Benficas Final-Fluch hält an, Sevilla gewinnt EL-Finale

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Der Fluch hält an. Benfica Lissabon kann weiterhin keinen Fußball-Europacup gewinnen.

Der portugiesische Meister musste sich am Mittwochabend im Finale der Europa League im Elfmeterschießen dem FC Sevilla mit 2:4 geschlagen geben.

Nach 120 schwachen Minuten stand es 0:0. Sevilla feierte den dritten Europacup-Titel. Den Vorgängerbewerb UEFA-Cup hatten die Spanier bereits 2006 und 2007 gewonnen.

Achte Final-Niederlage

Für Benfica dagegen war es bereits die achte Niederlage in Folge in einem Europacup-Finale.

Seit dem Meistercup 1962 haben die Portugiesen keinen internationalen Bewerb mehr gewonnen. Immer wieder war zuletzt der Fluch von Bela Guttmann zitiert worden.

Der Erfolgscoach hatte Benfica 1962 im Streit verlassen und prophezeit, dass der Club keinen Europacup mehr gewinnen werde. Nach 52 Jahren sollte der Ungar immer noch nicht widerlegt sein.

Beto avanciert zum Matchwinner

Im Vorjahresfinale waren die Portugiesen an Chelsea gescheitert. Auch in Turin war den leicht favorisierten "Adlern" das Glück nicht hold.

Im Elfmeterschießen scheiterten der erst in der Verlängerung eingewechselte Stürmerstar Oscar Cardozo und Rodrigo jeweils an Sevilla-Keeper Beto.

Der Portugiese im Tor der Andalusier wurde ausgerechnet gegen seine Landsleute zum Matchwinner.

Vom Außenseiter zum Finalsieger

In der heimischen Meisterschaft liegt der FC Sevilla lediglich auf dem fünften Tabellenplatz.

Die Champions League ist für das Team von Unai Emery nicht mehr in Reichweite.

Dafür reüssierte der Außenseiter auf internationalem Rasen. Dabei war Sevilla als Neunter der vergangenen Saison nur aufgrund der Ausschlüsse von Malaga und Rayo Vallecano in die Europa-League-Qualifikation gerutscht.

"Rasenschach"

Die erste Hälfte vor lediglich 33.120 Zuschauern im nicht ausverkauften Juventus-Stadium war von Rasenschach geprägt.

Erst in der Nachspielzeit kam Leben in die Partie, als Benfica zweimal gefährlich in den Strafraum kam.

Erst scheiterte Maxi Pereira mit einem Volley aus kurzer Distanz an Sevilla-Keeper Beto, dann Rodrigo (45.+1). Zudem reklamierten die Portugiesen vergeblich Elfmeter, nachdem Gaitan im Strafraum zu Fall gekommen war (45.+2).

Viele ungenutzte Chancen

Nach Seitenwechsel taten beide Teams mehr fürs Spiel - allen voran Benfica. Der von einigen Sperren geschwächte portugiesische Meister, der im Halbfinale Final-Gastgeber Juventus Turin ausgeschaltet hatte, fand Chancen gleich im Sekundentakt vor.

Maxi Pereira spielte Lima frei, dessen Schuss wurde aber noch vor der Linie abgeblockt. Auch Sturmkollege Rodrigo brachte den Ball nicht im Tor unter (48.).

Auf der Gegenseite tauchte Jose Antonio Reyes zweimal gefährlich vor dem Tor aus. Erst schoss der spanische Ex-Teamstürmer aus vollem Lauf links vorbei (53.), dann zu zentral auf Benfica-Keeper Jan Oblak (61.). Benfica blieb die aktivere Mannschaft, vergab durch Rodrigo und Lima aber einige weitere Gelegenheiten. Bei einem Fernschuss von Lima konnte sich Beto auszeichnen (84.).

Überstunden

Sevilla rettete sich in die Verlängerung. Dort parierte Beto einen Lima-Freistoß (99.), ansonsten kam von Benfica aber nur noch sehr wenig.

Auf der Gegenseite ließ Carlos Bacca nach einem langen Ball des starken Sevilla-Kapitän Ivan Rakitic im Konter den Matchball aus (101.), der eingewechselte Kevin Gameiro traf nur das Außennetz (110.).

Soriano bester Torschütze

Benfica hat damit bereits 15 Spiele in Folge gegen spanische Clubs nicht gewonnen. Die Portugiesen vergaben zudem die Chance, nach Meisterschaft und Ligacup den dritten Titel der Saison einzufahren.

Ein bisschen freuen darf sich dafür ein weiterer Spanier: Salzburg-Kapitän Jonatan Soriano beendete die Europa-League-Saison trotz des Achtelfinal-Aus der Bullen mit acht Treffern als bester Torschütze.

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