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„Man macht sich dennoch seine Gedanken“

102 Bundesliga-Spiele hat Anel Hadzic auf dem Buckel.

Mit 21 Jahren ist das ein mehr als beachtlicher Wert. Vergangene Saison absolvierte der gebürtige Bosnier, der zwei Mal für das österreichische U21-Team auflief, zum zweiten Mal mehr als 30 Spiele.

Und dennoch hat der Allrounder nicht den klassischen Status eines Stammspielers. Es scheint, als wäre seine Vielseitigkeit genau sein Problem.

„Ich sehe mich im zentralen Mittelfeld, als Achter oder Sechser. Eigentlich bin ich ein Sechser. Wenn ich von hinten herausspielen kann, ist das sicher eine der besseren Positionen für mich“, erklärt Hadzic gegenüber LAOLA1.

„Dann muss ich mir etwas überlegen…“

Mit Ivan Carril und vor allem defensiv Florian Mader ist die Konkurrenz im Rieder Mittelfeld groß – auch ein Teil seines Problems.

„Wenn ich nur als Alternativspieler gesehen werde, dann muss ich mir etwas überlegen“, erzählt Hadzic nach, was er Stefan Reiter mitteilte.

Der Spieler sprach den Manager in Richtung Abgang im Winter an – falls es etwa so weitergehen würde wie beim Bröndby-Hinspiel, als sich Hadzic auf der Bank wiederfand.

„Er meinte, ich brauche mir nichts überlegen, weil es nicht so sein wird. Aber als Spieler macht man sich dennoch Gedanken“, hält der Austro-Bosnier fest.

Dass er für die Rieder Mannschaft wichtig ist, ist unbestritten – nicht umsonst hat er in der so erfolgreichen vergangenen Saison 33 Mal in der Bundesliga gespielt.

Unterschriftsreifer Rapid-Vertrag

In den bisherigen drei Runden der neuen Spielzeit stand Hadzic auch jeweils 90 Minuten auf dem Feld – immer auf verschiedenen Positionen.

Gegen Sturm (1:1) begann er in der Abwehrkette rechts, weil Oliver Glasner fehlte und Thomas Reifeltshammer in die Mitte rückte.

Gegen die Austria (1:2) startete er statt Ivan Carril in der offensivsten der drei Dreier-Ketten hinter der Solospitze.

Gegen Rapid (0:0) war er nun in der mittleren Dreier-Kette links zu finden.

Apropos Rapid. „Der Vertrag im Sommer war schon unterschriftsreif, aber ich wollte dem Verein etwas zurückgeben und habe deswegen bis Sommer 2013 verlängert“, erzählt Hadzic, warum er nicht zu Peter Schöttel, den er besser kennt, nach Hütteldorf gewechselt ist.

Große Verbundenheit

Die große Verbundenheit zum Vorbildverein aus dem Innviertel rührt nicht von irgendwo her: Teammanager Rudi Zauner hatte Klein-Anel vor zehn Jahren in Andorf entdeckt.

Vielleicht sagt Hadzic hinsichtlich seiner Abwanderungsgedanken auch deswegen: „Es wird sich alles richten.“

Für Max Karner hat sich mit dem besagten Bröndby-Match, das sensationell 2:0 gewonnen wurde, schon einiges gerichtet.

Es war sein Profi-Debüt für die SV Ried und damit auch in der Europa League. Wenige Minuten zum Schluss durfte der Innenverteidiger Luft schnuppern.

„Besser geht’s nicht“

Am Sonntag dann der nächste Höhepunkt: Debüt in der Bundesliga – und dann ausgerechnet im Hanappi-Stadion.

„Wie man es sich wünscht, besser geht es nicht. Es war wirklich geil“, konnte der Salzburger sein Glück nicht fassen. Der 21-Jährige profitierte dabei vom Ausfall OIiver Glasners, der ein Cut erlitt.

„Das ist in zwei Minuten abgelaufen, ich bin fünf Mal hin- und hergelaufen und war schon drinnen“, erinnert sich Karner ans kurze Aufwärmen. „Ein bisschen nervös war ich, aber mit der Partie hat es sich dann gelegt.“

Neben einem sichtlich coolen 23-jährigen Abwehrchef namens Thomas Reifeltshammer spielte der 1,84 Meter große Abwehrspieler ein beachtliches Debüt, mit Atdhe Nuhiu hatte er viel zu tun.

Trainer-Team formt Spieler

Dass er so ein beachtliches Debüt spielen konnte, liegt auch am Trainer-Team.

Vergangene Saison spielte Karner noch leihweise für Grödig in der Ersten Liga, bereits im Sommer 2010 unterschrieb er für drei Jahre in Ried.

„Mir wurden gleich die Schwächen gesagt, an denen ich arbeiten muss“, schildert Karner, der von einer „kurzen, aber intensiven Vorbereitung“ spricht.

Neben Paul Gludovatz ist vor allem „Co“ Gerhard Schweitzer in diesem Zusammenhang zu erwähnen: „Er redet viel mit uns Jungen, hilft uns taktisch weiter und arbeitet individuell viel mit einem.“

Oliver Glasner sollte für das Retour-Match gegen Bröndby am Donnerstag fit sein. Sein möglicher Ersatz sieht das gelassen: „Ich werde sicher noch oft genug die Chance bekommen.“

Wichtiger sei sowieso, das Ticket in die Playoffs zu lösen.

 

Bernhard Kastler

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