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"Die Unerfahrenheit war zu groß"

Die Europacup-Saison ist für den FC Admira Wacker Mödling seit Donnerstagabend zu Ende.

Auch wenn für die Niederösterreicher in beiden Duellen mit Favorit Sparta Prag mehr möglich gewesen wäre, so kam das Ausscheiden insgesamt gesehen nicht unverdient.

Mit einer "B-Elf"

Die im Rückspiel aufgebotene "B-Elf" sorgte mit dem 2:2-Remis, das nach dem 0:2 im Heim-Hinspiel zu wenig war, immerhin für einen versöhnlichen Abschluss in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation.

Die Admiraner hatten die Aufstiegschance schon im eigenen Stadion liegen gelassen.

In einer starken ersten Hälfte wurden Chancen leichtfertig vergeben, zudem passierte Patrick Mevoungou ein unnötiges Eigentor und traf Leonard Kweuke für die kaltschnäuzigeren Tschechen zum 2:0-Endstand.

Kweuke macht den Unterschied

Auch im Rückspiel war der 25-Jährige aus Kamerun die spielentscheidende Figur.

Innerhalb von wenigen Minuten machte der Sparta-Stürmer, der in allen vier bisherigen Pflichtspielen erfolgreich war, mit einem Doppelpack (36., 39.) die Hoffnungen der Admiraner auf eine Überraschung endgültig zunichte.

"Kweuke hat den Unterschied ausgemacht. Ohne ihn bin ich überzeugt, dass wir in die nächste Runde gekommen wären", sagte auch Admira-Trainer Dietmar Kühbauer.

Kühbauer lobt seine Mannen

Der Ex-Internationale hatte wohl auch selbst nicht mehr richtig an den Aufstieg geglaubt, daher aus personeller Sicht zahlreiche Änderungen gegenüber dem 4:0-Erfolg gegen Wiener Neustadt vorgenommen.

Der angeschlagene Issiaka Ouedraogo sowie die Stützen Patrik Jezek und Kapitän Richard Windbichler waren gar nicht dabei, zudem Daniel Drescher und der in der zweiten Hälfte eingewechselte Philipp Hosiner zu Beginn nur auf der Bank.

"Trotz einer sogenannten B-Elf war kein Unterschied zwischen den beiden Teams zu erkennen, es war eine tolle Leistung meiner Mannschaft, sie hat sich ganz gut behauptet", lobte Kühbauer seine Truppe.

"Ein bisschen zu träumen begonnen"

Nach der glücklichen 1:0-Führung durch Lukas Thürauer (19.) durften die von rund 50 Fans vor Ort unterstützen Niederösterreicher zumindest einige Zeit mit einer möglichen Verlängerung spekulieren.

"Da habe ich sogar ein bisschen zu träumen begonnen", verriet Kühbauer. "Wenn wir mit einem 1:0 in die Pause gegangen wären, hätten wir die Möglichkeit gehabt, das Spiel noch enger zu gestalten. Der Doppelschlag hat uns aber zurückgeworfen."

Tischlers Patzer

Beim 1:1 zeigten die Niederösterreicher wieder ihre in der vergangenen Saison in der Bundesliga augenscheinliche Anfälligkeit bei Standardsituationen.

Nach einem Freistoß patzte zuerst Goalie Tischler, dann konnte Kweuke auch noch frei stehend einschießen. "Tischler hätte den Ball da wegfausten müssen und irgendwer hätte auch bei Kweuke stehen müssen", ärgerte sich Kühbauer.

Dank dem Freistoßtreffer von Benjamin Sulimani (69.) holten die Niederösterreicher immerhin noch ein Remis und damit einen halben Punkt für die UEFA-Fünf-Jahres-Wertung.

"Unerfahrenheit zu groß"

"Aufgrund des ersten Spiels war nicht mehr möglich. Die Unerfahrenheit war zu groß", resümierte Kühbauer. Gegen einen Aufstieg der Südstädter sprach auch die körperliche Unterlegenheit.

Die Offensivkräfte konnten sich dadurch etwa kaum entscheidend in Szene setzen.

Am Sonntag soll sich das wieder ändern, da werden die Admiraner wohl mit Ausnahme des angeschlagenen Ouedraogo wieder in Bestbesetzung antreten.

"Erst einmal sacken lassen"

"Ich muss das Match erst einmal sacken lassen, wir werden aber auf jeden Fall eine gute Mannschaft stellen", wollte sich der Admira-Trainer noch nicht wirklich mit der Sonntagspartie bei der Wiener Austria beschäftigen.

Diese ist für die Admiraner das neunte Pflichtspiel innerhalb eines Monats.

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