Chelsea hat die Europa League lieb gewonnen

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Chelseas letzte Chance auf eine Trophäe in dieser Saison ist die Europa League.

Die "Blues" treffen am Donnerstagabend (21.05 Uhr) im Semifinal-Hinspiel auswärts auf den Sensationsverein FC Basel mit ÖFB-Teamverteidiger Aleksandar Dragovic, der die Londoner als klaren 80:20-Favorit sieht.

Torres als Maskenmann

Für Chelsea-Tore soll einmal mehr "Maskenmann" Fernando Torres sorgen, für den die Europa League zum Therapieprogramm geworden ist.

In den jüngsten drei Europacup-Partien erzielte der spanische Welt- und Europameister vier Treffer und war damit hauptverantwortlich für den Vorstoß des vorjährigen Champions-League-Siegers unter die letzten vier.

Torres trägt nach seinem im Achtelfinalrückspiel gegen Steaua Bukarest erlittenen Nasenbeinbruch noch immer eine schwarze Schutzmaske, mit der er an Zorro erinnert.

"Die Europa League hält uns bei Laune"

Wie ein Phantom hat der lange Zeit stark kritisierte 29-Jährige in dieser Saison schon 19 Pflichtspieltore erzielt.

Der für die britische Rekordablösesumme von 50 Millionen Pfund (58,71 Mio. Euro) verpflichtete, einstige Liverpool-Star kommt nun also auch im blauen Dress endlich in Schwung.

"Wir haben ein junges Team und müssen noch lernen, wie man konstant erfolgreich bleibt - und dieser Bewerb ist dafür ideal. Es ist zwar nicht die Champions League, aber immerhin die Europa League", betonte Torres.

"Und nun sind wir im Semifinale und wollen unseren Erfolgslauf fortsetzen. Die Europa League ist für uns im Gegensatz zur Premier League und dem nationalen Cup eine große Genugtuung und hält uns bei Laune, weil wir damit die Saison noch retten können."

Diese Trophäe fehlt noch

Deshalb haben auch seine Clubkollegen den "Europacup-Trostpreis" mittlerweile lieb gewonnen. "Die Leute versuchen, diesen Bewerb schlecht zu reden", meinte "Blues"-Ikone Frank Lampard.

"Aber je näher man dem Finale kommt, desto besonderer wird es." Vor allem weil die Europa-League-Trophäe in der imposanten Pokal-Vitrine des Clubs von Multimilliardär Roman Abramowitsch noch fehlt.

Chelsea weiß um die Gefährlichkeit des Europacup-Halbfinal-Debütanten FC Basel, der im Viertelfinale Tottenham Hotspur im Elfmeterschießen ausgeschaltet hat, und überlässt deshalb nichts dem Zufall.

Stammspieler wurden geschont

Beim 2:2 am vorgangenen Sonntag in Liverpool fehlten Lampard, John Terry, Ashley Cole, Gary Cahill, Victor Moses und Yossi Benayoun zu Schonungszwecken in der Startelf, werden aber in Basel wohl allesamt von Beginn an dabei sein.

Für den Schweizer Double-Gewinner ist es bereits das 19. Europacup-Match in dieser Saison, nachdem er bereits am 17. Juli 2012 in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League eingestiegen war.

Estland, Norwegen, Rumänien, Portugal, Ungarn, Belgien, die Ukraine, Russland und England waren die bisherigen internationalen Stationen von Dragovic und Co., die mit einer Sensation über Chelsea auch noch eine Reise in die Niederlande buchen wollen. Das Finale steigt nämlich am 15. Mai in Amsterdam.

"Wir müssen uns nicht fürchten"

Erfolgscoach Murat Yakin, der seit Mitte Oktober im Amt ist, freute sich auf das erneute Duell mit einem Londoner Spitzenclub. "Chelsea ist natürlich das beste verbliebene Team im Bewerb, aber wir müssen uns auch vor diesem fantastischen Gegner nicht fürchten."

"Dass wir am 2. Mai (Rückspiel, Anm.) an der Stamford Bridge in London noch in der Europa League spielen würden, hätte wohl niemand gedacht. Ich freue mich schon auf dieses Match", betonte Yakin, unter dem Basel in Heimspielen noch ungeschlagen ist. Und mit zwei Top-Leistungen könne nun auch Chelsea ausgeschaltet werden.

Benficas Triple-Chance

Den zweiten Finalisten ermitteln Fenerbahce Istanbul und Portugals Tabellenführer Benfica Lissabon, der am Sonntag mit dem achten Meisterschaftssieg in Serie - 2:0 gegen Stadtrivale Sporting - viel Selbstvertrauen für das Gastspiel in der Türkei getankt hat.

Wie Basel hat Benfica noch die Chance auf das Triple aus Meistertitel, Cup-Sieg und Europa-League-Triumph.

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