gegen die Türkei) auf die Dienste des 27-Jährigen setzte, mag da nur verwundern.

ATHLETIC BILBAO

Fernando Llorente

1,95 Meter groß, blaue Augen und lockiges blondes Haar. Dies sind die äußerlichen Merkmale des 26-Jährigen. Beeindruckendes Zweikampfverhalten, Kopfballstärke und nicht zuletzt Tor-Instinkt sind die Eigenschaften, die für den Angreifer auf dem Platz auch wirklich zählen. Llorente ist das Herzstück des Angriffsspiels der Basken und zugleich ihr begehrtester Spieler. Allen finanziellen Verlockungen Real Madrids oder des FC Liverpools zum Trotz hält der Weltmeister von 2010 seinem Jugendverein bislang die Treue. Seit vier Jahren kann „El Rey Leon“ (Der König der Löwen) nun schon am Ende der Saison ein zweistelliges Tor-Konto vorweisen. Mit dem persönlichen Spitzenwert von 18 Treffern in der vergangenen Spielzeit hat der 19-fache Teamspieler maßgeblichen Anteil daran, dass sich Bilbao überhaupt für die Europa League qualifizierte.

Javi Martinez

Nicht viele Spieler können von sich behaupten, als amtierender Weltmeister auch noch einen Jugend-Europameistertitel zu gewinnen. Für Javi Martinez trifft das nach der WM 2010 und der U21-EM 2011 zu. Ebenso wie Llorente in der Provinz Navarra (was zum baskischen Einflussgebiet gezählt werden kann) geboren, kam der 23-Jährige 2006 von Osasuna zu Athletic und absolvierte seitdem bereits 196 Pflichtspiele für den Traditionsklub. Im Normalfall agiert der Kapitän der siegreichen U21-Auswahl im defensiven Mittelfeld, wo er aufgrund seiner Größe von 1,90 Meter auch klare Vorteile im Luftkampf hat. Darüber hinaus profiliert sich Martinez, dessen Marktwert mit rund 20 Millionen Euro beziffert wird, als sicherer Ballverteiler und Schaltstelle zwischen Defensive und Offensive.

Iker Muniain

Der jüngste Spieler, der je in einem offiziellen Bewerbsspiel das rot-weiß gestreifte Trikot getragen hat, der jüngste Spieler Bilbaos in einem Europacup-Spiel und der jüngste Spieler, der für die Basken ein Tor erzielt hat, all das ist Iker Muniain. Seit dem Jahr 2009, in denen der Offensiv-Spieler diese Rekorde aufgestellt hat, sind zwei Jahre vergangen, und doch kann der wieselflinke und technisch versierte Flügelspieler mit seinen 18 Jahren noch immer als Talent bezeichnet werden. Die Qualitäten des „Basken-Messi“ bekam auch Austria Wien am eigenen Leib zu spüren. Der 1,65-m-Zwerg erzielte den Treffer zum 3:0-Endstand in der Europa-League-Partie im September 2009. Auch in der diesjährigen Europa-League-Saison konnte sich Muniain schon in die Torschützenliste eintragen, er erzielte das Siegestor zum 2:1 in Bratislava.

Fernando Amorebieta

Dass im Aufgebot Athletic Bilbaos durchaus auch nicht-spanische Nationalspieler stehen können, beweist der Venezolaner Fernando Amorebieta. In seinem erst zweiten Länderspiel schrieb der 26-jährige Abwehrspieler gleich Geschichte und sorgte mit dem 1:0-Treffer im WM-Qualifikationsspiel gegen Argentinien für den ersten Sieg Venezuelas über die „Albiceleste“. In Bilbao bildet der kopfballstarke Linksfuß mit Borja Ekiza das Innenverteidiger-Duo. Somit fällt die Tatsache, dass die Basken in dieser Saison noch kein einziges Spiel ohne Gegentor beenden konnten, in den Schuldigkeitsbereich Amorebietas. Schnelle Gegenspieler stellen den Sohn baskischer Eltern immer wieder vor Schwierigkeiten.

Andoni Iraola

Der Platz an der rechten Außenbahn ist in der Hauptstadt der baskischen Provinz Bizkaia seit Jahren fix an Andoni Iraola vergeben. Seit der 29-Jährige 2003 den Sprung vom B-Team zur ersten Mannschaft Athletics geschafft hat, absolvierte er in jeder Saison zumindest 30 Ligaspiele. Diese Konstanz brachte ihm mitunter den Spitznamen „Duracell“ ein. Mit einer „Pferdelunge“ und ausgezeichneten technischen Grundfähigkeiten ausgestattet, ist Iraola zweifellos einer der stärksten Außenverteidiger in „La Liga“. Würde im Nationalteam nicht ein gewisser Sergio Ramos dieselbe Position einnehmen, stünden schon wesentlich mehr als sieben Länderspieleinsätze auf der Habenseite.

AZ ALKMAAR

Jozy Altidore

Spätestens seit seinem Debüt mit nur 16 Jahren in der MLS gilt Josmer Volmy Altidore als das größte Talent im amerikanischen Fußball. Seit der Sohn haitianischer Eltern 2008 die New York Red Bulls Richtung Villarreal verließ, jagt er diesen Vorschuss-Lorbeeren allerdings hinterher. Weder beim spanischen Erstligisten, noch während seiner Gastspiele auf Leihbasis bei Xerez, Hull City oder Bursaspor konnte sich der bullige Angreifer durchsetzen. Bei Alkmaar scheint nun der Durchbruch gelingen zu können. Altidore traf drei Mal in der niederländischen Eredivisie, zwei Mal in der EL-Qualifikation und nicht zuletzt in beiden bisherigen Gruppenspielen gegen Malmö und Metalist Kharkov. Die Austria darf also vor dem 46-fachen Teamspieler gewarnt sein.

Rasmus Elm

Nach vier Jahren bei seinem Stammverein Kalmar FF wechselte Rasmus Elm im August 2009 nach Alkmaar. Vom damaligen Teamchef Lars Lagerbäck als größtes schwedisches Talent seit Zlatan Ibrahimovic geadelt, kämpfte der heute 23-Jährige in den ersten beiden Saisonen allerdings immer wieder mit Verletzungen. In der aktuellen Spielzeit könnte der Stern des Bruders von David (Stürmer bei Elfsborg) und Viktor (Offensivspieler bei Heerenveen) aber endgültig aufgehen. Mit sechs Treffern in neun Spielen hat Elm jetzt schon mehr Tore auf seinem Konto als in den Saisonen 2010/11 (fünf Tore in 28 Spielen) und 2009/10 (drei Treffer in 23 Spielen). Auch im Länderspiel gegen Österreich im Februar 2009 bewies der Mittelfeldspieler seine Torgefährlichkeit.

Roy Beerens

Eine große Zukunft wird in den Niederlanden auch Roy Beerens bescheinigt, den sich Alkmaar im Sommer von Liga-Konkurrenten Heerenveen schnappte. Der Flügelspieler ist sowohl links als auch rechts einsetzbar und glänzt als Vorbereiter und Vollstrecker in einer Person. Bondscoach Bert van Marwijk honorierte diese Leistungen und lud den 23-Jährigen zumindest schon einmal zu einem Freundschaftsspiel gegen die Ukraine ein. Hält Beerens seine Form, scheinen weitere Team-Einsätze vorprogrammiert. Aufgrund seiner Körpereigenschaften von 1,73 Meter Größe und 63 Kilogramm Gewicht lässt sich der Edeltechniker am ehesten mit Pedro von FC Barcelona vergleichen.

Niklas Moisander

Der 26-jährige Finne begann seine Profi-Karriere im Alter von 17 Jahren beim FC TPS Turku, wo Ajax Amsterdam auf ihn und seinen Zwillingsbruder Henrik aufmerksam wurde. In zwei Jahren beim niederländischen Elite-Klub kam das Bruderpaar allerdings nie in der ersten Mannschaft zum Einsatz. Während Torhüter Henrik nach Schweden wechselte, versuchte Niklas sein Glück in der zweiten niederländischen Liga. Beim FC Zwolle überzeugte der Innenverteidiger mit soliden Leistungen und feierte schließlich am 20. 9. 2008 sein Debüt in der Eredivisie. Seit diesem Zeitpunkt ist der 1,82-Mann aus der Hintermannschaft von Alkmaar nicht mehr wegzudenken und trägt mittlerweile sowohl bei AZ als auch im finnischen Team die Kapitänsschleife.

Esteban Alvarado

Da Joey Didulica am 11. Oktober aufgrund der schweren Nacken- und Kopf-Verletzungen seinen Rücktritt vom aktiven Sport bekannt gab, kommt es leider nicht zum brisanten Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. Anstelle des Australo-Kroaten steht mittlerweile ein Costa-Ricaner im Tor des Viertplatzierten der abgelaufenen Saison in den Niederlanden. Der 22-jährige Alvarado wechselte 2010 nach nur sieben Spielen bei Rekordmeister CD Saprissa nach Alkmaar, kam aber mit der Ehrung „Bester Torhüter der U20-WM 2009“ im Gepäck. Der 1,93-Hüne stand in allen neun Liga-Spielen im Tor und kassierte dabei acht Gegentore. Ein guter Wert, wenn man bedenkt, dass bereits gegen Ajax, PSV, Twente und Feyenoord gespielt wurde.


Christian Eberle

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