Das ist Salzburgs Europa-League-Gegner

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Metalist Charkiw ist in Österreich längst kein Unbekannter mehr.

Bereits 2009 traf der Verein aus dem Osten der Ukraine im Rahmen der Europa-League-Qualifikation auf Sturm Graz.

Damals zogen die Steirer nach einem 1:1 zu Hause und einem 1:0-Sieg auswärts sensationell in die Gruppenphase ein.

Zwei Jahre später kreuzten sich die Wege der Ukrainer erneut mit einem Bundesliga-Verein. Dieses Mal hieß der Gegner Austria Wien und machte seines Zeichens weitaus negativere Erfahrungen.

In Gruppe G der aktuellen Europa-League-Saison folgte einem 1:2 in der Generali Arena ein deutliches 1:4 im Metalist Stadion.

Der FC Salzburg, wie Red Bull auf europäischer Ebene heißt, weiß also spätestens seit diesen Ergebnissen aus dem vergangenen Herbst um die Gefahr des kommenden Gegners.

LAOLA1 macht vor dem Sechzehntel-Final-Hinspiel noch einmal den Check und nimmt den Bullen-Gegner genauer unter die Lupe.

Tor:

Eine klare Nummer eins sucht man bei Metalist vergebens. In vier der sechs Europa-League-Gruppenspiele und auch zu Ende der Meisterschaft stand Routinier Aleksandr Goryainov im Tor, den ganzen November über hütete hingegen Vladimir Disljenkovic den Kasten der Ukrainer. Auch der dritte Keeper im Bunde, Maksim Startsev, durfte sich in vier Partien der Premier League beweisen. Der Spruch „Qual der Wahl“ trifft in diesem Fall auf besondere Weise zu: Wer auch immer am Donnerstag den Vorzug erhält, wird den Fans Qualen bereiten, gilt doch keiner der Drei als sicherer Rückhalt.

Abwehr:

Neben der Torwart-Position gilt auch die Abwehr als eine Schwachstelle Charkiws. Die beiden Argentinier Cristian Villagra und Marco Torsiglieri bilden mit Papa Gueye und Fininho eine qualitativ hochwertige Viererkette, deren Stärke aber hauptsächlich in der Offensive liegt. Vor allem die beiden Letztgenannten traten auch schon als Torschützen in der Europa League auf. Gueye, nicht im Aufgebot Senegals beim jüngst zu Ende gegangenen Afrika Cup, traf in beiden Spielen gegen die Austria per Kopf und unterstrich seine Stärke nach ruhenden Bällen. Der Brasilianer Fininho, eigentlich im linken Mittelfeld zu Hause, verkörpert den modernen Außenverteidiger und hält ebenso schon bei zwei Europa-League-Treffern. Mit Sergy Pshenichnykh, Andrey Berezovchuk und Aleksandr Romanchuk stehen drei defensivere, ukrainische Alternativen zur Verfügung, die vor allem im ersten Spiel in Wals-Siezenheim wichtig sein könnten.

Mittelfeld:

"Salzburg muss die südamerikanische Offensive in Schach halten. Sollte es ihnen gelingen, ist einiges möglich", gibt Manuel Ortlechner den "Bullen" mit auf den Weg. Dies ist aber leichter gesagt als getan. Mit Juan Manuel Torres und Edmar besitzt Charkiw eine spielstarke Doppel-Sechs, die Kapitän Cleiton Xavier den Rücken freihält. Der 28-jährige Brasilianer ist das Um und Auf im Team von Trainer Myron Markevich, dirigiert das Spiel nach vorne und führt einen Großteil der Standardsituationen aus. Seinen präzisen Hereingaben ist es zu verdanken, dass diese zu einer regelrechten Waffe geworden sind. Acht Tore und acht Vorlagen in der Meisterschaft und ein Tor und vier Vorlagen in der Europa League sind eine beeindruckende Bilanz. Mit Sergiy Valyaev (33) und Oleg Shelayev (35) stehen zwei routinierte Ukrainer für das zentrale Mittelfeld als Option parat, Sebastian Blanco aus Argentinien und der brasilianische Neuzugang Marlos wären Alternativen für die Außenbahn. Der 23-jährige Marlos kam erst im Jänner für vier Millionen aus Uruguay in die Ukraine und versucht sein Glück nun erstmals in Europa, wo er bereits seit geraumer Zeit auf der Liste mehrerer Vereine zu finden war.

Sturm:

Der Angriff ist das Prunkstück von Metalist. Hier muss sich der ukrainische Verein nicht wirklich vor anderen Titel-Anwärtern verstecken. Mit Marko Devic besitzt das Team einen Stürmer, dem das Prädikat „eiskalt“ angeheftet werden kann. Österreichischen Fußballfans dürfte der Name des eingebürgerten Serben durchaus noch bekannt sein, war er es doch, der mit seinem Last-Minute-Treffer für eine Niederlage beim Debüt von Teamchef Marcel Koller (1:2 gegen die Ukraine) gesorgt hat. In der Meisterschaft hält der 28-Jährige bei acht, in der Europa League bei drei Toren. Sturmpartner Jonathan Cristaldo erzielte in der Liga einen Treffer weniger und hat sich eine bessere Europa-League-Bilanz (drei Tore) durch seine Rote Karte im Spiel gegen Malmö selbst verbaut. Der dritte Angreifer im Bunde ist ebenso Argentinier und kann den wohl klingendsten Lebenslauf vorweisen, schnürte Jose Ernesto Sosa immerhin schon für den FC Bayern die Fußballschuhe. Wenngleich ihm der Durchbruch in München nicht gelang, zeigt der 26-Jährige im Dress von Metalist durch seine guten Leistungen, warum ihn Uli Hoeneß einst an die Isar lotste. Für die mitunter oft behäbig wirkende Salzburg-Defensive könnte jedoch Taison zum größten Problem werden. Der 23-jährige Brasilianer ist zwar nur 1,72-Meter groß, dafür aber pfeilschnell und auch torgefährlich. Vier Treffern in der Europa-League stehen zwar nur zwei in der heimischen Liga gegenüber, dafür lieferte er gleich sieben Assists.

Christian Eberle

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