Starke EL-Gruppen für ÖFB-Klubs

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Österreichs Vertreter haben bei der Auslosung zur Europa League in Monaco starke Gruppen zugelost bekommen.

Meister Sturm trifft in Gruppe L auf den RSC Anderlecht (BEL), AEK Athen (GRE) und Lokomotive Moskau (RUS).

Vizemeister Red Bull Salzburg hat es in Gruppe F mit Paris St. Germain (FRA), Athletic Bilbao (SPA) und Slovan Bratislava (SVK) zu tun.

Und die Wiener Austria misst sich in Gruppe G mit AZ Alkmaar (NED), Metalist Charkow (UKR) und Malmö FF (SWE). Die Gruppenphase startet am 15.9.

RED BULL SALZBURG

"Starke, attraktive Gruppe"

"Es ist eine sehr starke, attraktive Gruppe", meinte Salzburg-Trainer Ricardo Moniz.

"Es ist fantastisch für unsere potenziellen Talente, gegen diese Mannschaften zu spielen." PSG und Athletic seien spielerisch sehr starke Teams.

"Aber wir dürfen auch die Slowaken nicht unterschätzen", betonte der Bullen-Coach. Immerhin hatte Slovan im Play-off die AS Roma eliminiert.

2009 hui, 2010 pfui

Im Vorjahr waren die Salzburger mit lediglich zwei Punkten gegen Manchester City, Lech Posen und Juventus Turin ausgeschieden.

2009 hatten sie gegen Lazio Rom, Villarreal und Lewski Sofia allerdings alle sechs Gruppenspiele gewonnen und waren erst in der ersten K.o.-Runde an Standard Lüttich gescheitert.

RED BULL SALZBURG

"Dürfen uns nicht minderwertig einschätzen"

"Wir müssen uns vor niemandem verstecken", meinte Moniz. Entscheidend sei vor allem eine Steigerung in der Offensive.

"Es ist wichtig, dass du vorne Spieler hast, die unberechenbar sind", erklärte der Niederländer.

"Wenn wir hinten die Null halten, ist alles möglich. Wir dürfen uns nicht minderwertig einschätzen, sondern werden sehr selbstbewusst in die Gruppenphase gehen."

PSG als Topfavorit

Als Topfavorit gilt aufgrund von Millionen-Investitionen der neuen Besitzer aus Katar PSG.

Die Pariser haben bereits mehr als 80 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben, darunter die französische Rekordsumme von 43 Millionen für den argentinischen Offensivmann Javier Pastore.

Mächtiger neuer Sportchef ist der ehemalige PSG-Spieler Leonardo, zuletzt Trainer beim AC Milan und bei Inter.

Schlechter Start

"Sie haben extrem eingekauft, aber das bedeutet nichts", meinte Moniz.

Selbst in Frankreich haben die Investitionen der Hauptstädter zum Teil für Unverständnis gesorgt.

Nach drei Ligaspielen hält das Starensemble bei vier Punkten. In der Vorsaison hatte es für den Sieger des Cups der Cupsieger 1996, der bei seinem größten internationalen Erfolg im Finale in Brüssel Rapid mit 1:0 besiegt hatte, nur zu Endrang vier gereicht.

Slovan mit Sensation gegen Roma

Bilbao war zuletzt 2009 in der Gruppenphase auf die Austria getroffen, hatte sich gegen die Wiener zweimal klar mit 3:0 durchgesetzt.

Star der Basken, die vom ehemaligen chilenischen Teamchef Marcelo Bielsa betreut werden, ist der spanische Teamstürmer Fernando Llorente.

Während Athletic durch das Aufrücken von Gegner Trabzonspor in die Champions League kampflos in die Gruppenphase einzog, sorgte Slovan im Play-off mit 1:0 und 1:1 gegen die Roma für eine Sensation.

AUSTRIA WIEN

Lösbare Aufgabe

Die Aufgabe der Austria in der Gruppenphase der Fußball-Europa-League scheint durchaus lösbar zu sein.

Die Wiener treffen im Pool G von 15. September bis 15. Dezember auf AZ Alkmaar, Metalist Charkiw und Malmö FF.

"Eine reizvolle Gruppe mit drei starken Gegner, aber wir sind gegen keinen chancenlos", meinte Trainer Karl Daxbacher, dessen Team sich über drei Qualifikationsrunden in den Hauptbewerb durchgekämpft hat.

Um in die K.o.-Phase vorzudringen, müssten die Violetten zumindest zwei Teams hinter sich lassen.

Janko als Informant

"Es hätte schlimmer kommen können", erklärte auch Sport-Vorstand Thomas Parits. "Ich sehe eine interessante und ausgeglichene Gruppe ohne haushohen Favoriten. Wir haben durchaus die Chance auf einige Punkte", so Parits.

"Die Gruppe ist nicht so schlecht, aber auch nicht so attraktiv", sagte Verteidiger Manuel Ortlechner.

Die Ukrainer von Charkiw sind für Ortlechner "die große Unbekannte", über Alkmaar will man sich Zusatzinfos vom ÖFB-Teamkapitän Marc Janko (Twente Enschede) holen.

Finanzielle Bedeutung

Der genaue Spielplan ist noch offen. Fix ist aber jetzt schon, dass die Austria alle drei Heimpartien in der Generali Arena austragen und dafür ein Dreier-Abo anbieten wird.

Wirtschafts-Vorstand Markus Kraetschmer hofft natürlich dreimal auf ein volles Haus. Als Fixeinnahme gibt es das Startgeld von einer Million Euro, für einen Sieg kommen 140.000 und für ein Remis 70.000 Euro dazu.

"Im Vergleich zur Champions League wenig, aber dennoch sehr viel", so Kraetschmer.

Wiedersehen mit Didulica

Der in Österreich bekannteste Name im Aufgebot von Alkmaar ist Joey Didulica. Der australisch-kroatische Tormann war von 2003 bis 2006 bei der Austria unter Vertrag, für die größten Schlagzeilen hatte Didulica am 26. Mai 2005 mit seinem brutalen Kung-Fu-Tritt im Derby gegen Axel Lawaree gesorgt.

Der 34-Jährige ist derzeit verletzt, in den Play-off-Partien gegen Aalesund (1:2 auswärts, 6:0 daheim) stand der Costa Ricaner Esteban Alvarado im Alkmaar-Gehäuse.

In der vorigen Meisterschaft war Alkmaar hinter Ajax Amsterdam, Twente Enschede und PSV Eindhoven auf Rang vier gelandet.

Offene Rechnung mit Malmö

Ganz besondere Erinnerungen wecken die Duelle mit Malmö bei Trainer Daxbacher. "Da habe ich noch eine alte Rechnung offen", meinte Daxbacher lachend.

Schließlich war Daxbacher im April 1979 mit der Austria im Meistercup-Halbfinale hauchdünn mit 0:1 (auswärts) und 0:0 (daheim) auf der Strecke geblieben.

"Malmö hat uns im taktischen Bereich besiegt. Damals hatten wir die ganz große Chance aufs Meistercup-Finale", erinnerte sich Daxbacher. Im Endspiel hätte damals in München Nottingham Forest gewartet.

Schwedischer Meister und Rangers-Bezwinger

Malmö ist in Schweden, wo eine Ganzjahres-Meisterschaft gespielt wird, amtierender Meister. Aktuell liegt man nur auf Rang neun, allerdings mit drei ausgetragenen Spielen weniger als die Konkurrenz.

Beim Anlauf auf die Champions-League-Gruppenphase warf Malmö zunächst Torshavn und dann überraschend die Glasgow Rangers (Gesamtscore 2:1) aus dem Rennen.

In der entscheidenden Play-off-Runde schieden die Skandinavier aber gegen Dinamo Zagreb mit einem Gesamtscore von 3:4 aus.

Fanproblematik

Ähnliche Fanprobleme wie in Österreich u.a. beim Wiener Derby im Hanappi-Stadion hat es zuletzt auch in Schweden gegeben.

Ende Juli war ein Liga-Match von Austria-Gegner Malmö gegen Djurgaarden abgebrochen worden, weil Randalierer Feuerwerkskörper auf den Rasen geworfen hatten.

Es war bereits der dritte Abbruch im schwedischen Oberhaus in dieser Saison gewesen. Im Mai hatte wegen ähnlicher Ereignisse auch die Heimpartie von Malmö gegen Helsingborg vorzeitig beendet werden müssen.

Budget-Krösus Charkiw

Die meisten Geldreserven der Teams in Gruppe G hat der ukrainische Vertreter Charkiw zur Verfügung.

Die dritte Kraft im Land des EM-Ausrichters hinter Schachtjor Donezk und Dynamo Kiew ist gespickt mit zahlreichen Brasilianern und Argentiniern.

In der letzten Play-off-Runde wurde der französische Vertreter Sochaux auswärts 4:0 abgefertigt. National ist Charkiw nach sieben Runden noch unbesiegt.

STURM GRAZ

"Wir haben Chancen"

Sturm Graz rechnet sich in der Gruppenphase der Fußball-Europa League Chancen auf den Aufstieg aus.

In der Auslosung am Freitag in Monaco zog Österreichs Meister in Gruppe L Belgiens Rekordmeister RSC Anderlecht, den griechischen Topclub AEK Athen und Lok Moskau aus Russland als Kontrahenten.

"Wir haben in dieser sehr ausgeglichenen Gruppe unsere Chancen", meinte Trainer Franco Foda in einer ersten Reaktion. Der Startschuss fällt am 15. September im Heimspiel gegen Lok.

Favoritenrolle klar verteilt

Aus Topf vier gezogen, komplettierte Sturm eine Gruppe, in der die Favoritenrolle nicht festzumachen ist.

Anderlecht schaffte den Sprung aus dem Playoff gegen den türkischen Vertreter Bursaspor ebenso knapp wie AEK Athen.

Die Griechen mussten gegen Dinamo Tiflis sogar in die Verlängerung, ehe der Aufstieg feststand. Einzig Lok erledigte die Aufgabe Spartak Trnava souverän.

Foda-Wunsch erfüllt sich nicht

"Wir können in dieser Gruppe Punkte holen, das wird unsere Aufgabe. Alle drei Gegner sind schwierig, aber es ist nicht so, dass man von vornhinein sagt, wir haben keine Chance", erklärte Foda.

Der Coach der Grazer hatte vor der Auslosung auf ein Duell mit einer deutschen Mannschaft gehofft. Dieser Wunsch erfüllte sich nicht.

Anderlecht bezeichnete Foda als "absolute Top-Adresse im europäischen Fußball". Die Belgier, die sich in der vergangenen Saison in der Jupiler League nur auf Platz drei klassiert hatten, seien vom Namen her der stärkste Gegner in einer "attraktiven Gruppe".

Wechselspiele bei Anderlecht

Mit Belgiens Jungstar Romelu Lukaku, der um 21 Millionen Euro zu Chelsea wechselte, verlor Anderlecht im Sommer seinen Star.

Abhandenkommen könnte dem zweifacher Sieger im Cup der Cupsieger (u.a. 4:0 gegen Austria Wien im Finale 1978) auch Jonathan Legear.

Der Flügelspieler steht vor einem Transfer zu Terek Grosni. Mit dem Serben Milan Jovanovic holte Anderlecht aber unlängst einen Stürmer von Liverpool zurück nach Belgien.

Alter griechischer Bekannter

AEK kennt Sturm und auch Foda aus vergangenen Duellen. Im Achtelfinale des Europacups der Cupsieger 1997/98 zogen die Steirer mit 0:2 (a) und 1:0 (h) den Kürzeren.

Foda stand dabei zweimal als Libero auf dem Spielfeld. "Da ist noch eine Rechnung offen", meinte der Deutsche.

Star des aktuellen AEK-Teams um den spanischen Trainer Manolo Jimenez ist der Isländer Eidur Gudjohnsen, der bis 2009 für den FC Barcelona stürmte.

Lok Moskau auf Augenhöhe

Den zweifachen russischen Meister Lok sieht Foda mit Sturm ebenfalls auf Augenhöhe.

Dementsprechend optimistisch lautete auch das Resümee des Sturm-Coaches: "Unser Minimalziel ist es auf jeden Fall, mehr Punkte als 2009/10 gegen Galatasaray Istanbul, Dinamo Bukarest und Panathinaikos Athen zu machen - und damals waren es vier."

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