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Mehr als ein Duell der Champions-League-Verlierer

Champions-League-Sieger 2012, Europa-League-Sieger 2013.

Chelsea hat den Europacup-Doppelpack fest im Visier.

Die Londoner gehen als Favorit ins Finale des "Trostbewerbs" gegen Benfica Lissabon am Mittwochabend (20.45 Uhr, LIVE im LAOLA1-Ticker) in Amsterdam.

Für beide Teams ist es das Ende einer langen Europacup-Reise, die in der "Königsklasse" begann und nach dem dortigen Gruppenplatz drei in der Europa League fortgesetzt wurde.

Versöhnlicher Abschluss

Die Londoner müssen gewinnen, um eine enttäuschende Saison mit zu Beginn sieben Titelchancen doch noch zu einem positiven Ende zu bringen.

"Möglicherweise kommt jetzt der beste Moment der Saison. Wir können einen Europacup-Titel gewinnen und uns in der Meisterschaft ein Ticket für die Champions League sichern", sagte Juan Mata.

"Es wäre traumhaft zwei europäische Titel hintereinander zu holen", ergänzte der Chelsea-Spielmacher.

Chelsea wäre damit auch für rund eineinhalb Wochen amtierender Champion beider Europacup-Bewerbe, findet das Champions-League-Endspiel Borussia Dortmund gegen Bayern München doch erst am 25. Mai statt.

Abschiedsgeschenk für Benitez?

In der Liga sicherten die "Blues" ihren dritten Platz am Samstag in der vorletzten Runde mit einem 2:1-Sieg bei Aston Villa ab, somit fehlt nur noch eine Hürde auf dem Weg zur Erreichung des Meisterschafts-Minimalzieles.

Am Mittwoch können die Kicker der Londoner ihrem zu Saisonende scheidenden Interimstrainer Rafael Benitez aber ein noch schöneres Geschenk machen.

Cardozo ist mit sechs Treffern Benficas Top-Torjäger

Reaktion nach Liga-Drama gefordert

Die Generalprobe von Portugals Rekordmeister ging allerdings schief. Nach der 1:2-Niederlage beim FC Porto scheint der nationale Titel verloren. Rang eins ist weg, ein Punkt fehlt ein Spiel vor Schluss auf Porto.

"Die Niederlage war zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt und sehr schlecht für uns", war sich der 58-jährige Portugiese bewusst.

Enzo Perez hoffte auf eine Reaktion der Mannschaft. "Die Mannschaft ist niedergeschlagen, aber wir haben jetzt die Chance, gegen Chelsea zurückzuschlagen. Wir müssen an uns glauben", sagte der argentinische Benfica-Mittelfeldspieler.

Aufgepasst auf Cardozo und Co.

Die Hoffnungen ruhen vor allem in der Offensivabteilung rund um Oscar Cardozo. Der Stürmer und seine Offensivkollegen Lima und Rodrigo haben 71 der 118 Tore in der laufenden Saison erzielt.

Da wartet viel Arbeit auf die Abwehr der Londoner, der auch der Brasilianer David Luiz angehört. Für den 26-Jährigen ist es eine besondere Partie, geht es doch gegen seinen Ex-Klub, für den er von Juli 2007 bis Jänner 2011 gespielt hatte.

Wiedersehen macht Freude

"Ich hatte eine schöne Zeit und habe dem Club viel zu verdanken. Im Finale ist die Freundschaft aber für 90 Minuten vergessen, da will ich gewinnen", meinte Luiz.

Das gilt auch für seinen 26-jährigen Mittelfeld-Landsmann Ramires, der in der Saison 2009/10 das Benfica-Dress getragen hatte. Auch die Portugiesen freuen sich auf das Wiedersehen mit dem Duo.

"Die beiden sind Topspieler. Es freut mich, sie im Finale wiederzusehen", sagte Benfica-Kapitän Luisao. Aufseiten der Portugiesen steht der im Sommer 2011 von Chelsea zu Benfica gewechselte Nemanja Matic im Aufgebot.

"Wir wollen ihm einen gebührenden Abschied bereiten", betonte Abwehrspieler Ryan Bertrand. "Es wäre fantastisch für den ganzen Club nach den vielen Aufs und Abs in der Saison."

Terry droht erneut Zuschauerrolle

Der Einsatz des 23-Jährigen ist allerdings fraglich, ist er doch genauso wie John Obi Mikel, Eden Hazard und auch Kapitän John Terry, der sein zweites großes Finale in Serie (Champions League 2012/Sperre) verpassen könnte, angeschlagen.

Die Reise nach Amsterdam machte das Quartett jedenfalls mit, genauso übrigens wie der aufgrund seines Einsatzes für Newcastle im Bewerb nicht spielberechtigte Stürmer Demba Ba.

Benfica kämft um Anerkennung

Die Portugiesen wollen sich mit dem ersten Europacup-Sieg seit 1962 (Meistercup) so richtig auf internationaler Bühne zurückmelden.

Ein gutes Omen ist, dass sie auch bei diesem ihrem bisher letzten Triumph in Amsterdam feiern durften - nach einem 5:3-Erfolg gegen Real Madrid.

"Es wird nicht viele solcher Finale in der Karriere meiner Spieler geben. Fehlende Motivation kann also kein Problem sein. Der Europa-League-Sieg würde uns wieder internationale Anerkennung bringen", sagte Benfica-Trainer Jorge Jesus.

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