Rapid trifft auf zwei Salzburg-Gegner

Aufmacherbild
 

Zoki Barisic hat am Donnerstagabend darauf verzichtet, Liga-Konkurrent Salzburg beim Europa-League-Aus gegen Dinamo Minsk auf die Beine zu schauen.

„Vielleicht hat er stattdessen „Two and a Half Men“ geschaut“, scherzt Mario Sonnleitner, was von Barisic partout verneint wird.

Jedenfalls hat der Rapid-Coach damit die Chance verpasst, einen zukünftigen Europa-League-Gegner zu beobachten. Denn Dinamo Minsk wurde Rapid ebenso zugelost wie Viktoria Pilsen und Villarreal.

Rache für Salzburg? „Daran denken wir nicht“

Auch die Spanier sorgten in diesem Jahr schon für ein Europacup-Aus der Bullen. Als möglichen Rächer für den österreichischen Mitbewerber sieht Barisic seine Mannschaft jedoch nicht.

„Wir wollen niemanden rächen, wir spielen Fußball. An das denken wir gar nicht“, sagt der 45-Jährige.

In Relation zu anderen Klubs entging Rapid dem ein oder anderem Hammer-Gegner. Von einer leichten Gruppe wollte freilich jedoch niemand sprechen.

Müller hatte auf Schalke gehofft

„Das ist eine sehr attraktive Gruppe, auch wenn ich bis zuletzt auf Schalke gehofft hätte“, betont Sportdirektor Andreas Müller, den bekanntlich eine königsblaue Vergangenheit prägt. „Villarreal ist der Favorit. Mit den anderen können wir uns messen. Unser Motto ist, wir haben alles zu gewinnen und nichts zu verlieren.“

Routinier Sonnleitner, der im ersten Gruppenspiel aufgrund seines Ausschlusses gegen Donetsk gesperrt ist, schägt in dieselbe Kerbe: „Villarreal spielt auf einem eigenen Niveau, die anderen drei Klubs sind auf Augenhöhe.“

Im Gegensatz zu seinem Coach führte sich der Innenverteidiger das Salzburg-Spiel gegen Minsk zu Gemüte. „Es ist schade für Salzburg. Sie haben es auswärts vergeigt. Minsk hat eine sehr gut organisierte Mannschaft. Wir müssen geduldig sein.“

Barisic warnt vor Pilsen

Barisic hebt die Klasse des tschechischen Meisters Pilsen hervor: „Sie waren in den letzten Jahren international unglaublich stark. Auf diesem Niveau haben sie sicherlich mehr Erfahrung als wir.“

Auf Rechenspiele über mögliche Chancen, im Europacup zu überwintern, lässt sich der Trainer nicht ein. „Das weiß ich nicht. Ich kann die Aufstiegschancen nicht beziffern.“

Für die Heimspiele kommen zunächst wieder ausschließlich Dreier-Abos in den Verkauf. Barisic wünscht sich von den Fans in jeder Partie ein ausverkauftes Happel. "Das wäre mir und dem ganzen Verein ein Anliegen."

FC VILLARREAL

Gegründet: 10. März 1923
Stadion: El Madrigal (25.000 Sitzplätze)
Spitzname: Submarino amarillo (Gelbes U-Boot)
Größte Erfolge: Champions-League-Halbfinale 2006, Europa-League-Halbfinale 2011, UEFA-Cup-Halbfinale 2004, Vizemeister 2008
Meisterschaftsplatzierung 2014/15: Sechster

Wie stark der spanische Spitzenklub ist, hat man nicht zuletzt in der letzten Saison gegen Salzburg gesehen. Seit diesem Erfolg gab man Stürmer-Talent Luciano Vietto um 20 Mio. Euro zu Atletico und Giovani dos Santos um 6,35 Mio. Euro zu LA Galaxy ab. Dafür verstärkten sich das "Gelbe U-Boot" mit dem ehemaligen spanischen Nationalspieler Roberto Soldado (16 Mio. Euro von Tottenham) sowie den beiden Malaga-Akteuren Samuel und Samu Castillejo (je 8 Mio. Euro). Die Spanier sind ein unangenehm zu spielender Gegner und werden von Trainer Marcelino Garcia (seit 2013 im Amt) stets exzellent vorbereitet. Folglich gilt Villarreal als absoluter Top-Favorit in der Rapid-Gruppe.

VIKTORIA PILSEN

Gegründet: 1911
Stadion: Doosan Arena (11.700 Sitzplätze)
Größte Erfolge: 3 Mal tschechischer Meister (2011, 2013, 2015), 2 Mal tschechischer Cup-Sieger (1971, 2010), 2 Teilnahmen an CL-Gruppenphase (2011, 2013)
Meisterschaftsplatzierung 2014/15: Erster
Weg in Gruppenphase:  CL-Quali, 3. Runde: Maccabi Tel Aviv 2:1 (a), 0:2 (h); EL-Playoff: Vojvodina Novi Sad 3:0 (h), 2:0 (a)

Viktoria Pilsen schaffte es 2011 und 2013 in die Gruppenphase der Champions League, beim zweiten Versuch reichte es in einer Gruppe mit dem FC Bayern, Manchester City und ZSKA Moskau immerhin zu Platz drei und damit zum Umstieg ins Europa-League-Sechzehntelfinale. In diesem Sommer kam für den tschechischen Meister in der Champions-League-Quali gegen den späteren Basel-Bezwinger Maccabi Tel Aviv mit einem Gesamtscore von 2:3 nur knapp das Aus, danach wurde im Europa-League-Play-off Vojvodina Novi Sad mit gesamt 5:0 ausgeschaltet. Fünf tschechische und drei slowakische Nationalspieler stehen im Kader von Trainer Miroslav Koubek. Sein bekanntester Spieler ist wohl der ehemalige Freiburg- und Wolfsburg-Legionär Vaclav Pilar.

DINAMO MINSK

Gegründet: 1927
Stadion: Traktor-Stadion in Minsk (Kapazität: 17.568); Europacup-Stadion: GOSK Brestskiy in Brest (10.169 Sitzplätze)
Größte Erfolge: 7 Mal Meister (1992, 1992/93, 1993/94, 1994/95, 1995, 1997, 2004), 3 Mal Cupsieger (1992, 1994, 2003), Sowjetischer Meister 1982, Viertelfinale Europacup der Landesmeister 1983/84, UEFA-Cup-Viertelfinale 1984/85
Meisterschaftsplatzierung 2014: Zweiter
Weg in die Gruppenphase: EL-Quali - 2. Runde: Tscherno More Warna (BUL) 1:1 (a), 4:0 (h), 3. Runde: FC Zürich 0:1 (a), 1:1 n.V. (h), Play-off: Red Bull Salzburg 2:0 (h), 0:2 (a)/2:3 i.E.

Den österreichischen Fans ist das Team seit den beiden Spielen gegen Salzburg natürlich gut bekannt. Aufzupassen gilt es vor allem auf Stürmer Fatos Beqiraj. Die Bullen scheiterten gegen den weißrussischen Vizemeister nicht nur am guten Defensiv-Verhalten der Dinamo-Abwehr, sondern auch am eigenen Unvermögen. Rapid braucht eine konzentrierte Leistung, dann könnte etwas möglich sein.

 

Jakob Faber

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen