"Denke, dass ich mit jedem Spiel noch besser werde"

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Es ist aus Rapid-Sicht eine besondere Woche.

Sportlich sehnt man das zweite Gruppenspiel in der Europa League bei Dinamo Minsk herbei, um den grandiosen Start gegen Villarreal zu bestätigen.

Darüberhinaus durften sich zwei Spieler erstmals über Einberufungen ins Nationalteam freuen: Stefan Schwab für Österreich (hier geht’s zur Story) und Srdjan Grahovac für Bosnien-Herzegowina.

Letzterer legte zuletzt einen steilen Aufstieg hin, wird nun für seine Mühen belohnt und für weniger zufriedenstellende Wochen und Monate in der vergangenen Spielzeit entschädigt.

„Habe nie darüber nachgedacht, ob es soweit sein könnte“

In der neuen, noch jungen Saison kam der 23-jährige Defensivspieler in zwölf von 17 Pflichtspielen zum Einsatz und wurde prompt von Bosniens Teamchef Mehmed Bazdarevic ins Aufgebot für die EM-Quali-Spiele gegen Wales (10.10./h) und Zypern (13.10./a) geholt.

„Ich kann nur stolz und zufrieden sein. Ich bin sehr glücklich, dass ich dabei sein darf“, freut sich Grahovac beim Treffen mit LAOLA1 über einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere.

Als ehemaliger U21-Teamkapitän (23 Einsätze, 3 Tore) hatten ihn die Verantwortlichen weiterhin auf dem Zettel, trotzdem hatte er sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine großen Gedanken darüber gemacht.

Zwei Neo-Teamspieler unter sich: Schwab und Grahovac

„Viele Leute aus Bosnien, die ich noch vom Nationalteam kenne oder auch von Zeitungen, hatten mich bereits gefragt. Aber ich habe nie darüber nachgedacht, ob es jetzt soweit sein könnte. Ich habe nur an unsere Spiele alle drei, vier Tage gedacht, das war schwierig genug.“

Seite an Seite mit Dzeko, Pjanic und Co.

Der defensive Mittelfeldspieler sieht es als Ehre an, die Farben seines Heimatlandes tragen zu dürfen. Bosnien-Herzegowina wartet zudem mit dem einen oder anderen Top-Star auf.

„Da sind sicher einige große Spieler dabei. Edin Dzeko, Miralem Pjanic (beide AS Roma) und Emir Spahic (HSV) – das sind unsere wichtigsten Leute. Aber auch alle anderen spielen in super Mannschaften und starken Ligen“, freut sich Grahovac auf die Zusammenkunft mit den internationalen Aushängeschildern.

Weniger verbindet ihn noch mit dem zweiten bosnischen Teamspieler, der in der österreichischen Bundesliga kickt: Anel Hadzic.

Den Sturm-Graz-Akteur kennt der Rapidler noch nicht, da dieser bis zur U21 noch für Österreich Länderspiele bestritt und laut Grahovac auch ein bisschen älter ist.

Die Bestätigung für eine positive Entwicklung

Das kann sich aber schnell ändern, da im kommenden Lehrgang beide im Aufgebot der Bosnier stehen werden.

Für den in Banja Luka geborenen Rechtsfuß ist die neue Nationalteam-Rolle auch eine weitere Bestätigung, dass die Entwicklung zuletzt in die richtige Richtung ging.

„Ich bin schon ein Jahr hier und spiele jetzt regelmäßig. Das Wichtigste für mich ist, dass ich gesund bin und wir als Mannschaft erfolgreich sind. Wir sind super drauf. Ich hoffe, das bleibt so“, genießt er derzeit die erfolgreiche Zeit bei Rapid.

Barisic vertraut Grahovac auch auf internationaler Bühne

Dadurch kann er das Geschehen von hinten aufbauen und seine Stärken laut eigenen Aussagen am besten einbringen. Diese sind auch beim richtungsweisenden Gastspiel bei Dinamo Minsk gefragt.

„Es wird sicher ein schwieriges Spiel, aber wir fahren dort hin, um drei Punkte zu holen. Wir sind Rapid, sind super drauf. Ich hoffe, dass wir mit einem Sieg zurückkommen.“

Grahovac beschäftigt sich bereits seit längerem mit dem weißrussischen Gegner und verfolgte schon die Auftritte in der EL-Quali, aus Eigeninteresse. Weil es dort viele Spieler aus Serbien gibt und mit Vuk Rasovic einen Trainer, der ihm schon aus Zeiten bei Partizan Belgrad immer wieder unterkam, auch wenn er ihn nicht persönlich kennt.

Durchbruch ließ auf sich warten

Der Bosnier hofft, dass sein Team den Rückenwind vom Auftaktsieg gegen Villarreal ausnützen kann und mit den drei eingefahrenen Punkten auf dem Konto etwas befreiter auftreten wird.

„Es ist gut für uns, dass wir gleich am Anfang drei Punkte gegen Villarreal geholt haben. Das macht es für uns mental leichter. Aber trotzdem müssen wir alles geben, es wird sicher schwer dort auswärts zu spielen.“

Grahovac wird dabei sein, wohl in der Startelf. Vergangene Saison war das noch nicht so oft der Fall, da reichte es gerade einmal für insgesamt 17 Pflichtspiel-Einsätze. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er sich schon früher den Durchbruch erhofft. Das ist im momentanen Glücksmoment aber längst abgehakt und vergessen.

„Ich denke, dass ich psychisch immer bereit war. Ich bin ein Jahr da, war noch nie verletzt, habe jedes Training gemacht, bin bereit und gesund. Das ist das Wichtigste für mich.“

Es ist also nicht nur eine besondere Woche für Rapid, sondern im Speziellen auch für Bosniens Neo-Teamspieler Grahovac.


Alexander Karper

Dass er zuletzt – auch aufgrund von Verletzungen und Sperren seiner Nebenspieler Stefan Schwab und Thanos Petsos sowie den Abgängen von Dominik Wydra und Brian Behrendt – verstärkt seine Leistungen auf dem Platz bringen darf, spielt ihm sichtlich in die Karten.

„Wir sind wie eine große Familie“

Aus dem anfangs unsicheren Ergänzungsspieler ohne Spielpraxis ist ein solider defensiver Mittelfeldspieler geworden, der den Grün-Weißen weitere Alternativen in der Zentrale bietet.

„Ich fühle mich sicherer, habe natürlich mehr Selbstvertrauen, weil ich mehr zum Zug komme als früher. Ich spiele jetzt ziemlich jede Partie. Da ist es logisch, dass man anders auftritt. Ich denke, dass ich mit jedem Spiel noch besser werde.“

Besonders im Zusammenspiel mit seinen direkten Nebenmännern passt die Harmonie auf und abseits des Platzes, wie man bei intensiven Gesprächen mit Schwab und Co. beim Training sehen kann.

„Das ist ganz wichtig, aber nicht nur mit Schwabi. Bei uns ist das in der ganzen Mannschaft so. Nicht nur die Spieler, auch das Trainerteam, der ganze Verein - wir sind wie eine große Familie“, gibt Grahovac zu verstehen.

Grahovac kennt Minsk, aus Eigeninteresse

Neben dem frischgebackenen ÖFB-Nominierten nimmt er meist den defensiveren Part ein und holt sich die Bälle tief in der eigenen Hälfte zwischen den Innenverteidigern.

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