Die größten Fan-Skandale der Rapid-Geschichte

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75.000 Euro Geldstrafe und ein Geisterspiel plus drei Jahre Bewährung.

Die UEFA griff nach dem Skandalspiel bei PAOK Saloniki auch gegen Rapid Wien hart durch und verordnete die geforderte Höchststrafe.

Edlinger sieht keine „Verhältnismäßigkeit“

"Es war klar, dass uns harte Strafen für das Abfeuern von Pyrotechnik erwarten", sagte Präsident Rudi Edlinger, der aber trotzdem Einspruch einlegen wird.

"Da auch die Verfehlungen eines kleinen Teils unserer Anhänger in einem Auswärtsspiel und nicht in einer Begegnung vor eigenem Publikum passierten, ist für uns die Verhältnismäßigkeit der ausgesprochenen Sanktionen nicht gegeben."

Am Mittwoch wird sich Edlinger im Rahmen einer Pressekonferenz noch einmal detailliert zu den Folgen des Urteils äußern.

>>>Rapid-PK zu Folgen der Strafe, LIVESTREAM, Mi., ab 13 Uhr<<<

Die Probleme mit Fan-Ausschreitungen sind für Edlinger leider nichts Neues.

Schon vor seinem Amtsantritt im Jahr 2001 zogen sich Probleme mit fanatischen „Fans“ durch die Vereinshistorie der Grün-Weißen.

LAOLA1 blickt auf die letzten zwei Jahrzehnte zurück und hat die Tiefpunkte der Zuschauer-Ausschreitungen sowie deren Konsequenzen zusammengefasst.

22. Mai 2011

Am 22. Mai 2011 musste das 297. Wiener Derby im Hanappi-Stadion in der 26. Minute abgebrochen werden, da Rapid-Fans beim Stand von 2:0 für die Austria einen Platzsturm auslösten. 300 Polizisten konnten die Lage nicht wieder unter Kontrolle bringen. Nach einer halben Stunde sah Schiedsrichter Einwaller keine Chance mehr, das Spiel fortsetzen zu können. Das Derby wurde schließlich mit 3:0 für die Austria strafverifiziert. Zudem musste Rapid für den Polizei-Einsatz  (400 Exekutivbeamte!) 25.000 Euro bezahlen.  Zusätzlich verhängte die Bundesliga eine Geldstrafe von 50.000 Euro und eine Platzsperre von zwei Spielen wovon eines auf Bewährung ausgesprochen wurde.

21. Mai 2009

Rapid-Fans trafen sich am 21. Mai 2009 am Westbahnhof, um sich dort mit von einem Auswärtsspiel heimkehrenden Anhängern der Wiener Austria bzw. der Polizei gewalttätige Auseinandersetzungen zu liefern. Für die Rädelsführer setzte es anschließend vor Gericht teilweise unbedingte Freiheitsstrafen. Einer der Chefs der "Ultras Rapid" fasste 14 Monate unbedingt aus.

4. März 2007

Auch das 280. Wiener Derby im Horr-Stadion ging nicht friedlich über die Bühne. Zwei Polizisten kamen nach einer halben Stunde in den Sektor des Gäste-Anhangs, um zwei Fans zur Rede zu stellen, die mit Bier um sich geschüttet hatten. Daraufhin begannen die grün-weißen Fans, die Beamten mit Fahnen zu bewerfen. Die Polizei konfiszierte die Wurfgeschoße, was die Randalierer erst recht wütend machte. Sie montierten die Bänke vom Gästeblock ab und schleuderten die Planken auf die Exekutive. Diese stürmte daraufhin in den Block. Kurz davor zeichneten sich die Austria-Anhänger aber ebenfalls nicht aus, als sie Rapid-Goalie Helge Payer mit einem Leuchtkörper abschossen.

22. Oktober 2005

Das 275. Wiener Derby wird nach befürchteten  Zuschauerausschreitungen erst mit einer halben Stunde Verspätung und unter Protest von Rapid angepfiffen. Austria-Goalie Joey Didulica, der Rapid-Stürmer Axel Lawaree am 26. Mai 2005 mit einem brutalen Foul schwer verletzt hatte, wird von den Rapid-Fans auf der Ost-Tribüne des Horr-Stadions mit Feuerwerkskörpern, Leuchtraketen und anderen Gegenständen beworfen. Die Mannschaften ziehen sich daraufhin in den Mittelkreis zurück und gehen nach rund zehn Minuten in die Kabinen. Erst als die Polizei einen Kordon von etwa 50 Mann hinter dem Austria-Tor bildet und teilweise auch auf die Ost-Tribüne mit den Rapid-Fans vorstößt, beruhigt sich die Situation und die Partie kann beginnen. Das Match endet mit einem 2:0-Sieg von Rapid.

27. Juli 2002

11.400 Zuschauer kamen nach Eisenstadt um ein Freundschaftsspiel zwischen Rapid und Arsenal zu sehen. Es endete in einem Eklat. Das Match musste in der 69. Minute abgebrochen, die Spieler unter Polizeischutz in die Kabinen gebracht werden. Einige gewalttätige Rapid-Fans hatten randaliert, Sicherheitskräfte attackiert, friedliche Zuschauer derart bedrängt, dass diese aus Angst aufs Spielfeld flüchteten. 13 Rapid-Fans mussten wegen Landfriedensbruchs vor Gericht. Die Täter kamen allerdings mit bedingten Haftstrafen und Geldbußen davon.

13. Oktober 2001

Im Heimspiel gegen SV Salzburg (1:0) wurde aus dem Rapid-Sektor ein Messer in den Salzburger Torraum geworfen. Getroffen wurde zum Glück zwar niemand, trotzdem wurden die Hütteldorfer mit einer Strafe über 30.000 Euro belegt.

9. August 2001

Und wieder ein Platzsturm: Im Heimspiel gegen den GAK verzichteten 50 fanatische Rapid-Fans in der 76. Minute beim Stand von 0:4 auf das Einklatschen der Rapid-Viertelstunde und liefen lieber aufs Spielfeld, um gegen die traurige Darbietung der Hausherren zu protestieren.  Mit 18.100 Euro kam Rapid damals noch vergleichsweise billig davon.

29. Juli 1991

Weniger glimpflich verlief das Heimspiel gegen Vorwärts Steyr am 29. Juli 1991. Die Hütteldorfer feierten zwar einen 2:0-Heimsieg, Steyr-Keeper Manfred Trost wurde dabei aber in der 38. Minute von einem Gegenstand am Kopf getroffen und musste während einer Unterbrechung in der Kabine verarztet werden. Rapid musste als Konsequenz das Heimspiel gegen VSE St. Pölten 50 km entfernt austragen (in Krems 4:1).


Christian Frühwald

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