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Erfahrungen als mentaler Pluspunkt

Die Gruppenphase der Europa League ist für viele das erklärte Ziel, jedoch nur wenige dürfen sich diesen Traum erfüllen.

Für Rapid steht im Doppelpack gegen PAOK Saloniki nicht zum ersten Mal viel auf dem Spiel. Neben dem vorprogrammierten Geldregen, geht es ums Prestige.

Schließlich ist Rapid Österreichs letzte verbleibende Hoffnung, um nicht schon Ende August ohne einen einzigen Europacup-Starter dazustehen.

Wie es funktionieren kann, haben die Grün-Weißen in der Europa League bereits zwei Mal unter Beweis gestellt – zwei Mal gegen denselben, schier unschlagbaren Gegner.

Europacup-Erfahrungen als mentaler Pluspunkt

Die Erinnerung an das wiederholte "Wunder von Birmingham", als ein 3:2-Auswärtserfolg gegen Aston Villa zum Aufstieg berechtigte, ist noch frisch.

Von den aktuellen Euro-Fightern kamen vor zwei Jahren im Villa-Park nur Steffen Hofmann, Mario Sonnleitner, Markus Katzer, Markus Heikkinen, Tormann-Trainer Raimund Hedl und der verletzungsbedingt nicht nach Thessaloniki gereiste Christopher Trimmel zum Einsatz.

Auf die internationale Erfahrung dieser Akteure will Trainer Peter Schöttel keinesfalls verzichten. Nicht in so einem entscheidenden Spiel. Zum Leidwesen von Jungspunden wie Louis Schaub, der trotz abgelieferter Talentprobe gegen Sturm Graz daheim bleiben musste.

Die Aufstiegshelden von damals sehen das bereits Erlebte durchaus als mentalen Pluspunkt.

"Weiß, was es heißt dorthin zu kommen"

"Wenn man dieses Gefühl schon einmal gehabt hat, ist es natürlich von Vorteil. Man geht mit mehr Selbstvertrauen in die Partie", bestätigt Mario Sonnleitner im Gespräch mit LAOLA1.

Der Innenverteidiger, der der Abwehr im Zusammenspiel mit Gerson in den bisherigen Saisonspielen enorme Sicherheit verlieh, will seine Europacup-Erfahrungen keinesfalls missen.

Mehr Europacup-Spiele bestritt er sogar für Ex-Verein Sturm Graz, mit dem er ebenfalls schon einmal die Gruppenphase erreichte.

"Ich weiß, was es heißt dorthin zu kommen", verweist der Steirer auf die Erlebnisse in seiner Karriere, die ihm keiner mehr nehmen kann.

Sonnleitner und Katzer kennen solche Endspiele

Spiele wie gegen Aston Villa unersetzlich

Das Wissen, es schon einmal geschafft zu haben, beflügelt auch Sonnleitners Kollegen links in der Viererkette Markus Katzer.

Der Routinier behauptet sich mittlerweile seit Jahren in der Stammformation der Hütteldorfer und brennt auch im Toumba-Stadion zu Saloniki auf seinen Einsatz.

"Durch die Erfahrung, die ich habe und die Spiele - zwei Mal gegen Aston Villa oder HSV zu Hause – weiß ich, dass man an einem guten Tag jeden schlagen kann."

Auf eine ähnliche Sternstunde hofft er auch im morgigen Playoff-Hinspiel, wenngleich er weiß, welch außergewöhnliche Leistung von Nöten sein wird.

Hexenkessel bringt Routiniers nicht aus der Ruhe

Gestandene Spieler wie Katzer oder Sonnleitner bringen auch die fanatischen Gäste-Fans nicht aus der Ruhe. Schließlich ist es nicht der erste Auftritt in einem prall gefüllten Stadion.

"Im großen Geschäft gibt es fast überall einen Hexenkessel, weil die Fans besser sind, je stärker der Gegner ist. Deshalb wissen wir, was los ist", lässt Letzterer wissen.

Zudem verweist er auf die Rapid-Fans, die für eindrucksvolle Stimmung bekannt sind und auch über die Grenzen hinaus durchaus Anerkennung ernten.

"Wir sind das Hanappi- Stadion gewöhnt, da ist es auch ein Hexenkessel. Das pusht uns einfach."

Dynamische Youngster runden Aufgebot ab

Während die Routiniers im Team für die nötige Stabilität sorgen sollen, rundet Trainer Peter Schöttel das Aufgebot mit jungen Spielern ab.

Diese könnten laut dem 45-jährigen Wiener gegen eine gestandene PAOK-Mischung aus griechischen Nationalspielern und starken Legionären möglicherweise die entscheidenden Akzente setzen.

"Ich denke, dass wir durch die Dynamik des einen oder anderen jungen Spielers einen Vorteil haben könnten."

Haben diese dann auch noch die internationalen Reifeprüfungen wie am Donnerstag im Toumba-Stadion bestanden, steht dem Aufstieg in den Kreis der Erfahrenen nichts mehr im Wege.

Mögliche Aufstellungen:

PAOK: Glykos - Etto, Khumalo, Matheus, Lino - Georgiadis, Lazar, Fotakis, Robert - Salpingidis, Athanasiadis

Ersatz: Jacobo - Intzidis, Stamou, Kourdakis, Apostolopoulos, Konstantinidis, Stafilidis, Garcia, Kace, Pelkas, Panagiotoudis, Lawrence

Rapid: Königshofer - Schimpelsberger, Sonnleitner, Gerson, Katzer - Kulovits, Ildiz - Hofmann, Alar, Burgstaller - Boyd

Ersatz: Novota - Pichler, Schrammel, Heikkinen, Prager, Drazan, Grozurek

Es fehlen: Trimmel (Rückenprobleme), Prokopic (rekonvaleszent), Schaub (nicht im Kader)

Aus Thessaloniki berichtet Alexander Karper

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