Aufmacherbild

Ziel erreicht, Chance am Leben erhalten

Abseits der Randale (hier geht’s zur Story) rund um das Playoff-Hinspiel zur Europa League zwischen PAOK Saloniki und Rapid Wien wurde auch Fußball gespielt.

Mit einem 1:2 entführte Rapid ein zufriedenstellendes Ergebnis, mit dem die Zielsetzung erfüllt wurde.

Nämlich, dass die Chance auf den Aufstieg im Rückspiel in einer Woche im wohl ausverkauften Hanappi-Stadion noch lebt.

Aufgrund des Spielverlaufs wäre gegen den griechischen Großklub aber durchaus mehr drin gewesen.

Rapid mit dem nötigen Glück

Rapid startete verhalten, gehemmt durch die Ereignisse vor dem Anpfif und hatte bei Chancen von Khumalo (1.) und Georgiadis (6.) Glück, nicht frühzeitig in Rückstand zu geraten.

Die Griechen, bei denen die EURO-Starter Dimitrios Salpingidis und  Giorgos Fotakis vorerst nur auf der Bank Platz nahmen - sie kamen nach der Pause ins Spiel -, legten in dieser Tonart nach, bis sich Rapid immer besser fing.

„Wir haben schon ein bisschen Glück gehabt, sonst hätte es schon früh klingeln können“, bestätigte Lukas Königshofer im Gespräch mit LAOLA1.

Die Hartnäckigkeit und die bis dato gute Defensivarbeit machte sich in der 22. Minute bezahlt, als Rapid in einem Befreiungsangriff den Führungstreffer markierte.

Trotz Führung zu passiv

Deni Alar verlud nach Ildiz-Pass seinen Gegenspieler mit einem Lupfer und traf seelenruhig mit dem Außenrist ins Eck.

Das erlösende Auswärtstor war erzielt, das Ergebnis wurde in die Pause gebracht, weil Stürmer Stefanos Athanasiadis den Ball aus wenigen Metern nicht im Tor unterbringen konnte.

„Vom Spielverlauf her war es natürlich sehr glücklich, dass wir in Führung gegangen sind. Wir haben uns nach der Pause mehr erwartet“, analysiert die Nummer eins im Tor.

Nach der Pause agierten die Hütteldorfer jedoch zu passiv und ließen sich immer weiter in die eigene Hälfte hineindrängen.

„Wir sind zu weit hinten gestanden. Wir hätten offensiv mehr das Tor suchen müssen“, stellte Alar, als Solospitze meist allein auf weiter Flur, fest.

Ausschluss wirkte sich nicht auf dem Feld aus

So kam es, wie es kommen musste. Abermals Athanasiadis stellte seine Gefährlichkeit unter Beweis, scheiterte aber an der Latte (62.).

In der 70. Minute war er aber zur Stelle, als er einen Kopfball via Innenstange im Tor versenkte. Das Momentum war ab diesem Zeitpunkt auf Seiten der Hausherren.

„Mit dem 1:1 war uns klar, dass PAOK aufkommen kann“, blickte Markus Katzer zurück. An der Dominanz des Gegners änderte sich auch nichts, als Costin Lazar mit Gelb-Rot vom Platz musste.

Die Überzahl konnten die Wiener nie zu ihren Gunsten nützen, was Mario Sonnleitner im Nachhinein wiederum ärgerte.

„…dann muss man fast gewinnen“

„Trotz des Ausschlusses war es schwierig. Wir haben nicht die Kontrolle gewonnen, das war der Fehler. Wenn wir einen mehr sind, müssen wir mit mehr Kontrolle spielen.“

So gab man nicht nur eine lange andauernde Führung aus der Hand, sondern fing sich durch Innenverteidiger Giorgos Katsikas auch noch einen zweiten Treffer ein.

Obwohl man im Vorhinein eine 1:2-Niederlage aufgrund des wichtigen Auswärtstores mit Handkuss genommen hätte, hielt sich die Begeisterung aufgrund des Spielverlaufs in Grenzen.

„Wenn man so lange 1:0 führt, muss man das Spiel fast gewinnen oder zumindest mit einem Unentschieden nach Hause fahren“, meinte Alar.

Chance auf den Aufstieg lebt

In dieser Hinsicht gab ihm Trainer Peter Schöttel recht: „Bei so einem günstigen Spielverlauf, war es am Schluss nicht mehr notwendig, dass wir das Spiel aus der Hand geben.“

Trotz allem rechnet sich der Vizemeister im Rückspiel gute Chancen aus, zum dritten Mal den Einzug in die Gruppenphase der Europa League zu schaffen.

„So ist es wieder die gleiche Geschichte wie gegen Novi Sad. Wir brauchen einen Sieg, da gibt es wenig zu taktieren“, machte Schöttel seiner Truppe Mut.

„Wir können das zu Hause noch drehen. Ich hoffe, wir spielen befreiter auf und machen unser Ding“, ist auch Terrence Boyd zuversichtlich.

Ein Spaziergang wird es aber keineswegs. Zu stark präsentierten sich die technisch versierten Griechen. Der Weg in die Gruppenphase ist noch mit Schwerstarbeit verbunden.


Aus Thessaloniki berichtet Alexander Karper

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»