"Seine Wege in die Tiefe waren sensationell"

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Eindrucksvoll ist der SV Grödig ins Abenteuer Europacup gestartet.

Nach dem 4:0-Sieg auswärts gegen Cukaricki Belgrad können die Salzburger schon vor dem Rückspiel am Donnerstag in der Red-Bull-Arena mit der dritten Europa-League-Qualifikations-Runde planen.

"Ich habe gewusst, dass wir Chancen haben, dass es so klar wird, hätte ich nicht geglaubt", sagte Grödigs Manager Christian Haas.

Zwei Doppelpacks entscheidend

Der Bundesliga-Dritte der abgelaufenen Saison war am Donnerstag in Belgrad nach einer offenen Anfangsphase fast über die gesamte Spielzeit tonangebend und kam auch zu einem in dieser Höhe völlig verdienten Auswärtssieg.

Nur aufgrund zahlreich vergebener Großchancen der Gäste (vor allem von Tomi) blieb es im Stadion FK Cukaricki lange Zeit bei einem 0:1 und daher spannend, ehe Daniel Schütz (80., 85.) und Stefan Nutz mit seinem zweiten Treffer (90./1:0 in 37.) noch für deutliche Verhältnisse sorgten.

"Darauf kann man stolz sein"

"Der Sieg fühlt sich sehr gut an, ich freue mich für den neuen Trainer und die neue Mannschaft. Darauf wie sie Fußball gespielt hat, kann man stolz sein", war Haas hochzufrieden.

Der 37-Jährige scheint es geschafft zu haben, wieder eine gute Truppe zusammenzustellen.

Der von Salzburg ausgeliehene 20-jährige Peruaner Yordy Reyna präsentierte sich gleich in seinem ersten wichtigen Spiel für Grödig als Top-Verstärkung, war im Angriff ein ständiger Gefahrenherd.

Der Ex-Innsbrucker Schütz machte als "Joker" mit einem Doppelpack auf sich aufmerksam. Zudem lieferte der Deutsche Timo Brauer im defensiven Mittelfeld eine solide Partie ab.

Extralob für Yordy Reyna

"Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Sie hat genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben den Gegner früh gestört, nicht aufbauen lassen, haben früh gepresst und auch die Tore gemacht", analysierte Neo-Coach Michael Baur.

"Es war sicher nicht unsere beste Leistung. Wir müssen noch besser zusammenfinden und haben teilweise zu langsam gespielt. Wir haben aber 4:0 gewonnen, deshalb passt es schon so", sagte Doppel-Torschütze Nutz.

Liga-Start vor dem Rückspiel

Das Rückspiel scheint für die Grödiger, die als erstes ÖFB-Team diese Saison in der UEFA-Fünf-Jahres-Wertung punkteten, nur mehr Formsache zu sein.

"Das 4:0 ist eine ganz tolle Sache. Das Rückspiel sollten wir gleich ernst nehmen. Ich bin einer, der jedes Spiel gewinnen will", peilt Baur auch in einer Woche einen vollen Erfolg an.

Davor startet das Liga-Sensationsteam des Vorjahres am Sonntag bei der Wiener Austria in die Meisterschaft.

"Gegen die Austria wird es um einiges schwieriger werden, wir werden aber alles geben, um auch dort vielleicht etwas mitzunehmen", blickte Nutz optimistisch voraus.

Besser hätte seine Europacup-Premiere auf der Trainerbank nicht verlaufen können und das, obwohl er im Vorfeld des Spiels nach den kurzfristigen Ausfällen von Florian Hart und Bernd Gschweidl Umstellungen vornehmen hatte müssen.

"Die Mannschaft hat in dieser Konstellation noch nie zusammengespielt. Ich muss vor allem Yordy gratulieren, seine Wege in die Tiefe waren sensationell", sagte Baur.

"Die Kirche im Dorf lassen"

Überwerten darf man Grödigs Europacup-Debüt aber auch wieder nicht, waren die Serben doch aufgrund eines Torraub-Fouls von Lucas Piasentin an Reyna (25.) mehr als eine Stunde in Unterzahl.

"Die Leistung war sehr gut, wir müssen die Kirche jetzt aber im Dorf lassen", ist sich auch Haas bewusst.

Trotz des klaren Ergebnisses ist bei den Grödigern Steigerungspotenzial vorhanden.

Vor allem die Chancenauswertung ließ abgesehen von den letzten zehn Minuten zu Wünschen übrig. Dadurch blieben die auf Konter lauernden Serben lange Zeit im Spiel.

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