Hintereggers weiß-rotes Herz

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Martin Hinteregger ist aus der Abwehr von Fußball-Meister Red Bull Salzburg längst nicht mehr wegzudenken.

Vor dem Europa-League-Hinspiel am Donnerstag (21.05 Uhr) bei Villarreal legte der ÖFB-Teamspieler fast schon einen Treueschwur ab. Die Aufstiegschancen gegen den spanischen Tabellensechsten bezifferte er mit "50:50".

Auch Leipzig (noch) kein Thema

Seinen Vertrag in Salzburg hat Hinteregger erst im Dezember bis Sommer 2019 verlängert. Davor war der 22-Jährige auch mit internationalen Topklubs in Verbindung gebracht worden.

"Wenn ich noch 10 oder 15 Jahre in Salzburg spiele, habe ich auch eine Topkarriere gehabt", erklärte Hinteregger im Gespräch mit der APA. "Es stört mich nicht, wenn ich den Rest meiner Karriere hierbleibe."

Auch ein Wechsel nach Leipzig sei derzeit kein Thema - selbst wenn die deutsche Red-Bull-Dependance in die Bundesliga aufsteigen sollte. "Ich habe einen Vertrag für Red Bull Salzburg. In den nächsten paar Jahren bin ich hier, das ist mein einziges Ziel momentan", betonte Hinteregger. "Ich habe nicht ohne Grund verlängert. Ich spiele für meinen Verein." Er tut es seit der U15. Über eine Ausstiegsklausel verfügt der Kärntner nicht.

Neuer Partner für nächste Saison

Hinteregger ist mit seiner Aufgabe gewachsen. "Ich kann jetzt nicht mehr nur auf mich schauen, sondern muss auch den Jungen helfen. Das taugt mir. Ich muss die Führung übernehmen, auch mit meinem neuen Innenverteidiger-Kollegen." Im Sommer verlässt Nebenmann Andre Ramalho den Club Richtung Bayer Leverkusen. Als Ersatz steht Youngster Duje Carleta-Car (18) bereit.

"Mit Andre habe ich mich schon sehr gut verstanden. Mit Duje sind wir aber auch gut aufgestellt", meinte Hinteregger. "Das kann eine gute Sache werden." Vor zu hoch gesteckten Zielen warnte angesichts des Aderlasses aber auch der neue Abwehrchef. "Wir haben in dieser Saison schon drei Topspieler verloren, im Sommer geht wieder einer weg. Wir müssen erst sehen, wie wir uns entwickeln."

Hinteregger 2010 im Dress der Red Bull Juniors

Auf einem Niveau mit Villarreal

Vorerst gilt es, die hohe Hürde Villarreal zu nehmen. Hinteregger fühlt sich nach überstandener Beinhautentzündung, die ihn einen Großteil der Vorbereitung gekostet hat, bereit.

"Wir wissen, dass das ein sehr starker Gegner ist. Sie sind aber auch nicht unschlagbar", betonte der Abwehrspieler. "Ich würde Villarreal auf unserem Niveau einschätzen. Deswegen glaube ich, dass wir mithalten können. Es ist eine 50:50-Chance."

Die Basis zum Aufstieg gilt es in Spanien zu legen. "Wenn wir da drüberkommen, ist viel möglich, dann können wir weit kommen", meinte Hinteregger. "Aber man muss jede Runde 100 Prozent abrufen. Wir müssen es durchziehen, das haben wir im Vorjahr gegen Basel gesehen."

Damals kam im Achtelfinale das Aus. Hinteregger: "Wenn wir ein bisschen nachlassen, dann frisst uns wahrscheinlich jeder internationale Gegner."

Umgekehrte Voraussetzungen beim ÖFB-Team

Im Nationalteam ist die EM in Frankreich das große Ziel für 2015. "Die Ausgangsposition ist optimal. Es liegt nur an uns, die Chance auch zu nützen", meinte Hinteregger. "Es kommen wichtige Spiele, die wir gewinnen müssen." Das nächste bereits am 27. März in Liechtenstein.

Er will seinen Teil dazu beitragen. An der Seite von Aleksandar Dragovic ist Hinteregger mittlerweile auch in der ÖFB-Innenverteidigung gesetzt.

"Da ist es aber genau umgekehrt. Drago ist ein herausragender Spieler, da übernimmt er die Führung", erklärte Hinteregger. "Das macht er sensationell, daher ist es für mich auch nicht schwer." Über den möglichen Transfer seines bei Dynamo Kiew engagierten ÖFB-Kollegen zu einem internationalen Topklub würde sich Hinteregger freuen.

Für ihn selbst ist das vorerst aber kein Thema - und auch kein Ziel.

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