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Rapid erkämpft Remis in Tripoli

Rapid hat sich am Donnerstagabend in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League eine gute Ausgangsposition für den Aufstieg geschaffen.

Die Hütteldorfer holten im Hinspiel bei Asteras Tripolis ein 1:1 (1:1) und haben damit kommenden Donnerstag (20.30 Uhr) alle Chancen ins Play-off einzuziehen.

Terrence Boyd bewahrte die Wiener mit einem verwandelten Foulelfmeter (32.) vor einer Niederlage. Für die Gäste war kurz zuvor Georgios Zisopoulos erfolgreich gewesen (27.).

Hofmann mit erster Rapid-Chance

Die Rapidler holten damit nach zuletzt sechs Europacup-Auswärtsniederlagen auf internationaler Ebene in der Fremde wieder einmal zumindest ein Remis. Die Barisic-Truppe - mit den vier Europacup-Debütanten Louis Schaub, Brian Behrendt, Christopher Dibon und Thanos Petsos in der Startformation - präsentierte sich vor der Pause in guter Verfassung, ließ nach der Pause aber nach und hatte da auch Glück, nicht neuerlich in Rückstand zu geraten.

Österreichs Rekordmeister trat nach dem 4:0-Erfolg in der Meisterschaft gegen Wiener Neustadt bei angenehmem Fußball-Wetter mit Temperaturen deutlich unter 30 Grad mit viel Selbstvertrauen auf, hatte vorerst deutliche Vorteile und wirkte auch um einiges spritziger. Steffen Hofmann kam im Strafraum zum Abschluss, dieser fiel aber nicht wuchtig genug aus (5.). Boyd rutschte nur knapp an einem Burgstaller-Querpass vorbei (16.).

Tripoli-Führung mit erster Chance

Den Griechen merkte man die mangelnde Spielpraxis aufgrund der noch nicht gestarteten Meisterschaft an. Sie blieben die gesamte erste Hälfte ohne herausgespielter Torchance, gingen aber trotzdem völlig überraschend in Führung. Nach einem Usero-Freistoß passte der zurückgekommene Boyd nicht auf und Zisopoulos konnte völlig alleine stehend einschießen (27.).

Die ohne dem am Rücken angeschlagenen Branko Boskovic angetretenen Wiener ließen sich davon aber nicht beeindrucken, waren weiter tonangebend und gaben schnell die richtige Antwort. Boyd wurde nach einem Hofmann-Corner im Strafraum von Christos Lisgaras gerempelt und verwertete den verhängten Elfmeter mit einem wuchtigen Schuss selbst zum Ausgleich (32.).

In Minute 35 hatte Asteras-Goalie Giorgos Bantis mit einem Schaub-Freistoß seine Mühe. Knapp vor der Pause hatten die Griechen Glück, dass eine Attacke von Dimitris Kourbelis an Louis Schaub ungeahndet blieb, er wäre sonst vorzeitig mit Gelb-Rot vom Platz geflogen.

Dibon verletzt sich an der Schulter

Zur Pause musste Dibon in der Kabine bleiben, er schied mit einer Schultereckgelenksverletzung aus. Für ihn kam mit Maximilian Hofmann Europacup-Debütant Nummer fünf in die Partie. Und die junge Rapid-Truppe musste deutlich mehr Abwehrarbeit leisten, als in den ersten 45 Minuten und war vor allem bei Standardsituationen immer wieder anfällig.

Thomas Schrammel rettete vor dem einschussbereiten Jeronimo Barrales in den Corner (50.), in der Folge blieben gleich vier Kopfballchancen (56., 57., 60., 66.) der Hausherren ungenützt. Den Matchball fand der Spanier Juanma vor, sein Kopfball landete aber am Tornetz (89.).

Die rund 400 mitgereisten Rapid-Fans konnten also durchaus zufrieden sein, im Gegensatz zum letzten Auftritt Rapids in Griechenland - dem Spiel bei PAOK Saloniki vor einem Jahr - blieb diesmal alles friedlich.

 

Asteras Tripolis - SK Rapid Wien 1:1 (1:1)
Tripolis, Theodoris-Kolokotronis-Stadium, 5.000, SR Blom (NED) 

1:0 (27.) Zisopoulos
1:1 (32.) Boyd (Elfmeter)

Asteras: Bantis - Tsambouris, Lisgaris, Kourbelis, Pipinis - Zisopoulos - Navarro (72. Grazzini), Usero, De Blasis, Zaradoukas (46. Caffa) - Barrales (61. Juanma)

Rapid: Novota - Trimmel, Sonnleitner, Dibon (46. M. Hofmann), Schrammel - Behrendt, S. Hofmann (68. Sabitzer), Petsos - Schaub (85. Grozurek), Boyd, Burgstaller

Gelbe Karten: Pipinis, Lisgaris, Kourbelis, Zaradoukas, Grazzini bzw. Behrendt, Burgstaller
 

Stimmen zum Spiel

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): "Wir wollten ein gutes Resultat holen, das haben wir geschafft. Wir haben dem Gegner keine Chancen offeriert, sie waren nur durch Standardsituation gefährlich, wie beim Tor. Vor dem 0:1 haben wir die eine oder andere Möglichkeit ausgelassen, danach haben wir versucht weiterzuspielen. Es war eine sehr gute erste Hälfte. In der zweiten Hälfte hat es eine Drangperiode der Griechen gegeben, die haben wir aber auch schadlos überstanden. Wir hatten noch eine Chance vom 'Burgi' (Anm.: Burgstaller) und haben den ein oder anderen Angriff nicht fertig gespielt. Im Grunde genommen bin ich aber zufrieden mit der Leistung und dem Ergebnis. Wir haben ein Spiel hinter uns, noch ist nichts passiert. Einige Spieler haben ihr Debüt gefeiert und ihre Sache gut gemacht, das gibt mir Hoffnung, dass der eine oder andere Spieler heranwächst."

Sakis Tsiolis (Trainer Asteras Tripolis): "In den ersten zehn Minuten hatten wir Probleme, weil es unser erstes Pflichtspiel in dieser Saison war. Dann haben wir aber gut ins Match gefunden. Wenn wir mit einem 1:0 in die Pause gehen, wäre ein 2:0-Sieg möglich gewesen. Der Elfmeter für Rapid war eine Fehlentscheidung. Wir wissen, dass es im Rückspiel schwierig wird und werden bis dahin hart arbeiten, um uns zu verbessern."

Terrence Boyd (Torschütze Rapid): "Der Elfmeter war auf jeden Fall zu geben, ich habe einen Schlag gegen den Kopf bekommen. Beim Elfer habe ich auch ein bisschen Glück gehabt. Die Chancen stehen jetzt 60:40, aber wir werden uns nicht darauf ausruhen, dass uns ein 0:0 reicht."

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